Ocean Race Europe: Lorient ist Starthafen Ende Mai – Vendée Globe IMOCAs im Crewmodus

Spielplatz Mittelmeer

Nach dem Erfolg der Vendée Globe versuchen die Organisatoren von The Ocean Race (TOR) auf der Welle mitzureiten. Aber die Corona-Krise macht es schwer. Das Rennen wurde um ein Jahr verschoben, und die Europa-Version hatte für Ende Mai noch keinen Starthafen. Das hat sich nun geändert.

Lorient in der Bretagne wird Gastgeber für den Start von The Ocean Race Europe, ein Rennen, das potenziellen Ocean Race Teams ein Jahr vor dem Start um die Welt eine Plattform bieten soll. Das Programm war ursprünglich auf fünf Etappenhäfen ausgerichtet, die Corona-Beschränkungen hatten aber zuletzt große Zweifel laut werden lassen, ob überhaupt gestartet werden kann. Nun werden nur noch vier Etappenhäfen im Mittelmeer gesucht.

Immer mehr potenzielle Zwischenstopp-Kandidaten winkten ab und lange Zeit konnten nicht einmal der Start oder Zielhafen benannt werden. Die Zeit drängte. Schließlich soll das Rennen schon Ende Mai beginnen und in der dritten Juniwoche enden.

Aber nun steht wohl fest, dass die Regatta tatsächlich über die Bühne geht. In der vergangenen Woche wurde das Ziel in Genua verkündet, seit heute steht Lorient als Startpunkt fest.

Keine schlechte Wahl, wenn es darum geht, die von den Franzosen bisher eher ungeliebte Veranstaltung näher in der lokalen Hochseeszene zu verankern. Zwar gelang Frank Cammas mit dem französischen Groupama-Team 2011/12 ein überlegener Sieg beim Volvo Ocean Race und Teammitglied Charles Caudrelier führte danach ein ebenfalls einheimisches Team erst zu Rang drei (2014/15) und schließlich zum Sieg (2017/18). Aber die großen Sponsoren der französischen Offshore-Szene hielten sich zurück. Caudrelier musste die Chinesen von LKW-Hersteller Dongfeng als Sponsor ins Boot holen.

Vendée-Globe-Rennställe zeigen Interesse

Nun, da das Ocean Race mit der bestehenden Onedesign VO65-Flotte ausgetragen wird aber offiziell auch mit der 60-Fuß IMOCA-Klasse, könnte die Nähe zur Vendée Globe Szene fruchten. Zumindest haben schon einige der VG-Rennställe ihr Interesse bekundet, das Mittelmeer zum Spielplatz zu machen und an dem Crew-Event teilnehmen zu wollen. Dabei hat es auch geholfen die vorgeschriebene Crewstärke von fünf auf vier zu verringern.

Neben Thomas Ruyant (Linkedout) der bei der Vendée Globe nur 22 Minuten hinter Boris Herrmann auf Rang sechs platziert war, hatte sich zuletzt auch Nicolas Troussel ins Spiel gebracht, Skipper des früh entmasteten Neubaus Corum. Er will auf jeden Fall das Europa Race mitsegeln. Und auch der VG-Drittplatzierte Louis Burton, der mit L’Occitaine einen der schnellsten IMOCAs erworben hat, will nun im Crewmodus starten.

Das neue Schiff von Louis Burton, mit dem er schon beim Ocean Race Europe mitmachen will. © Pierre BOURAS / L’Occitane en Provence

Eine offizielle Starterliste steht noch nicht fest. Dabei gelten zwei deutsche Teams als potenzielle Teilnehmer. Bei Boris Herrmann hängt das allerdings vom potenziellen Käufer seines Bootes ab. Möglicherweise eignet sich die Regatta für eine Übergabe.

Das Offshore Team Germany verfügt über Boot und Crew, wartet aber wohl auch noch darauf, welche Etappenhäfen schließlich benannt werden und ob die Regatta nicht doch noch den Corona-Einschränkungen zum Opfer fällt. Heute etwa wurde in Frankreich die Olympiaklassen-Regatta in Hyéres abgesagt.

Die Einigung mit Lorient zumindest ist ein gutes Zeichen. Der Hafen war ein wichtiger Teil der Geschichte von The Ocean Race, als Zwischenstopp in den Jahren 2011-12 und 2014-15. Und in seinem Umfeld befindet sich ein Großteil der als Teilnehmer in Frage kommenden IMOCA-Flotte. Die VO65 sollen am Anfang Mai per Prolog aus der Ostsee nach Lorient gelangen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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