Ocean Race: Mirpuri will zwei Boote starten lassen – Wer hinter der Stiftung steckt

Die Welt zu einem besseren Ort machen

Mindestens ein Team will die Mirpuri Foundation beim The Ocean Race 2021 erneut ins Rennen schicken. Aber wer und was steckt eigentlich hinter der portugiesischen Stiftung, die vor einiger Zeit plötzlich auf der Bildfläche erschien?

Die Mirpuri Foundation, die beim vergangenen Rennen bereits hinter dem Team „Turn the Tide on Plastic“ stand, will beim Ocean Race 2021 ein Team in der VO65 Einheitsklasse um die Welt segeln lassen und möglicherweise auch mit einem IMOCA an den Start gehen. Das verkündete Paulo Mirpuri, Vorsitzender der Mirpuri-Stiftung, Ende März auf der Pressekonferenz des Volvo-Ocean-Race-Nachfolgers in Alicante.

Dee Caffari mit Paulo Mirpuri © Mirpuri Foundation

„Unser Team wird sehr wettbewerbsfähig sein und hart für unsere Zwecke und den Pokal kämpfen“, erklärte Mirpuri anschließend in einer schriftlichen Erklärung der Stiftung. „Es wird ein ganz besonderes Team von Seglern sein, die ein echtes Interesse an der Umwelt, der Nachhaltigkeit und den Werten der Mirpuri-Stiftung haben.“

Turn The Tide auf dem Weg nach Osten © James Blake/Volvo Ocean Race

Aber worin bestehen diese Werte überhaupt? Und was steckt sonst noch hinter der offenbar recht finanzkräftigen Mirpouri Foundation, die schon beim vergangenen Volvo Ocean Race das Turn-The-Tide-on-Plastic-Team mit Skipperin Dee Caffari und einem gemischten Frauen und Jugend-Team ins Rennen geschickt hatte.

Wohlhabende Unternehmer-Familie

Paulo Mirpuri stammt aus einer in Portugal bekannten Unternehmer-Familie mit indischen Wurzeln. Er verfügt über beträchtliche Vermögenswerte, die er hauptsächlich durch Investitionen in der Luftfahrtindustrie erwirtschaftete.

Die Mirpuris ließen sich 1975 in Lissabon nieder und gründeten dort gut zehn Jahre später die Fluggesellschaft Air Luxor sowie 2005 die auf Flugzeugleasing spezialisierte Fluggesellschaft Hi Fly. Anfang 2018 machte diese auch in den deutschen Medien von sich reden. Der Grund: Hi Fly kaufte damals den ersten gebrauchten A380 für seine sogenannten Wet-Lease-Geschäfte, die Vermietung von Flugzeugen samt Crew.

Als Kopf des Familienimperiums leitet Paulo Mirpuri heute nicht nur Hi Fly, sondern auch die gemeinnützige Mirpuri Foundation und das Unternehmen Mirpuri Investments, das an zahlreichen großen Firmen aus verschiedensten Marktsegmenten beteiligt ist. Zudem hat er leitende Positionen bei Safeport, MESA und LSKY inne.

Abseits der Geschäftswelt scheint Paulo Mirpuri ein Mann mit vielfältigen Interessen zu sein. Er studierte Medizin, erwarb in den 1980er Jahren seine Pilotenlizenz und präsentiert sich als begeisterter Golfer, Tennisspieler, Reiter – und Segler.

Stiftung für eine bessere Welt

Die Mirpuri-Stiftung gründete der Portugiese schließlich 2016 in Gedenken an seine Eltern – nach eigenen Angaben mit dem Ziel, die Welt zu einem besseren Ort für zukünftige Generationen zu machen und einen positiven Beitrag zu den Problemen zu leisten, die den Planeten bedrohen. Mit den Themen darstellende Kunst, soziale Verantwortung, Meeresschutz, Wildtierschutz, Medizin- und Luftfahrtforschung hat die Stiftung sechs Hauptaktionsbereiche.

Der Kampf gegen den Plastikmüll ist dabei eines von Mirpuris größten Anliegen. Unabhängig von seiner Stiftungsarbeit will der Unternehmer bis Ende 2019 sogar alle Einwegprodukte an Bord der Hi Fly-Maschinen verbannen, der Anfang wurde Ende Dezember bereits mit dem ersten plastikfreien Flug von Lissabon nach Brasilien gemacht. Die Mirpouri Foundation unterstützt zudem Kampagnen für den Erhalt der Ozeane und seiner Lebewesen.

„Wir glauben“, so Mirpuri, „dass wir, wenn wir als Spezies langfristig überleben wollen, das Gleichgewicht zwischen Fortschritt und Nachhaltigkeit erheblich verbessern müssen.“ Und was könnte sich aus Sicht eines Seglers und Unternehmers besser eignen, um diese Nachhaltigkeitsbotschaft, rund um den Globus zu tragen, als eine der bedeutendsten Hochseeregatten der Welt?

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