Ocean Race Europe: Unglaubliches Finale – Stanjek hat die führenden IMOCAs eingeholt

Plötzlich in Führung

Offshore Team Germany steuert auf ein Segel-Wunder zu. Die deutsche Yacht hat die Foiler überholt und kämpft gleichauf um den Sieg. Es gibt aber noch ein großes Hindernis. Nur noch 60 Meilen.

In der dritten Nacht des Ocean Race Europe hat sich Unglaubliches auf dem Wasser abgespielt. Was auf der ersten von drei Etappen von Lorient nach Cascais bisher wie ein eher langweiliges Speedrennen aussah hat sich nun zu einem Herzschlagfinale entwickelt.

OTG gibt von hinten kommend Gas, während die führenden vier IMOCAs gebremst werden…

…Laut Tracker scheint das Windfeld stabil zu sein, aber das trifft für die Führenden nicht zu. Sie müssen spitzere Winkel steuern. OTG kann weiterhin maximal tief steuern…

…Der 100 Meilen Rückstand ist aufgeholt. Die beiden Spitzenboote verholen sich mit Halsen gen Süden…

…OTG hat die Führung übernommen. Nun liegt aber die Sperrzone im Weg

Die harten Raumschotsbedingungen, von denen besonders die IMOCA-Foiler der neuesten Generation auf über 30 Knoten beschleunigt wurden – mit bis zu acht Knoten mehr Speed als die deutsche “Einstein” laut Skipper Robert Stanjek – verflüchtigten sich an der Spitze. In der Übergangszone zum neuen Winfeld blieb der Wind aus und plötzlich raste das OTG-Team von hinten heran.

Es segelte mit mehr Wind bis zu zwölf Knoten schneller, steuerte zudem einen direkteren Kurs und hatte den Rückstand, der am Dienstag um 11 Uhr noch knapp 100 Meilen betrug in 12 Stunden auf 10 Meilen gedrückt.

Während die Spitzenboote LinkedOut und 11th Hour zweimal halsten, konnte “Einstein” den direkten Kurs steuern. Vor dem Einbruch der Nacht lagen alle fünf IMOCAs auf einer Linie. Dabei nehmen der Plattbug-Foiler Bureau Vallée sowie Corum L’Esparge eine deutlich nördlichere Position ein.

Es wird nun extrem spannend, wie sich die Windsituation am Sperrgebiet vor Cascais entwickelt. Es liegt mitten im Weg und lässt nur eine nördliche oder südliche Umfahrung zu. Die beiden im Norden segelnden IMOCAs profitieren aktuell von stärkerem Wind. Aber sie werden mehrfach halsen und einen längeren Weg segeln müssen.

11th Hour dagegen, die modifizierte Hugo Boss, hat sich nun für den Split gen Norden entschieden. LinkedOut dagegen ist schon zweimal gehalst, um das Verkehrstrennungsgebiet südlich zu passieren. Diese Option hat nun auch OTG gewählt und ist dabei wieder hinter das blaue Boot zurückgefallen.

Auch die VO65 Flotte segelt im Süden am Hindernis vorbei. Die sieben Onedesigns sind bis auf fünf Meilen aneinander herangerückt. Mirpuri hat seine klare Führung an die Polen um Bouwe Bekking verloren. Besonders die Österreicher konnten stark aufholen. Das Finale entwickelt sich extrem spannend!

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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