Volvo Ocean Race Video: Groupamas Extremschlag nach Afrika

Hopp oder Topp

Beim Volvo Ocean Race drängt Groupama schon 3900 Meilen vor dem Ziel in Kapstadt auf eine Vorentscheidung. Die Franzosen haben sich weit vom “Feld” der verbliebenen drei Yachten entfernt und segeln unter der marokkanischen Küste.

Das Puma Team bei der Arbeit. Es segelt im Zweikampf mit Télefonica. © Amory Ross

Der Tracker führt sie zurzeit auf Rang eins, aber diese Aussage ist wegen des immensen
Querabstandes von 325 Meilen mit großer Vorsicht zu genießen. Die Daten beziehen sich allein auf den Abstand zum Ziel und beziehen die Windrichtung nicht mit ein.

Dennoch erstaunt der Extremschlag der Franzosen, die sich auch schon vor der Straße von Gibraltar mit einem Schlag nach Afrika weit von der Konkurrenz entfernt hatten. Es ist eine überraschende, risikoreiche Taktik. Sie zeigt, dass sich Groupama im direkten Zweikampf nicht so überlegen fühlt, wie man es von einem Syndikat glauben könnte, das wohl mit dem größten Budget und der längsten Vorbereitungszeit ausgestattet ist.

Nach einer längeren Flautenzone segeln die Schiffe im Westen, wie hier Puma, wieder 15 Knoten schnell © Amory Ross/Puma Racing

Für die Spannung im Wettkampf ist es gut. Wird sich die Innenkurve auszahlen? Wissen die Franzosen etwas, was die anderen Navigatoren nicht wissen?

Im Westen segeln seit Tagen schon Télefonica und Puma teilweise in Sichtweite nebeneinander her. Diese häufig angewendete Taktik hilft beiden Crews, ihr Segelinventar optimal den Bedingungen anzupassen.

Es ist wie ein Two-Boat-Testing Programm, da beide Schiffe bei überwiegend gleichem Wind segeln.

Karte vom 9.11. Groupama (orange) nimmt die Innenkurve Richtung Kapstadt.

Die größten Verlierer sind bis jetzt die Neuseeländer vom Camper Team. Sie schienen aus der Führungsposition den Weg von Groupama decken zu wollen. Dann haben sich doch umentschieden und den Westkurs eingeschlagen. Eine harte Entscheidung, die 50 Meilen kostete.

Aber immerhin sind die Kiwis noch im Spiel. Wenn Franck Cammas auf Groupama falsch liegt, ist für ihn das Rennen schon im Anfangsstadium gelaufen. Hopp oder Topp, eine mutige Entscheidung.

Gropama segelt unter der marokkanischen Küste mit einem Querabstand von 325 Meilen. Telefonica und Puma segeln teilweise in Sichtweite und Camper hechelt hinterher.

 

 

 

 

 

 

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Carsten Kemmling

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22 Kommentare zu „Volvo Ocean Race Video: Groupamas Extremschlag nach Afrika“

  1. avatar stefan sagt:

    …nun, da sich zur zeit ein Windfeld mit NE-Wind an der Afrikanischen Küste bis weit unter die Kapverden befindet, halte ich die Entscheidung von Groupama schon sehr sinnvoll.

    …erstrecht, wenn man sieht das die anderen Boote eine Hochdruck-Brücke mit Wind unter 5 kn vor sich haben.

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  2. avatar Hurghamann sagt:

    Irgendwie zeigt der VOR Tracker nur tanzende Quadrate aber keine Daten bei mir . Hat noch jemand das Problem??

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  3. avatar Lyr sagt:

    Hi! Bei mir funktioniert der Tracker.

    Finde auch, dass Groupamas Weg gar nicht mal so schlecht aussieht. Schaut man die Windvorhersagen im Tracker durch sieht das ziemlich gut für die aus. Camper hat sich mit der AusscherrTaktik natürlich selbst ein Bein gestellt, irgendwie sehr enttäuschend für so ein ambitioniertes Team. Aber vorher sind sie ja ziemlich perfekt gesegelt, insofern ist noch alles drin.
    Weiß nicht ob die Schläge von Groupama mit mangelndem Selbstvertrauen im Bootshanlding zu tun haben, oder einem besonders selbstbewußten Navigator, vermutlich wirklich eine Mischung aus beiden. Aber bei so mutigen Entscheidungen darf man sich nur freuen, über die taktische Bandbreite die dieses VOR noch zu bieten hat.

    grüße

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 1

    • avatar Wilfried sagt:

      das bringt auf jeden Fall Spannung rein. Groupama hatte natürlich nichts zu verlieren. Wenn man nur mit Bootspeed nicht glaubt nach vorne zu kommen und nicht schlechter als vierter werden kann macht die Taktik Sinn. Zumal es draussen gem. Tracker die nächsten 48 Stunden noch flau sein soll.

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  4. avatar seven sagt:

    Na ich weiß nicht,wenn ich das richtig herauslese sind dafür Telefonica und Puma rund 100 meilen mehr gefahren in den letzten 24 std. Und soooo viel mehr wind ist unter Land auch nicht zu sehen……gibt es da termische Winde an der nordwest-Afrikanischen küste ?
    Die nächsten Stunden werden spannend !

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    • avatar Wilfried sagt:

      Tja, mehr Weg schneller fahren muss nicht schneller sein hat ja auch Jörg Riechers gesehen, der zwar eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit hatte aber trotzdem 5. er wurde.

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    • avatar stefan sagt:

      …dann schau dir mal den Wind für die nächsten 48h im TJF-Tracker an, dann siehst du in was Telefonica und Puma hinein segeln und wieviel Wind unter der afrikanischen Küste ist.

      …die Wetterdarstellung im Volvo-Tracker ist echt schlecht.

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      • avatar Pete sagt:

        Die Tracker sind übrigens von der gleichen Firma, ich könnte mir vorstellen, dass da auch die gleichen Wettervorhersagen benutzt werden…
        Kommt alles von geovoile: http://geovoile.com/

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        • avatar stefan sagt:

          …dann ist der Grafiker schuld 😉

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          • avatar Jelek sagt:

            Also Ich finde die Wetterdarstellung von geovoile im transat jaques vabre tracker deutlich besser gelöst. es lässt sich auch viel feiner hineinzoomen

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  5. avatar Jelek sagt:

    Das ist doch alles traurig

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  6. avatar Pete sagt:

    Ich glaube das hat weniger mit Hopp oder Topp zu tun, als mit unterschiedlicher Herangehensweise. Auf den anderen Booten sind Jollensegler am Werk, die (gerade im 49er) sehr oft auf’s Feld fahren, da ist ein alleiniges in die andere Ecke bohren selten gut (schon weil 20 Leute die andere Seite für besser halten, warum sollten die alle ‘dumm’ sein). Ich glaube Camper ist aus diesem Grund auch plötzlich von Goupamas Kurs abgebogen (‘Mist die anderen fahren alle nach rechts ‘raus). Franck Cammas dagegen hat es bei seinen ganzen Rekord Segeleien verinnerlicht den absolut schnellsten Kurs zu suchen, ohne auf andere zu schauen. Ich könnte mir vorstellen, dass wenn Camper weiter hinter Groupama hinterhergefahren wäre, auch Telefonica und Puma nach links abgebogen wären. Den Wetterberichten nach hat Groupama mit etwas Glück keine Flaute bis Brasilien mehr vor sich, die anderen dagegen müssen noch durch einen Flautengürtel. Aber die Wetterberichte ändern sich ja schnell, insofern ist es auf jeden Fall spannend.
    Ich würde die Entscheidung der Franzosen einer Menge zuschieben, aber bestimmt nicht einem Unterlegenheitsgefühl 😉 – Die sind allein letztes Jahr (mindestens) 5 mal im Wettkampf da durch gefahren (1x Route Du Ruhm + 2x versuch mit Bruch Jules Verne Trophy und 2 x erfolgreich Jules Verne Trophy).

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 0

  7. avatar stefan sagt:

    09.11.2011 / 22:00
    Groupama: 13,8kn
    Telefonica: 7,4kn
    Puma: 7,9kn
    Camper: 5,4kn

    …ich denke mal das da heute nach der Zug abgefahren ist 😉

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    • avatar Heini sagt:

      bei 5500 Meilen Rest vielleicht ein bißchen verfrüht?
      zumal heute morgen 0700 alle wieder gleich schnell sind

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      • avatar stefan sagt:

        …gleich schnell vielleicht, aber dann schau mal wer in welche Richtung fährt. 285° macht kein wirklich gutes VMG.

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        • avatar stefan sagt:

          10.11.2011, 6:00 UTC
          2. Telefonica +62 Nm

          10.11.2011, 10:00 UTC
          2. Telefonica +111 Nm

          …es fährt ein Zug, nach Nirgendwo …..und es klar wer nicht ist mit dabei 😉

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