Ocean Race: Niederländer kündigen Teilnahme an – 18 Teams registriert, zwei deutsche

"Riskante Zeit zum Schmieden von Plänen"

Die Holländer haben angekündigt, im Oktober 2021 ein Team zum Start beim Ocean Race schicken zu wollen. Bei W Ocean Racing zieht der Australier Chris Nicholson (50) die Fäden. Er will zum 7. Mal dabei sein.

Mit dem Ocean Race um die Welt. 2021 geht es wieder los. © VOR

Die neue niederländische Kampagne zur Teilnahme beim nächsten Ocean Race um die Welt firmiert unter dem Namen W Ocean Racing, ein Unternehmen das von den beiden Geschäftsführern Nathalie Queré und Chris Nicholson gesteuert wird.

Sie haben auf der holländischen Internet-Segelplattform Zeilhelden die Teilnahme ihres Teams angekündigt. Dabei steht insbesondere der Name Nicholson für Qualität. Der dreifache 49er-Weltmeister aus Australien hat zwar als Skipper von Team Vestas Wind traurige Berühmtheit erlangt, als das Schiff im November 2014 bei Mauritius auf ein Riff lief. Aber dieses Unglück hat seinen Ruf kaum beschädigt.

2017-18 stieß er bei seinem sechsten Volvo Ocean Race spät zum niederländischen AkzoNobel-Team, das mit internen Streitigkeiten zu kämpfen hatte, und wurde zum bestimmenden Mann an Bord. Nach sechs Podium-Platzierungen und einem Sieg in elf Etappen blieb am Ende Rang vier. Der Kontakt zum Sponsor ist auch danach noch eng.

Unsichere Zeit

So gebe es nach wie vor eine Management-Vereinbarung mit AkzoNobel, sagt Marketing-Direktorin Nathalie Queré. Die beinhalte eine Nutzung der VO65-Yacht für das nächste Rennen unabhängig von der Beteiligung der Firma AkzoNobel, mit der aber nach wie vor Firmensegelprogramme für deren Kunden absolviert werden. Ein potenzielles Sponsoring für das nächste Rennen sei von AkzoNobel bisher nicht geplant.

Dennoch habe man sich nun für den Start 2021 registrieren lassen, “obwohl es eine unsichere und riskante Zeit ist, Pläne zu schmieden”. Es bestehe die Option, neben der 65-Fuß-Onedesign-Klasse auch die IMOCA 60 zu beschicken.

Den Startpunkt der Regatta im Oktober 2021 sieht Queré wegen der Corona-Krise nicht gefährdet, aber die Zeit für Verhandlungen an der Sponsoren-Front sei knapp geworden. Unabhängig davon sei man aber schon jetzt in der Lage, den Partnern und potenziellen Sponsoren mit dem VO65-Programm einen Wert liefern zu können.

Bekking will neunte Teilnahme

Der Name Nicholson steht für Qualität und gibt den Bemühungen der Ocean-Race-Organisatoren einen Push. Außerdem ist ein Team, das unter der niederländischen Flagge segelt, ein wichtiger Impuls für die Wertigkeit des Rennens, da es erneut einen Etappen-Stopp in Scheveningen geben wird. Es ist die vorletzte von zehn Zielankünften. Zwar hockt auch noch Salzbuckel Bouwe Bekking in den Startlöchern und versucht mit der Childhood-Organisation seine neunte Teilnahme zu realisieren, aber er würde wohl unter schwedischer Flagge antreten. 

Dabei mag die Registrierung für das Rennen aber noch nicht viel heißen. Denn damit geht bisher nur die Zahlung einer Gebühr von 5000 Euro einher. Diese ist laut Ocean Race Organisatoren bisher von 18 Organisationen gleistet worden.

In der Eihheitsklasse VO65 können maximal acht Yachten starten, da bisher nicht mehr gebaut wurden und bisher auch kein Neubau in Sicht ist. Genauso viele Teams stehen auf der Liste. Darunter je eine Initiative aus Mexiko und Litauen.

W Ocean Racing (NED)
NZ Ocean Racing 22 (NZL)
Ocean Racing GMBH (AUT)
Sailing Poland (POL)
Swedish Team (SWE)
Team Baltic (LIT)
Mirpuri Foundation Racing Team (POR)
Team Mexico (MEX)

Für die IMOCA-Klasse sind bisher zehn Initiativen registriert, darunter die beiden deutschen vom Offshore Team Germany und von Boris Herrmann. In dieser Klasse ist es allerdings ungleich schwieriger, sportlich erfolgreich zu sein. Die Experten gehen davon aus, dass für das Ocean Race ein IMOCA-Neubau notwendig ist, wenn man vorne mitspielen möchte. Die Route beinhaltet durch den Abstecher nach Shenzhen in China höhere Kreuz- und Vorwind-Anteile als die Vendée Globe und damit andere Anforderungen an das Design. Außerdem muss eine fünfköpfige Crew beherbergt werden, wo sonst nur Platz für einen Segler ist

Registered Teams in der IMOCA-Klasse:

Offshore Team Germany (GER)
11th Hour Racing Team (USA)
Spanish Team (ESP)
TR Racing (FRA)
Paul Meilhat (FRA)
Team Malizia Ocean Challenge (GER)
French Campaign (FRA)
Tigress Racing (GBR)
China Sports (CHN)
Asian Team

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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