Solidaire du Chocolat: Riechers und “mare” behaupten knappe Führung

"Ein toller Coup"


Video von “Geodis” mit  Fabrice Amedeo und Armel Tripon, die mit einem Rückstand von 30 sm auf Rang vier liegen

Jörg Riechers und sein französischer Partner Marc Lepesqueux halten mit ihrer “mare” die Führung beim Solidaire du Chocolat fest. Sie liegen allerdings nur sieben Meilen vor den Top-Favoriten Le Diraison/Hardy und konnten den Querabstand von gut 100 Meilen nicht verringern.

Auf der "Initiatives" begrüßt Alex Olivier den Frühling an Bord. © T.de Lamotte

Damit ist über das Wochenende die risikoreiche Nord-Option für Riechers zwar aufgegangen. Er konnte den Vorsprung aber noch nicht wie erhofft konsolidieren und sich vor dem Feld im Süden rutschen.

Am Freitag jubelte der “mare” Skipper: “Zugegeben, wir waren ziemlich nervös. Aber unsere Taktik ist aufgegangen. Wir haben den Wind bekommen, den wir uns erhofft haben. Ein toller Coup! Ich glaube auch, dass sich unsere Strategie noch länger auszahlen wird. Einziger Wermutstropfen: Unsere Iridiumanlage streikt. Aber auch das kriegen wir bestimmt in den Griff. Bis später”

"mare" hält die Führungsposition gegenüber der Südgruppe, konnte aber noch nicht davor rutschen.

Das unstete Wetter voraus dürfte dem deutsch-französischen Duo noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Aber die Azoren liegen querab. Der Auftakt des Atlantikrennens ist wahrlich gelungen.

Auch Anna Maria Renken ist zufrieden, auch wenn sie jetzt als neunte einen Abstand von 128 Meilen auf Riechers aufweist. Sie berichtet von Bord:

“Der auffrischende Wind von 11 auf 27 Knoten in wenigen Stunden verschafft uns endlich mehr Tempo. Wir jagen unter Sturmspinaker gen 250° und haben soeben die 18 Knoten SOG gebrochen, was für dieses Boot eine Mordsgechwindigkeit ist.

Schwierige Wetterbedingungen voraus. Anna Maria Renken (grün) versucht, den Anschluss zu halten.

Dennoch fällt es uns nicht leicht, an den anderen 40s dranzubleiben. Das Feld ist mittlerweile gespalten in alte und neue Boote mit einer Distanz von fast 50 Meilen. Wir hoffen, innerhalb der nächsten Tage wieder aufzuschliessen. Denn nach diesem Spigang wird eine grosse relativ windlose und taktisch komplizierte Zone folgen welche die führenden Boote zunächst mal gut beschäftigen wird.

Jean-Edouard kennt das Boot seit 6 Jahren in und auswendig – für uns ist geschwindigkeittechnisch nicht mehr rauszuholen. Dennoch ist die Stimmung an Bord ausgezeichnet.

Ich sehe allerdings aus wie ein Streuselkuchen weil das Antibiotikum gegen das Fieber eine allergische Reaktion ausgelöst hat. Und habe das Gefühl Elefantenhände zu haben – alls ist geschwollen und juckt wie wahnsinnig.

Jean-Edouard glaubt, dass Ponta Delgada auf den Azoren mich holen will, a) weil ich ja erst im November einen 1,5-wöchigen unfrewilligen Urlaub dort verbracht habe, und b) weil mein Freund Jean-Christoph Caso dort mit Groupe Picoty grad seinen zweiten Pitstop wegen Ruderbruchs eingelegt hat.

Die Jungs haben heute das Ersatzruder eingeflogen bekommen und können voraussichtlich in den fruehen Morgenstunden wieder aufbrechen. ABER: so gern ich ihn auch hab – freiwillig sehen mich die Azoren so schnell nicht wieder. In diesem Sinne – wir fahren weiter!”

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Solidaire du Chocolat: Riechers und “mare” behaupten knappe Führung“

  1. avatar Heini sagt:

    ich guck gerade …. Platz 5, 20 Meilen Rückstand !?
    Was ist denn da passiert ?

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    • avatar Uwe (Finn) sagt:

      Anfängerfehler !
      Zu weit vom Hauptfeld entfernt und damit ein hohes Risiko eingegangen.
      Er hätte mit dem schnellsten Schiff vor dem Hauptfeld bleiben müssen.

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      • avatar Wilfried sagt:

        Klugschnacker, erstens ist er kein Anfänger und außerdem ist das kein Regattadreieck auf dem man einfach zwischen Gegner und Marke bleiben kann. Aber du wirst uns sicherlich erklären können wie ein Feld gedeckt wird, das einen Querabstand von 400 Seemeilen aufweist und in verschiedenen Wettersytemen segelt.

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        • avatar Uwe (Finn) sagt:

          Der grosse Querabstand und das – wie Du sagt – Segeln in verschiedenen Wettersystemen ist ja gerade der Fehler.
          Mit dem schnellsten Boot setzt man sich vor das Hauptfeld, um kein unnötiges Risiko einzugehen.
          Noch ist allerdings noch nichts verloren.

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          • avatar Wilfried sagt:

            Damit erklärst du aber nicht wie er das verhindern soll. Wäre er im Süden würde er den Norden nicht decken und umgekhrt. Man muss beim Ocean-Racing eine eigene Strategie haben. Die Wind und Wellensituationen sind zu unterschiedlich um sich nur auf einen halben Knoten Speed zu verlassen.

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          • avatar Uwe (Finn) sagt:

            Wilfried schreibt: “Damit erklärst du aber nicht wie er das verhindern soll.”

            Ganz einfach. Jörg hat sich als Einziger – ohne Grund – weit vom Hauptfeld entfernt, indem er sehr weit nördlich segelte. Dies kann immer noch gutgehen, ist aber mit einem hohen Risiko verbunden.

            Wäre er direkt vor dem Hauptfeld geblieben, läge er immer noch vorn.

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  2. avatar Wilfried sagt:

    Locker bleiben. Liegt an der monentanen Kurswahl. Im Norden sollte der frische Wind zuerst kommen. Der Tracker kann sowas leider nicht analysieren. Es ist aber auf jeden Fall eng und spannend wie es ja auch sein soll.

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