Mini 6.50: Riechers im Zweikampf mit dem Plattbug-Mini von David Raison

Darf schnell so hässlich sein?

Der Plattbug-Mini hebt sich mit dem Bug aus dem Wasser und kommt schnell in die Gleitphase. © James Robinson Taylor/Gran Premio d'Italia

Es mag einen schütteln, wenn man den Plattbug Mini von David Raison sieht. Sehen so die schnellen Yachten der Zukunft aus? Es kann befürchtet werden. Denn die revolutionäre Konstruktion zeigt zurzeit großes Leistungspotenzial.

Eben noch hat Jörg Riechers den hässlichen Mini 6.50 für SR eingeordnet, nun steht er ihm im Zweikampf gegenüber. Bei der mit zehn Prototypen eher schwach besetzten Zweihand-Regatta Gran Premio d’Italia über 500 Meilen hat sich Riechers mit dem Italiener Andrea Caracci auf dessen „Marina de Loano“ zusammen getan und liegt auf dem zweiten Platz.

Beim Start in Italien zeigt das revolutionäre Design großes Potenzial. © Oceanitalia 2010/Gran Premio d'Italia

Wenige Meilen voraus zeigt der Franzose David Raison, dass nicht nur gutes Aussehen zählt. Der platte Bug scheint zu funktionieren. Seit er von der in Genua ansässigen Firma Teamwork unterstützt wird, konnte er offensichtlich mehr aus seinem Schiff herauskitzeln.

Im Training mit dem zweiten Teamwork Mini von einem der besten Mini-Segler David Etienne scheint er die Leistungsfähigkeit seines revolutionären Design-Ansatzes beweisen zu können. Etienne soll seit 2010 ein Budget von rund 300.000 Dollar für das diesjährige Mini Transat zur Verfügung haben.

Jörg Riechers bringt seinen italienischen Partner Andrea Caracci und dessen Boot in Schwung. Kurz nach dem Start liegt er noch vor dem Plattbug. © James Robinson Taylor/Gran Premio d'Italia

Race Tracker
Eventseite

Auf dem Tracker hat Raison (7) Riechers (8) knapp überholt. Der Zweikampf ist im Gange

Seit Raison von Teamworks unterstützt wird und mit Teampartner David Etienne trainiert, ist sein Plattbug schneller geworden. © Siebenthal/Teamworks

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Mini 6.50: Riechers im Zweikampf mit dem Plattbug-Mini von David Raison“

  1. avatar stefan sagt:

    “revolutionäre Konstruktion”?

    …hmm, gibt es solche Konstruktionen nicht schon seit 100 Jahren? Zumindest gibt es Scows seit Anfang des 20. Jahrhunderts. “Revolutionär”, das sich mal einer traut damit auf dem Meer zu segeln 😉

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    • avatar Carsten sagt:

      …genau, für die mini- und einhandszene ist es “revolutionär”

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      • avatar stefan sagt:

        …muss sich ja auch noch zeigen, wie sowas in einer kurzen Biskaya-Welle funktioniert.. Nicht umsonst werden die Scows fast ausschliessliche auf Binnenseen gesegelt. In der Ligurischen See scheint das Teil aber ganz schön flott zu sein.

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  2. avatar SöSö sagt:

    Neben den Rumpfentwicklungen scheint sich auch über Deck einiges zu tun. Was ist denn mit den Salingen passiert? Nur noch ein Paar ganz oben? Oder gar keine mehr? Dies wäre ein interessantes Thema. Gibt es in der Leserschaft jemanden, der Licht ins dunkel bringen kann?

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    • avatar stefan sagt:

      …durch die gekreuzten Unterwanten, ist das auch nicht so neu. Dadurch haben die Neuseeländer im AC.2003 auch ein Salingpaar eingespart.

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    • avatar Olli sagt:

      Hier gibt es genau wie bei den 60s eine friedliche Coexistenz von verschiedenen Riggkonzepten. Da die Minis die breitesten aller Einrümpfer sind, brauchen sie schon mal keine Deckssalinge, um ein Flügelrigg zu tragen. Somit kann man zwei Riggkonzepte grob unterscheiden.
      Einerseits klassische Riggs mit Salingen (meist fractional mit zwei Salingen) als leichtes Rigg, auf daß man auch mal leicht aufentern kann, andererseits das Flügelrigg (mit oder ohne zusätzliche Saling) als aerodynamisch günstige Alternative, daß man drehen kann und damit de facto die Segelfläche vergrößert und daß man auch ein wenig luvwärts oder in Längsrichtung neigen kann, um das Angleiten zu beschleunigen).

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