Minitransat 6.50: Favoritencheck von Jörg Riechers, Betroffenheit über den Tod des Minikollegen

"Traurig und geschockt"

„Waren es  in der Vergangenheit gerade mal 3 bis 4 Boote, die während der Vorregatten herausstachen und sich für einen vorderen Platz empfahlen, so sieht es 2011 ganz anders aus. . Denn es sind gleich 8 Boote, die reelle Siegchancen  haben. Welche Boote ganz vorne mitmischen könnten, und wer für Überraschungen gut ist.

Die Topfavoriten:

Einsam auf See. Bald werden die Mini-Piloten wie hier Thomas-Normand wieder in der Wasserwüste unterwegs sein. © C. Breschi

Hier ist an erster Stelle Sebastian Rogues zu nennen, der dieses Jahr bei jeder Regatta mit hervorragenden Speed und guter Taktik geglänzt hat. Allerdings hatte er auch den einen oder anderen Ausfall zu beklagen. Wenn er nicht mit Materialschaden ausfällt oder Zeit verliert, wird er mit Sicherheit auf dem Podium landen.

Ein weiter Anwärter auf den Sieg ist nach den Vorbereitungsregatten Guillaume Le Brec. Er segelt das Siegerboot von 2009 und bestach diese Saison durch hervorragende Taktik. Er hat allerdings noch nie eine Transatlantikregatta gesegelt, das hat allerdings – wie meine Route du Rhum gezeigt hat – nichts zu bedeuten.

Eines der schnellsten Boote dieses Transat besitzt Thomas Normand, sein innovatives Manuard  Design hat in den letzten zwei Jahren oft super Speed gezeigt. Allerdings konnte Thomas bisher bei langen Regatten nicht so richtig glänzen. Er hat aber das Boot, die Erfahrung und die nötige Motivation für ein Topergebnis.

Nicht fehlen sollte hier auch die aktuelle Nummer 1 der Minirangliste Nicolas Boidevezi  mit seinem Etienne Bertrand Design. Unbemerkt von allen – auch von mir – hat er sich durch solide Platzierungen auf den Podium bei fast jeder Regatta zurecht auf dem ersten Platz der Rangliste festgesetzt. Einziger Schwachpunkt ist seine manchmal zu extreme Taktik, die dieses Jahr allerdings immer gut funktioniert hat.

Eines der interessantesten Boote dieses Jahres, die extreme „Magnum“ von David Raison, halte ich zwar für ein sehr schnelles, aber für das Transat zu extremes Boot. Es wird mit Sicherheit unter den Top 8 landen, doch eine Schwäche bei windigen Vormwindgängen bei Welle dürften eine Platzierung auf den Podium verhindern.

Beim GP Italy hatten wir ihm bei diesen Bedingungen innerhalb von 20 Stunden mehr als 10 Meilen abgenommen. Close Reaching ist dieses Boot allerdings nicht zu schlagen, sollte er die Doldrum mit weniger als 12 Stunden Rückstand auf den Führenden verlassen, darf sich dieser zu recht große Sorgen machen.

Was mich angeht, will ich es kurz machen: Zielvorgabe bleibt Platz 3 bis 6. Mein letztes Training war für uns alle sehr ermutigend. Das Rennen ist allerdings sehr lang. Der Speed des Bootes und die Erfahrungen der letzten drei Jahre und der Route du Rhum sollten helfen, dass alles gut zusammenpasst.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Minitransat 6.50: Favoritencheck von Jörg Riechers, Betroffenheit über den Tod des Minikollegen“

  1. avatar Manfred sagt:

    Prima, der Start hat ja schon mal geklappt für Jörg und momentan (09.25h) an zweiter Stelle notiert, ist doch ein guter Anfang. Smooth Sailing, J örg!

    1. MONTAGNE Lucas
    2. RIECHERS Jorg
    3. BOIDEVEZI Nicolas

    Like or Dislike: Daumen hoch 3 Daumen runter 0

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