Monaco Globe: Joschke/Gauthier auf Rang 2 – Herrmann/Casiraghi abgeschlagen

Nix für schwache Nerven

Monaco Globe , Isabelle Joschke, IMOCA

Isabelle Joschke und Alain Gauthier auf Rang 2 – stark!

Die Monaco Globe Serie musste wegen zu leichtem Wind abgekürzt werden. Letztendlich ließ man die Balearen bei dieser Mittelmeer-Rund-Regatta aus und segelte entlang Korsika, rund Sardinien.

Ein Leichtwind-Rennen das Nerven kostete. Nur selten blieb ein IMOCA-Feld über große Teile der Regattastrecke so eng beisammen und noch seltener wurden derart häufig die Karten neu gemischt. Die Begründung hierfür liegt auf der Hand: Während der Monaco Globe Series – eine IMOCA-Regatta mit Start in Monaco, die eigentlich über das Dreieck Korsika, Sardinien, Sizilien, Balearen zurück nach Monaco führen sollte – herrschten eher leichte bis schwächste Winde vor, die eine Menge Taktik, Meteorologie-Gespür und eben ein intaktes Nervenkostüm erforderten.

Umso höher ist zu bewerten, dass die Deutsch-Französin Isabelle Joschke gemeinsam mit ihrem Förderer Alain Gauthier nun nach 3:21:03 Tagen auf Rang 2 ins Ziel kam. Zuletzt wurde es nochmals richtig eng für die beiden, da ihnen stundenlang Fabrice Amedo und Eric Peron mit „Newrest“ auf die Pelle rückten – 10 Minuten Vorsprung für Isabelle und Alain im Ziel sprechen Bände! 

Es siegten Paul Melhat und Gwenolet Gahinet auf „SMA“ mit immerhin knapp zwei Stunden Vorsprung auf das deutsch-französische Team.

Boris Herrmann, der mit seiner „Malizia“ u.a. von den Monegassen unterstützt wird und somit verständlicherweise als einer der Favoriten für dieses Rennen gehandelt wurde, kam mit den leichten Winden offenbar weniger gut zurecht. Er lag gemeinsam mit Co-Skipper Pierre Casiraghi bei Zieldurchgang Joschke/Gauthier auf Rang 7, allerdings nur 15 Seemeilen weit zurück. 

Monaco Globe , Isabelle Joschke, IMOCA

Das Regattafeld blieb lange dicht zusammen © monaco globe

Isabelle Joschke und Alain Gauthier segelten nahezu während der gesamten Regatta an der Spitze, erlebten aber auch ihre ganz speziellen Höhen und Tiefen. Ihr Rennverlauf kann als typisch für diese Regatta bewertet werden: Über große Strecken auf dem Weg von Monaco nach Korsika segelten sie auf „Monin“ auf Rang 1 und 2, wobei die IMOCA teilweise nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt „im Pack“ segelten. Erst westlich von Nordkorsika zog sich das Feld etwas in die Länge, Joschke/Gauthier blieben jedoch konstant auf Rang 1. Zwischendurch dümpelten die Führenden zwei Stunden lang mit zwei Knoten Geschwindigkeit durch Schwachwindzonen. Ansonsten konnten sie mit einem Schnitt von 10 – 12 Knoten Geschwindigkeit grundsätzlich den Speed der anderen halten und die Konkurrenz weiterhin in ihre Schranken weisen. 

Entlang der korsischen Südwestküste, durch die Straße von Bonifacio hindurch bis hinunter auf Höhe des sardinischen Arbatax lieferten sich „Monin“ und „SMA“ heiße Duelle, die meist in Schwachwindzonen mit 2-2,5 Knoten Fahrt aufs Neue entschieden wurden. 

Monaco Globe , Isabelle Joschke, IMOCA

Die späteren Sieger SMA © Monaco Globe

Südlich Sardinien trafen Meilhat/Gahinet auf „SMA“ die Entscheidung, so nah wie möglich unter Land wieder gen Norden zu segeln. Und bewiesen damit das bessere Näschen als ihre direkten Verfolger auf „Monin“. Den so gewonnenen Vorsprung von teilweise 16 Seemeilen konnten Gauthier/Joschke später nicht mehr aufholen. 

Als nächstes „Tor“ musste die Ile de Bagaud vor dem französischen Hyeres gerundet werden. Auf dem Weg dorthin rutschten Joschke/Gauthier bis auf Rang 6 ab, da sie während der Überfahrt zu weit westlich segelten und in einer Schwachwindzone nahezu einparkten. Doch die beiden zeigten „Biss“ und holten kurz vor Bargaud – wieder in einem Flautenloch – die zwischenzeitlich vorbei gezogenen Konkurrenten wieder ein.

Monaco Globe , Isabelle Joschke, IMOCA

Das Rennen zeigte auch: Es müssen nicht immer Boote aus der neuesten Generation sein, die vorne mitmischen © monaco globe

Der restliche Teil der Strecke entlang der Cote d’Azur war von harten Zweikämpfen mit den späteren Drittplatzierten geprägt. 

„Wir haben es geschafft“ zeigte sich Isabelle Joschke als Zweitplatzierte im Ziel überglücklich. Eine starke Leistung, nicht zuletzt, weil die beiden per se favorisierte Boote der jüngsten Generation wie „Malizia“ (ex Baron de Rothschild) und „Bureau Vallée“ (ex Banque Populaire, Siegerboot der letzten Vendée Globe) mit ihrer deutlich älteren, nicht mit Foils ausgestatteten „Monin“ (Plan VPLP-Verdier 2007) hinter sich lassen konnten. 

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2 Kommentare zu „Monaco Globe: Joschke/Gauthier auf Rang 2 – Herrmann/Casiraghi abgeschlagen“

  1. avatar Kenner sagt:

    Da hat sich unser “Weltklasse-Navigator” aber ordentlich blamiert !

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  2. avatar Breizh sagt:

    Foils scheinen weiterhin nichts für Schwachwindgebiete zu sein. Vor den Doldrums sollte man weiterhin ausreichend Vorsprung haben, damit nicht noch jemand von hinten mit althergebrachter Technik einem das Leben schwer macht.
    War ja auch letzten Jahr bei der Minitransat gut zu sehen.

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