Volvo Ocean Race: Groupama in der Außenkurve, Telefonica übernimmt Führung

Sie tun es schon wieder

Sie tun es schon wieder. Das grüne Boot ist auf eine extreme Seite des Feldes geraten und muss auf den Wettergott hoffen.  Die ehemals führende Groupama hat einen großen Querabstand zur Flotte aufreißen lassen, der zum nördlichsten Boot Telefonica bereits über 200 Meilen beträgt.

Groupama war erster und ist nun letzter. Die Franzosen versuchen rechtsaußen die Etappe zu gewinnen. © Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race

Das Spiel kann aufgehen, aber auch ziemlich nach hinten losgehen, und das dürfte den Franzosen bekannt vorkommen. Schon weist der Tracker einen Rückstand von 135 Meilen zur Spitze auf. Letzter statt erster. Das muss bei der großen Aufsplittung des Feldes noch nicht viel heißen. Wer zuerst den neuen stabilen Wind bekommt und auf den direkten Kurs nach Norden einschwenkt, wird sich vorne platzieren.

Groupama mag einen Plan haben, aber die Erklärung von Steuermann hört sich noch nicht so richtig überzeugend an. “Wir verhalten uns nach dem alten Merksatz `wenn man im Atlantik nicht weiß wohin, sollte man nach Westen; wenn man im Southern Ocean nicht weiß wohin, muss man nach Süden´. Das haben wir bei der ersten Etappe nicht beachtet. Nun werden wir es tun.”

Landunter auf Sanya beim Kampf gegen den Agulhas Strom. © Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race

Dabei ist die Bedeutung der aktuellen Situation für den Sieg auf dieser Etappe nicht zu unterschätzen. Auf Puma glaubt man, dass die nächsten Stunden eine Vorentscheidung bringen werden. Und auch bei Sanya heißt es: “Das Team, das zuerst durch die Front kommt, dürfte sich absetzten,  Sayonara, Adios, Seeya Never.”

Dafür haben sich die Crews durch den Agulhasstrom gekämpft, mit über vier Knoten einer der stärksten Strömungen auf den Weltmeeren, die warmes Wasser nach Süden transportiert. Er bescherte extrem hohe Wellen bei Gegenwind.

Groupama (orange) ist auf die rechte Seite des Feldes gerutscht, Telefonica segelte links am Feld vorbei an die Spitze.

Telefónica ist auf klassische Weise als letzte Yacht am Feld mit einer nördlichen Routenwahl am gesamten Feld vorbeigesegelt. “Ich weiß, was sie vorhaben”, sagt Camper Skipper Nicholson. Die geringere Wellenhöhe unter Land sei ein Vorteil. Aber er ist sich nicht sicher, dass diser Plan aufgeht. Camper segelt weiter im Süden.

Sein Navigator sagt: “Schwierig wird es erst später, wenn sie versuchen, nach Osten zu kommen. Das ist normalerweise der Schlüssel, um eine gute Passage nach Norden im Indischen Ozean zu bekommen. Aber sie könnten es diesmal gut erwischt haben.”

Telefonica hat nach schwachem Start mächtig Druck gemacht und liegt wieder in Führung. Aber wird die nördliche Position auch auf lange Sicht funktionieren? © Diego Fructuoso/Team Telefonica/Volvo Ocean Race

“Es ist kein besoderer `super plan´”, erklärt Telefonica Navigator Andrew Cape Cape. Er habe einfach das genommen, was ihm die schwierigen drehenden Windbedingungen gegeben haben. “Man muss das beste daraus machen. Alles ändert sich hier so extrem schnell.” Aber diesen extremen Split habe er nicht erwartet. Nun rutsche er unruhig in seiner Navi-Ecke herum.

Tracker

Auch Abu Dhabi spritzt es. Und der Mast hält... © Nick Dana/Abu Dhabi Ocean Racing/Volvo Ocean Race

Video von der Slow Motion Quälerei der ersten Tage:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Groupama in der Außenkurve, Telefonica übernimmt Führung“

  1. avatar Manfred sagt:

    …schmunzel, Deine Überschrift.
    Genau das hatte ich gedacht, als ich eben auf der Seite eincheckte. Die machen schon wieder einen Flyer, diesmal weit im Süden. Und dabei hatte man gedacht die Franzmänner verstehen wirklich was von Ozeannavigation, von Wetter Routing. Bin gespannt, wie es weitergeht. Wo die Yachten aufgenommen werden.

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  2. avatar Heini sagt:

    Machen die Wetterrouting oder Online-Casino-Poker?
    Naja, zumindest scheuen sie kein Risiko.

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