Mini Transat 6.50: Riechers “mare.de” bei Kapverden zurückgefallen

Plattbug zeigt sein Heck

Der Plattbug-Mini von David Raison scheint beim Mini-Transat unschlagbar zu sein. © P. Garenne/GPO

Jörg Riechers hat bei der nächtlichen Passage der Kapverden Inseln Federn gelassen. Die östliche Position seiner “mare.de” zahlte sich bisher nicht aus.

Der Rückstand zum Spitzenboot ist auf 33 Meilen angewachsen und der Querabstand zum westlichsten Boot auf fast 100 Meilen.

Der Hamburger pokert hoch. In den nächsten Stunden wird sich zeigen, ob der Extremschlag weg vom Feld aufgeht und er sich vom achten Platz wieder nach vorne verholen kann. Der schnellste Mann im Feld, David Raison zeigt mit seinem Plattbug bei seinen Spezialbedingungen der Konkurrenz das Heck. Er ist klar der schnellste Mann im Feld und scheint immerhin Riechers Strategie nachvollziehen zu können. Als zurzeit zweiter kontrolliert er lieber den Deutschen als den Rest des Feldes und segelt ebenfalls weiter im Osten.

Riechers (blau) und Raison davor bevorzugen eine östliche Passage der Kapverden. Ob das funktioniert?

In Führung liegt Bertrand Delesne, der nach der ersten Etappe einen Rückstand von rund zwölf Stunden auf Riechers mitschleppt. Der Mitfavorit war als 21. Boot ins Ziel gegangen. Aber Riechers Polster zu dem aktuell dritten Thomas Normand mit etwa 30 Meilen ist schon aufgebraucht.

In den nächsten Tagen fällt wohl eine Vorentscheidung beim Mini Transat. Dann geht es darum, wer die innertropische Konvergenzzone mit ihren beständigen Flautenlöchern am schnellsten passiert.

Björn Freels (rot) hängt in der Serien-Klasse am Tampen, hat aber noch Chancen zum Aufholen.

Da hat dann auch noch der zweite Deutsche Björn Freels noch eine Chance, sich im Feld der Serien Minis weiter nach vorne zu schieben. Zurzeit liegt er mit einem Rückstand von 126 Meilen auf Platz 37.

Hart ist es auch für den Franzosen Renaud Chavarria, der seit seinem Mastbruch verzweifelt versucht, mit einem Notrigg zurück zu den Kanarischen Inseln zu kreuzen. Spaß dürfte das nicht machen.

Der Franzose Chavarria versucht verzweifelt mit seinem Notrigg zu den Kanaren zurückzukeuzen.

Tracker

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Mini Transat 6.50: Riechers “mare.de” bei Kapverden zurückgefallen“

  1. avatar Kurt sagt:

    wie hässlich der plattbug ist. eine schande für die segelszene

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  2. avatar Matze sagt:

    Der Plattbug ist schön! Mir gefällts.

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  3. avatar T.K. sagt:

    Les is more! Beim Plattbug haben sie einfach das unnütze Vorderteil weggelassen= gewichtsersparniss

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  4. avatar J.B. sagt:

    So etwas gehört verboten

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  5. avatar Ketzer sagt:

    Ist doch gut, wenn der Plattbug sein Heck zeigt, von vorne will das Ding ja keiner sehen. Ist evtl. Strategie…

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

  6. avatar Stefan Zeyse sagt:

    Wenn ich mir den Tracker so anschaue, sieht es für mich so aus, als ob Jörg Riechers sich darüber bewusst ist, dass er nicht das schnellste Boot hat und deswegen immer etwas anderes als die anderen macht. Was meint denn Der Taktiker dazu?

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    • avatar Carsten sagt:

      Hehe. Also Offshore Taktik ist nun nicht gerade mein Spezialgebiet 🙂
      Aber ich beobachte eher, dass Jörg zu den Schnellsten im Feld gehört. Er kann ungeheuren Druck machen, weil er das Schiff vielleicht am besten von allen puscht. Ist ein harter Knochen. Wenn das also stimmt, kann man vom Schreibtisch eher mutmaßen, dass taktische Extremschläge weniger notwendig sind. Dann würde ein konservatives Rennen zum Erfolg führen.
      Aber die segeln schließlich Meilen weit auseinander und entsprechend auch bei anderen Windbedingungen. Da mag eine strategische Risiko-Abwägung nicht immer der richtige Weg sein. Ich denke, der Junge macht seine Sache schon sehr gut. Ich bin ja schon mal mit ihm für eine Reportage eine Nacht auf seiner bockenden Kiste durch die Nacht gerast. Kaum vorstellbar, wie er da noch mit Wetterdaten aus dem Funk hantiert und völlig übermüdet wichtige taktische Entscheidungen trifft. Vor den Typen habe ich höchsten Respekt. Mal sehen wie es ausgeht. Sehr spannend!

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