Volvo Ocean Race: „Puma“ 2., „Groupama“ schon fast durch

"Hohes Risiko gegangen"

Puma ist enttäuscht über Rang drei im Leg trotz zweitem Gesamtplatz. Der Sieg ist wohl nicht mehr zu holen. © PAUL TODD/Volvo Ocean Race

Kaum Freude über den zweiten Gesamtrang kam an Bord der „Puma“ auf. „Silber“ hatte das Team schon beim vorigen Volvo Ocean Race geholt und wollte diesmal ganz oben aufs Treppchen. Mit Topspeeds von 35 Knoten (fast 70 km/h) raste die „Raubkatze“ übers aufgewühlte Wasser, doch die „Groupama“ schien unterm Strich meist einen Tick schneller.

Unwiderstehlich hatten sich die Franzosen immer wieder die Führung erobert, nachdem Ken Read & Co. nach dem Start in Lissabon zunächst souverän die Spitze übernommen hatten. „Platz drei ist diesmal wie eine kleine Katastrophe. Wir waren über weite Strecken schlicht langsamer, keine Frage“, gab Read unumwunden zu.

Enttäuschung riesengroß

Der zehnte Podiumsplatz in Folge sei zwar an sich großartig, „doch natürlich wollten wir mehr. Das war einfach nicht gut genug.“ Die Enttäuschung sei schon riesengroß, nach so hartem Kampf nicht noch mehr erreicht zu haben sagte auch der Kieler „Michi“ Müller.

Read: „Wir müssen uns nicht schämen, aber vor allem als es richtig windig wurde, haben wir ein paar Fehler gemacht, die die Gegner ausgenutzt haben.“ Rechnerisch sei der Gesamtsieg zwar noch möglich, doch dazu müsse schon eine Menge zusammenpassen.

Entsprechend überschwänglich wurde die Crew der „Groupama“ von ihren Landsleuten gefeiert. „Cammas, der Präsident“, skandierten die Fans, und das gesamte Team duschte in Champagner. „Wir sind besonders in der letzten Nacht der Etappe ein hohes Risiko gegangen“, berichtete Cammas, „aber das hat sich am Ende ausgezahlt.“

Mit gerefftem Großsegel, das wegen der technischen Probleme nicht mehr ganz zu setzen war, kreuzte die Yacht um kurz nach halb zwei die Ziellinie knapp eine Stunde vor der „Camper“. Vor zehn Monaten noch ein Traum, könnte er nun im Erfüllung gehen, der Sieg im Volvo Ocean Race 2011-2012.

Noch ist nicht aller Tage Abend, doch 23 Zähler sind schon mehr als vier Einzelplätze auf der letzten Hochseeetappe, die am Sonntag, dem 1. Juli, gestartet wird und nur zwei Tage dauern soll. Puma Ocean Racing bleibt die Hoffnung auf die ausstehenden beiden Hafenrennen am 30. Juni in Lorient sowie eine Woche später im irischen Zielhafen Galway.

„Wir werden noch einmal alles geben, auch wenn wir es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen können“, so Ken Read, „aber wer weiß schon, was noch alles passieren kann.“ Dabei muss die Mannschaft jedoch auch aufpassen, dass sie ihren zweiten Rang gegen die weiteren Verfolger, die nur fünf Punkte zurück liegen, verteidigt.

Ergebnis der 8. Etappe von Lissabon/Portugal nach Lorient/Frankreich:

1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 4 Tage, 23 Std., 31 Min., 4 Sek. 30 Punkte

2. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 5 Tage, 30 Minuten, 9 Sekunden 25

3. Puma (Ken Read/USA) 5 Tage, 43 Minuten, 4 Sekunden 20

4. Abu Dhabi (Ian Walker/Abu Dhabi) Freitag, 15.30 Uhr noch auf See (15)

5. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) Freitag, 15.30 Uhr noch auf See (10)

6. Sanya (Mike Sanderson/China) Freitag, 15.30 Uhr noch auf See (5)

 

Zwischenstand nach der achten von neun Etappen

1. Groupama (Franck Cammas/Frankreich) 219 Punkte

2. Puma (Ken Read/USA) 196

3. Camper (Chris Nicholson/Neuseeland) 191

4. Telefoníca (Iker Martínez/Spanien) (191)

5. Abu Dhabi (Ian Walker) (122)

6. Sanya (Mike Sanderson/China) (39)

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