Neue Olympiaklasse: Sebastian Kördel siegt im IQFoil Winner-takes-all-Finale – Neues Format

Neuer Surfstar

Der deutsche Profi-Surfer Sebastian Kördel hat die iQFoil International Games in Campione am Gardasee gewonnen, die eigentlich eine WM sein sollte. Kördel entschied den entscheidenden Lauf für sich.

Bei der Europameisterschaft am Silvaplanasee sah Sebastian Kördel noch bis zur letzten Halse wie der sichere Sieger aus. Dann ging das Manöver daneben. Diesmal beim zweiten Saisonhöhepunkt zog er den Finallauf der neuen für 2024 olympischen Windsurf-Disziplin IQFoil bis zum Ende durch. Er gewann das Winner-takes-all-Finale der WM, die wegen der Corona-Reisebeschränkungen schließlich doch nur als International Games ausgeschrieben worden war.

Trotz dieses kleinen Mankos und der fehlenden offiziellen WM-Ehren ist die Leistung Kördels kaum hoch genug einzuschätzen. Der 29-Jährige hat sein Potenzial als neuer deutscher Surfstar bestätigt. Denn bei der Regatta fehlte kaum einer der besten internationalen Surfer. Im Verlauf der Woche sammelte zwar der Franzose Nicolas Goyard, amtierender Foil-Weltmeister, weniger Punkte als Kördel, auch weil er bei den Kursrennen stärker war, aber auf dem America’s Cup-ähnlichen Kurs des Finals mit einem Raumschots-Start, Vorwind-Strecke und Kreuz, spielte der Deutsche seine Speed-Stärke beim Reach aus.

Duell der Besten. Kördel startet beim Finale in Luv des führenden Franzosen und gewinnt den Lauf. © Giovanni Mitolo

Die neue IQFoil-Klasse schafft es offenbar erstmals in der Geschichte des olympischen Surfsports, die Welten der Weltcup-Profi-Surfer und der Olympia-Spezialisten zu verbinden. Nicht nur die PWA-Weltcupper sind dabei, sondern auch Freestyler rechnen sich mit dem neuen Brett eine Chance aus.

Das Board und der spezielle Mix aus Race- und Slalomkursen bringt die schwereren und stärkeren Weltcup-Surfer offenbar in eine gute Ausgangsposition für Spitzenleistungen in der neuen Klasse. Aber auch der zurzeit dominierende RS:X Surfer Kiran Badloe aus den Niederlanden konnte über die Tage bestens unter den Topp-Drei in der Spitze mithalten. Er musste sich allerdings nach der Finalrunde mit Rang acht begnügen, über den schließlich auch ein einziges Rennen entschied.

Die zwei besten Surfer der Vorrunde Goyard und Kördel waren für das Finale gesetzt. Sie trafen auf die besten beiden Halfinalisten, die sich zuvor in einem Viertelfinale der Top-Acht durchsetzen mussten. Von diesem Modus profitierte schließlich dern Holländer Huig-Jan Tak am meisten. Er war als Zehnter in die Finalrunde eingezogen, gewann jeweils die Viertel- und Halbfinalläufe und holte sich schließlich die Bronzemedaille.

Ergebnis der besten 14 Surfer. Die Topp-Zwölf haben das Finale bestritten.

Kördel beim entscheidenden Zieleinlauf. © Giovanni Mitolo

Bei den Frauen zeigte Lena Erdil, die wie Kördel für das NRV Olympic Team startet, besonders zu Beginn der Regatta eine starke Leistung. Sie verpasste aber schließlich knapp das Zwölfer-Finale und fiel in den verbliebenen Rennen noch auf Platz 18 zurück.

Die ersten Plätze wurden von den RS:X Spezialistinnen dominiert. Der Sieg ging an die Israelin Noy Drihan, RS:X WM-Dritte, die als Vierte der Vorrunde einen Platz im Halfinale sicher hatte. Sie gewann das finale Rennen, nachdem RS:X-Weltmeisterin Lilian de Geus (NED) nach einem Raketenstart auf dem ersten Reach die Kontrolle über ihr Brett verloren hatte. Hélene Noesmoen, die französische Weltmeisterin in der Disziplin Formula Foil Racing dominierte die Vorrunde deutlich, musste sich dann nach dem einen Rennen aber doch nur mit Silber begnügen.

Lena Erdil verpasst die Zwölfer Finalrunde knapp und wird schließlich 18. © Giovanni Mitolo

Ergebnisse IQFoil International Games

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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