Ocean Race Europe: Rückstand nach Hai-Kollision – Aber Stanjek schiebt sich wieder vor

Comeback in der Nacht

Das Offshore Team Germany segelte schon abgeschlagen 10 Meilen hinter dem Vorletzten. Es vermeldete “technische Probleme”. Nun ist “Einstein” im Begriff, sich Rang zwei zu holen.

Während die VO65 wie erwartet auf der langen Leichtwind-Kreuz nach Alicante ihre längere Wasserlinie im Vergleich zu den IMOCA geltend machen und Mirpuri an der Spitze das Duell gegen AkzoNobel um knapp eine halbe Stunde gewonnen hat, ist für die deutsche “Einstein” noch nichts entschieden. In der Nacht ist der Truppe um Skipper Robert Stanjek ein erstaunliches Comeback gelungen und es sieht so aus, als könnte sie Platz zwei sichern.

Dabei war das Quartett mit Stanjek, Kasüske, Lush und Dutreux schon abgeschlagen. Phillip Kasüske erklärt im Video, es habe eine Kollision mit einem Hai gegeben. Dabei sei das Schwert so stark im Kasten angeschlagen, dass die Achterkante beschädigt wurde.

Das war aber nicht der Grund für den plötzlichen Verlust der Führungsposition. Im Tracker ist zu sehen, wie “Einstein” plötzlich auf Gegenkurs geht. Aus Teamkreisen ist zu hören, dass es ein Problem mit der Elektronik gab. Nach Gibraltar ist der Autopilot ausgefallen und es können keine Winddaten mehr geladen werden. Dabei ist das deutsche Boot in ein Flautenloch geraten und verlor gut 30 Meilen auf die nun deutlich führende LinkedOut. Die Crew hat sich intensiv bemüht, den Schaden zu reparieren, es ist aber nicht gelungen. Seitdem wird per Hand gesteuert.

Umso erstaunlicher ist das Comeback in der Nacht. Das Offshore Team Germany fand unter der spanischen Küste eine hübsche Linksdrehung des Windes, zog an 11th Hour und Bureau Vallée vorbei und passiert nun auch vor Corum.

OTG hatte eine gute Ausgangslage und lag nach der Gibraltar-Passage vorne…

…aber nach dem Elektronikproblem geriet “Einstein” in eine Flaute und verlor gut 30 Meilen auf LinkedOut vorne…

…Bei der Ansteuerung der spanischen Küste sah es immer noch nicht gut aus…

…Ein kurzer Schlag gen Norden war schließlich hilfreich…

…Danac steuerte das deutsche Boot mit Wind von Backbord und einer Linksdrehung deutlich höher als die drei Konkurrenten voraus…

…Corum passierte nur noch knapp voraus und kreuzte nach links…

…Das schien für die Franzosen ein absoluter Sieger-Schlag werden zu können…

…aber schließlich blieben sie unter Land in der Flaute hängen. OTG segelt nun auf Rang zwei.

Bei den VO65 sind nun schon die ersten fünf Boote im Ziel angekommen. Großer Gewinner im Dreikampf um Platz drei ist Bouwe Bekking mit seinen Polen. Ein langer Schlag gen Osten ließ ihn kurz vor dem Ziel die Mexikaner und Childhood überholen. Dahinter haben Team Austria und die Litauer mit Ambersail noch gut 16 Meilen zu segeln.

Onboard Kommunikation bei Mirpuri und den Österreichern: Die Strategie in der Straße von Gibraltar:

Ausführliche Zusammenfassung der ersten Phase der Etappe:

Der Zweikampf zwischen Childhood und Mexiko kurz vor dem Ziel (Livestream):

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig − 18 =