Neue IMOCA-Generation: Jérémie Beyou und seine Charal2 – 23 statt 17 Knoten

"Kein anderes Boot wird wohl so aussehen"

Vendée-Globe-Platzhirsch Jérémie Beyou gibt weitere Einzelheiten zu seinem neuen IMOCA preis. Im Interview spricht er über Strategie und Potenzial des radikalen Charal-Plattbug.

Alt (r.) und neu im Vergleich. © PolaRYSE / Charal © PolaRYSE / Charal

Jérémie Beyou hat vor einer Woche erstmals “Charal 2” aus der Werfthalle geschoben. Im Interview mit den Szene-Spezialisten von Tip & Shaft gibt er weitere Details zu seiner neuen Konstruktion preis.

Die wichtigsten Aussagen…

zur Wahl von Sam Manuard als Designer für “Charal 2”:
Das stand bereits vor der vergangenen Vendée Globe fest. Drei Wochen vor dem Start begann die Arbeit. “Das Rennen selbst war eigentlich nur eine Bestätigung dessen, was wir schon vorher gesehen hatten, nämlich dass die großen Foiler zwar schnell sein können, aber nicht stabil hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten erreichen, vor allem vor dem Wind.”

Schicke Inszenierung des neuen IMOCA-Renners. © PolaRYSE / Charal

zum Manuard-Design L’Occitane:
“Wir waren alle von der L’Occitane, ihrem Verhalten und ihrer Fortbewegung auf dem flachen Meer beeindruckt. Ich hatte auch viele Gespräche mit Armel (Tripon), der mir bestätigte, dass das Verhalten des Bootes sehr solide war. Und man darf nicht vergessen, dass Sam nicht nur ein Designer ist, sondern auch ein hervorragender Segler, der schnell weiß, wie man Theorie und Praxis verbindet, weil er selbst segelt. Für uns war es wichtig, ein internes Designteam zu haben, das groß genug ist, um das Boot ständig weiterzuentwickeln. Sam war mit dieser Konstellation einverstanden.” Er sei ohne großes Team gekommen nur mit zwei Spezialisten für Simulationen und den Leistungsanalysen, die Struktur und einem Foil-Designer.

Die erstaunliche neue Ruder-Konfiguration a la X-Wing. © PolaRYSE / Charal

zur aktuellen Charal 1:
Die neue Generation der Foiler war so neu, dass ihr Verhalten im Southern Ocean mit 35 Knoten Rückenwind kaum vorhersehbar war. “Wir können jetzt sagen, dass Charal 1 zu radikal für den Kurs war.” Das habe aber schon vorher erkannt und in den zwei Jahren vor der Vendée Globe, die kleinen Fehler so gut wie möglich auszubügeln. Das Gewicht wurde reduziert, der Bug veränder, der Ballast weiter nach achtern verlagert.

zur Rumpfform des Neubaus:
Als Basis diente das Wissen von Charal 1 und L’Occitane. Dutzende von Rümpfen seien durch die Computertests gelaufen. Die Rumpfform ist immer noch wichtig, obwohl die Foils das Schiff eigentlich in die Luft heben sollen. Aber es geht darum, wenig Widerstand für eine frühe Flugphase zu haben. Andererseits darf das Schiff nicht zu sehr abbremsen, wenn es wieder auf dem Wasser landet.

Flaches, schmales Unterwasserschiff. © PolaRYSE / Charal

zu den Linien im Vergleich zu Charal 1:
“Es ist ein sehr rechteckiges Boot, vom Heck bis vier Meter vor dem Bug. Da erreichen wir beim Deck fast die maximale Breite. Charal 1 ist in dort viel schmaler.” Das Unterwasserschiff sei allerdings sehr schmal. “Es vermittelt den Eindruck eines echten Scows. “Ich denke, da waren wir ziemlich radikal”. Kein anderes Boot

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Carsten Kemmling

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