“Neutrogena” verliert 100 Meilen. “Mirabaud” präsentiert Vollgas-Video

Laut und schnell. Wavre gibt Gas

Boris Herrmann und Ryan Breymaier tun sich im Zweikampf mit „Mirabaud“ schwer. Eben waren sie noch dran, nun liegen sie plötzlich wieder 100 Meilen zurück. Das Hochdruckgebiet, an dessen südlichen Rand sie sich vorbei quetschen, hat „Neutrogena“ stärker gebremst, als die Gegner.

"Mirabaud" im Vollgas-Modus. © FNOB

Es muss frustrierend sein. Im Rennverlauf hat das deutschamerikanischen Duo in taktischen Situationen, in denen das Glück eine Rolle spielt, bisher kein gutes Händchen gehabt. „Mirabaud“ lag nur wenige Meilen voraus und ist doch deutlich weniger eingebremst worden.

Im Gegenteil. Das Video zeigt, wie sehr Wavre und Paret durch den Southern Ocean jagen. Der Betrachter vor dem Rechner mag manchmal vergessen, wie sehr die Segler an Bord um ihre Meilen kämpfen, wenn er die bunten Schiffchen am Tracker verfolgt. Aber die Bilder von „Mirabaud“ machen einem die Situation sehr anschaulich. Allein die Lautstärke auf dem Schiff in Gleitfahrt ist brutal.

Die Situation am 10.2. "Virbac" verliert an der Spitze, "Hugo Boss" (l.) ist fast an den Frauen auf "Gaes" vorbei. "Neutrgona" hat auf Rang sieben durch das Hoch im Norden 100 Meilen auf "Mirabaud" verloren.

Auch die Aufarbeitung der Vorfälle an Bord der „Neutrogena“ vor dem letzten Tor vermittelt einen kleinen Eindruck von Dramen, die sich während des Rennens abspielen. Der NDR hat einen Fernsehbeitrag und eine Radio-Liveschaltung von dem Segel-über-Bord-Manöver gesendet.

Aber das Rennen ist noch lang. Vielleicht kommt die Zeit von Herrmann und Brymaier noch. An der Spitze wird jedenfalls geschwächelt. „Virbac“ hat in zwei Tagen 300 Meilen verloren und liegt nun nur noch 487 Meilen vor den Schwesterschiff-Duo „Mapfre“ und „Estrella Damm“.

Ungewöhnlicher Steuerstand auf "Mirabaud". Die Räder sind weit hinten und relativ ungeschützt angebracht. © Mirabaud

„Groupe Bel“ verliert etwas den Anschluss, seit die Crew den großen und den schweren Gennaker kurz nacheinander zerstört hat. Kito de Pavant und Sébastien Audigane erwägen offenbar einen Stopp in Neuseeland. Jede Pause nach dem Indischen Ozean würde allerdings laut Regelwerk 48 Stunden kosten.

ONSAILCTM

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
http://nouveda.com

5 Kommentare zu „“Neutrogena” verliert 100 Meilen. “Mirabaud” präsentiert Vollgas-Video“

  1. avatar Andreas Ju sagt:

    Auch, wenn auf diesem Video genmau genommen nichts passiert, ist es doch absolut beängstigend. ich habe dazu einfach einmal die Lautsprecher richtig aufgedreht um ein für alle Mal zu wissen, dass ich sowas ganz bestimmt nie machen will.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. avatar Peter sagt:

    hehe ich finde es vor allem interessant mir vorzustellen bei diesen Bedingungen zu schlafen…

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

    • avatar Henk sagt:

      Spätestens jetzt habe ich keine Symphatien und Antipathien mehr für irgendwelche Teams.

      Ich habe nur noch allerhöchsten Respekt vor denen, die es sich und Ihrem Boot zutrauen, unbeschadet durch diese Stürme zu segeln.

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

    • avatar Marius sagt:

      Im Vierbettzimmer auf HNO-Station entpuppt sich das Video als ideale Einschlafhilfe

      Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *