Barcelona World Race: Führungsduo im Ghost Modus, Baumbruch nahe Kap Horn

Mast-Check auf "Estrella Damm". Die Spanier rüsten sich zum Angriff auf Platz drei. © FNOB

Das Barcelona World Race zeigt zurzeit die beiden spannendsten Fassetten, die dieses Rennen ausmachen. Auf der einen Seite beharkt sich die Konkurrenz mit allen erdenklichen taktischen Finessen. Andererseits kämpfen die Teams gegen die brutale Gewalt der Natur.

An der Spitze ist „Virbac“ in den Stealth Modus gegangen und versteckt sich für 48 Stunden vor der Konkurrenz. „Mapfre“ ist kurze Zeit später gefolgt. Beide Teams wollen die komplizierte Ansteuerung der Kanarischen Inseln verschleiern. Das ungewöhnlich stark ausgedehnte Azoren-Hoch versperrt den üblichen Weg im Westen.

Trotz Doldrums genoss "Estrella Damm" in den vergangenen Tagen guten Wind mit hoher Dünung. © FNOB

Die Teams müssen sich durch leichte Winde arbeiten. „Mapfre“ hat gute Chancen für einen finalen Angriff auf die Franzosen, indem sie eine etwas andere Route wählen. Aber dafür müssen sie uns erst einmal sehen, denken sich Loick Peyron und Jean Pierre Dick. Das Verstecken macht für sie Sinn.

Dahinter ist der Kampf um Platz drei noch in vollem Gange. Während Ryan Breymaier auf „Neutrogena“ seinen Hohzeitstag feiert und über die 32 Grad in der Kajüte stöhnt, wundert er sich auch im Video-Interview darüber, wie gut sie mithalten können.

Aber vielleicht schwächeln die Jungs auf dem Biertanker ja doch noch und lassen Boris durchschlüpfen. Die Hände von Pepe Ribes sehen jedenfalls nicht gut aus. © FNOB

Der Rückstand zu “Renault” beträgt rund 160 Meilen. Zu “Estrella Damm” sind es run 50 Meilen. In den stärkeren Passatwinden fürchtet der Partner von Boris Herrmann allerdings die vollen Auswirkungen ihrer kaputten Kiel-Mechanik. „Wir können den Kiel nicht maximal nach Luv neigen. Das kostet Speed. Aber wir haben das akzeptiert…Über den dritten Platz machen wir uns keine Gedanken. Das ist mit dem Kiel schwer möglich.“

Am Ende des Feldes kämpft „We Are Water“ bei der Ansteuerung von Kap Horn umdas Überleben. Den Spaniern ist in einem 50-Knoten-Sturm der Baum gebrochen. Eine haushohe Welle zertrümmerte die Querstange, obwohl die Crew gar kein Großsegel gesetzt hatte. Es ist noch nicht klar, wie sie damit umgehen werden.

Loick Peyron und Jean Pierre Dick sind erst einmal weg. Und jetzt kommst du... mag diese Botschaft an ihre spanischen Widersacher auf "Mapfre" bedeuten. © FNOB

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Carsten Kemmling

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