Nord Stream Race: Olympiasieger-Vater rammt Schweden den Bugspriet in das Heck

Geknickt

Beim Nord Stream Race der fünf qualifizierten Liga-Sieger ist es zu einer folgenschweren Kollision gekommen. Zwei von fünf ClubSwan 50 Yachten können das Rennen nach St. Petersburg nicht fortsetzen.

Beim Nord Stream Race ist es vor Stockholm in der Vorstartphase zur dritten Offshore-Etappe zu einer schweren Kollision der 50 Fußer gekommen. Die dänische ClubSwan 50 ist mit dem Bugspriet im Heck des schwedischen Teams stecken geblieben. Die starken Schäden an beiden Schiffen führen zum vorzeitigen Ausscheiden des dänischen und schwedischen Bootes. Nur die Teams aus Finnland, Russland und Deutschland sind zur dritten Etappe von Stockholm nach Helsinki gestartet.

Geknickter Bugspriet auf der dänischen ClubSwan 50. © Nord Stream Race / Marina Semenova

Peter Warrer, der erfahrene Skipper des dänischen Teams vom Aarhus Sejlklub und Vater des 49er-Olympiasiegers von 2008 Jonas, übernahm die volle Verantwortung für die Kollision: „In der Pre-Start-Sequenz haben wir um die beste Position gekämpft. Wir wollten hinter dem Heck des schwedischen Bootes durch. Offensichtlich habe ich die Distanz falsch eingeschätzt und wir sind in das schwedische Boot gekracht. Das ist sehr bedauerlich, weil wir in Führung lagen und gute Siegchancen hatten.“

Geknickt. © Nord Stream Race / Marina Semenova

Die Schuld lag klar bei den Dänen. Das Video zeigt, wie Warrer hinter dem Heck der Schweden abfallen will, um eine späte Lee-Überlappung herzustellen. Möglicherweise hatte er vergessen, dass die 50 Fußer noch einen Bugspriet haben.

Der schwedischen Skipper Christian Harding nahm den Vorfall, der auch sein Team aus dem Rennen nahm, mit Gelassenheit. Er spendierte beiden ausgeschiedenen Teams einen Pizza-Abend und lud Peter Warrer zu sich nach Hause ein. Die beiden Boote werden nun für die Reparatur nach Tallinn überführt.

© Nord Stream Race / Marina Semenova

Harding, der für den schwedischen Liga-Sieger Kungliga Svenska Segelsällskapet startet, sagt zu der Kollision: „Ich freue mich, dass sich weder auf unserem noch auf dem dänischen Boot jemand verletzt hat und es allen gut geht. Das Team ist traurig, dass wir beim Nord Stream Race nicht weiterfahren können, insbesondere nachdem wir die vorherige Offshore-Etappe gewonnen hatten. Wir bleiben aber Freunde und werden uns den anderen Teams in Helsinki zum Gala-Dinner anschließen.“

Dänemark verschuldet eine Kollision mit Schweden in der Vorstartphase.© Nord Stream Race / Marina Semenova

Eine Jury in Helsinki wird entscheiden, ob die Schweden für ihr fremdverschuldetes Ausscheiden aus dem Nord Stream Race 2021 Durchschnittspunkte als Wiedergutmachung für die verbleibenden Rennen, Inshore und Offshore, bekommen. Damit hätten sie noch Chancen auf einen Podiumsplatz.

Der Schaden im Heckbereich der Schweden. © Nord Stream Race / Marina Semenova

Zuvor war die zweite Etappe von Kopenhagen nach Stockholm nach 56 Stunden Renndauer in Stockholm zu Ende gegangen. Das schwedische Team ging nahe seinem Heimathafen als erstes über die Ziellinie, vor den Dänen vom Aarhus Sejlklub und dem deutschen Team vom Verein Seglerhaus am Wannsee, die damit ihr bisher bestes Ergebnis zeigten. Skipper Christian Soyka wurde damit betraut, ein blutjunges VSaW Team aus Offshore-Novizen über die Ostsee zu führen.

© Nord Stream Race / Marina Semenova

Auf den zwei ausstehenden Offshore-Etappen und in den Inshore Races in Helsinki wird es jetzt nur noch ein Dreikampf zwischen Team Russland, Team Finnland und Team Deutschland geben.

Event Website Nord Stream Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

6 Kommentare zu „Nord Stream Race: Olympiasieger-Vater rammt Schweden den Bugspriet in das Heck“

  1. avatar Jan schmidt sagt:

    Ich denke mal die Schweden hoffen auf den redress given. Das kleine Loch kann ja nicht die Ursache sein, nicht am Rennen teilzunehmen. Hat ja bei den tp52 auch gut funktioniert.

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  2. avatar Seilor sagt:

    Ist Olympiasieger-Vater so etwas wie die Zahnarzt-Frau in der Werbung? Oder was hat das miteinander zu tun?

  3. avatar Stephan sagt:

    Verstehe den Hype nicht, der um diese Regatta gemacht wird. Da handelt es sich doch nur um 5 Dickschiffe, die 5 Etappen segeln. Und nun fallen 40 Prozent aus. Da wird es noch langweiliger.

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  4. avatar lasse sagt:

    Hab die am 6.9. im großen Belt direkt vor dem Hafen von Spodsbjerg starten sehen. Frage mich seitdem wie das zu deren Route passt.

  5. avatar d sagt:

    Pay Peanuts get Monkeys

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