Mixed Offshore Olympia: Wird es doch nichts mit der neuen Disziplin für 2024?

Sicherheitsbedenken

Die Hochseesegler hatten die überraschende Entscheidung von World Sailing gefeiert, dass sie 2024 um olympische Medaillen segeln können. Aber nun bestätigen sich Anzeichen, dass sich das IOC mit dem Beschluss immer schwerer tut.

L30 in Aktion. So soll olympisches Langstreckensegeln aussehen. © Eurosaf

Die Fans der neuen Olympia-Disziplin Mixed Offshore mochten schon zittern, als der Exekutivausschuss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am 7. Dezember 2020 nicht ohne weiteres die neue Mixed Two Person Offshore Keelboat Disziplin für 2024 bestätigte. Man wolle noch überprüfen, wie und ob die Sicherheit der Athleten ausreichend gewährleistet ist. Ein konkreter Vorschlag zum Ablauf dieser Disziplin solle so bald wie möglich, spätestens aber bis zum 31. Mai 2021 veröffentlicht werden.

Während die neuen Disziplinen Mixed Kiteboard und Mixed Two Person Dinghy (470er) problemlos grünes Licht vom IOC bekamen, schien die Verzögerung bei den Hochseeseglern nur eine Formalie zu sein. Aber nun zeichnet sich ab, dass die Entscheidung den IOC-Funktionären schwerer fällt als gedacht und möglicherweise negativ ausfällt.

Aufwind durch Olympia-Perspektive

Der häufig gut informierte Amerikaner Tom Ehman – ehemaliger Sprecher vom BMW Oracle AC-Team – berichtet auf seiner Facebook-Seite, dass es 2024 wohl nun doch keine Offshore-Medaille geben wird. Eine Quelle nennt er nicht, aber es handelt sich wohl um die ominösen “gut unterrichtete Kreisen”. Ehman ist in der Szene gut vernetzt.

Er schreibt, dass die von World Sailing vorgeschlagene Disziplin vom IOC wohl unter anderem aus Kostengründen blockiert wird. Der dadurch frei gewordene zehnte Medaillensatz würde an die Kite-Foiler gehen, die bisher als Mixed in einem Staffelrennen an den Start gehen sollen.

Die Dehler 30od bieten eine starke Basis für eine Olympia-Kampagne im Mixed Offshore Doublehanded. Foto: segel-bilder.de

Das wäre ein schwerer Schlag für die Bemühungen der Offshore-Szene, für die sich die Aussicht auf Olympia-Medaillen als eine Art Jungbrunnen erwiesen hat. Doublehanded-Segeln liegt im Trend und hat durch die Olympia-Perspektive weiteren Aufwind bekommen.

Oliver Schwall hat zuletzt das Go für die Organisation einer Mixed Offshore World Series erhalten und weitere Initiativen zeugen von großem Interesse an der neuen Disziplin. Zuletzt schien der große Erfolg der Vendée Globe deutlich zu machen, wie viel Potenzial eine solche Regatta auch für das IOC haben müsste. Offenbar ist es aber schwierig insbesondere die Sicherheitsbedenken auszuräumen.

Der DSV scheint eigentlich für die neue Disziplin gut gerüstet zu sein. Mit Tim Kröger als Bundestrainer und vier Duos bereiten sich schon auf die neue Herausforderung vor. Aber Vollgas können sie erst geben, wenn das IOC grünes Licht gibt. Und das ist inzwischen längst nicht mehr sicher.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Mixed Offshore Olympia: Wird es doch nichts mit der neuen Disziplin für 2024?“

  1. avatar Dery sagt:

    Eigentlich habe ich mir mehr eine kleine offshore-Rennziege, wie die Mini-Transat 650, als geeignetes Material vorgestellt. Somit würden sich die kosten noch in Grenzen halten. Die Dehler OD ist bestimmt ein tolles Bott, aber dafür bekommt man 3 Minis…. und die Minis gibt es schon in 1000-fache Ausführung. Die Klassenformel ist klar definiert. Es gibt viele Hersteller (kein Monopol also wie z.B. Leser damals)

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