Volvo Ocean Race: Die Flotte ist auf einer Linie aufgereiht. Wer bricht durch die Front?

"Wie bei einer Lotterie"

Die zweite Etappe beim Volvo Ocean Race 2011-12 sorgt weiterhin für Höchstspannung. Die sechs Teams befinden sich auf einer imaginären Linie in Nord-Süd-Richtung, und es ist nicht klar, wer zuerst nach Osten durchbrechen kann.

Situation am 16.12. Groupama im Süden hat sich mit vier Halsen zum Feld verholt, taucht aber wieder ab. Camper (weiß) könnte zuerst den Nordwind erreichen.

Laut Abu Dhabi Skipper Ian Walker wird die Flotte von einer Kaltfront blockiert, die sich langsam nach Osten bewegt aber nicht durchbrechen lässt. “Wir segeln mit 20 Knoten hinein, dann stirbt der Wind, und wir bleiben so lange stehen, bis die Front weiter wandert und wir den Wind aus der alten Richtung bekommen.”

Während sich die Flotte auf geradem Weg gen Osten verholt, zeichnet sich nur Groupama durch einen Schlingerkurs aus. Die Franzosen schienen von ihrer südlichen Extremposition nicht mehr überzeugt und verholten sich mit vier Halsen zum Feld, wo sie neun Meilen hinter Puma deren Kurslinie kreuzten. Aber dann tauchten sie erneut in die Südposition ab.  Sie halbierten aber den Querabstand zu Telefonica im Norden auf 115 Meilen.

Segeln in der Waschküche. Camper Skipper Chris Nicholson zeigt seine verquollenen Hände. © Hamish Hooper/CAMPER ETNZ/Volvo Ocean Race

“Wir segeln hart, um zu den Nordwinden auf der anderen Seite durchzubrechen“, sagt Ken Read. “Manchmal haben wir gute drei Stunden, rutschen aber in die Leichtwindzone und die anderen holen wieder auf. Und dann geht es anders herum. Die ganze Arbeit ist nicht sehr befriedigend.”

Das Leaderboard des Volvo Ocean Races ist aktuell nicht sehr aussagekräftig. Telefonica rangiert an der Spitze, weil seine nördliche Position näher am Ziel liegt. Aber Read bekräftigt, dass alle im Moment absolut gleichauf liegen. “Es gewinnt derjenige, der zuerst durch die Barriere kommt. Besonders wenn wir das neue Hochdrucksystem erreichen und auf Backbordbug wenden können mit dem Passatwind im Indischen Ozean. Im Moment ist es ein wenig wie bei einer Lotterie.”

Faszinierender Puma-Moment bei tiefstehender Sonne. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Feuchte Arbeit auf dem Bug der "Azzam" vom Abu Dhabi Team. © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Wackelige Angelegenheit in chaotischer See auf Pumas "Mar Mostro". © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Michi Müller (l.) hilft beim flicken eines Puma Segels. © Amory Ross/PUMA Ocean Racing/Volvo Ocean Race

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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