Volvo Ocean Race Videos: Update zum Groupama Mastbruch. Cammas spricht

"Die Schiffe sind nicht schwächer geworden"


Franck Cammas hat mit seinem Groupama Team nach dem Mastbruch bei der fünften Etappe des Volvo Ocean Races unter Motor Punta del Este in Uruguay erreicht. Er wartet nun auf die Ankunft des Shore Teams und eines Krans, um den Volvo70 an Land zu stellen. Dann soll aus den Mastresten ein funktionsfähiges Notrigg installiert werden.

Brad Marsh versucht das Rigg im Wasser zu sichern. Er verletzt sich am Arm. © Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race

Die Franzosen haben das Rennen nur unterbrochen und nicht aufgegeben. Sie wollen die fehlenden 600 Meilen bis zum Etappenziel in Itajaí/Brasilien mit der Ersatzkonstruktion beenden und die Punkte für den dritten Platz einsammeln.

Ursprünglich war erwogen worden, den Ersatzmast aus Holland nach Punta del Este zu bringen, um ihn dort für die Weiterfahrt vorzubereiten. Aber das Team verwarf diese Option schließlich. Das neue Rigg wird in Brasilien gestellt.

Mast fiel bei moderaten Bedingungen

Cammas erzählt noch einmal, wie er das Unglück erlebt hat. “Zum Zeitpunkt des Mastbruchs waren die Wellenbedingungen nicht besonders extrem. Es gab keinen besonderen Aufprall in eine Welle, als der Mast fiel. Vorher am Tag wehte es mit bis zu 32 Knoten, aber der Wind ließ nach. Zwei Stunden zuvor hatten wir ein Reff wieder ausgebunden.

Ich konnte nicht sehen, was zuerst brach. Der Mast fiel auf die hinter Ecke des Schiffs und nicht nach außen. Wir brauchten einige Zeit, um die Teile einzusammeln und den Schaden zu begrenzen. Das Großsegel schnitten wir in zwei Teile, um die Top-Sektion des Mastes retten zu können.

Brad schnitt sich in den Arm, als er zum Ende des Mastes kletterte. Nach fünf Stunden war die Arbeit getan und wir machten uns auf den Weg als der Wind wieder zunahm. Wir wollten in der Nähe der Küste sein, um uns vor dem zunehmenden Wellengang zu schützen.”

Zu den möglichen Gründen des Mastbruchs hat Cammas noch keine Erklärung. “Es muss wohl mit einer Saling oder einem Diagonalwant zusammenhängen. Wir werden später eine Analyse mit den geretteten Teilen versuchen. Auf jeden Fall haben wir uns sehr gewundert über den Bruch bei relativ moderaten Bedingungen.”

Die Schiffe sind nicht schwächer geworden

In Bezug auf die vielen Ausfälle bei dieser Etappe sagt der Groupama Skipper, dass man bei den extremen Bedingungen erstmals über die Balance zwischen Speed und Welle habe nachdenken müssen. Bis dahin habe man immer Vollgas geben können.

“Die Schiffe sind nicht schwächer als zuvor, eher das Gegenteil.” Dennoch könne sich die Struktur manchmal nicht gegen die Natur behaupten. Die Wellen seien entsetzlich gewesen. “Wir segeln immer am Limit und haben es bisher nicht überschritten.”

Das Team sei jetzt sehr enttäuscht. “Mit einem Sieg hätten wir wieder exzellent im Rennen gelegen. Es ist eine tolle Möglichkeit vertan. Zwischen heute und gestern liegen 20 Punkte. Wir sind sehr müde. Aber es kann noch viel passieren auf dem Weg nach Galway. Alles ist möglich. Dennoch bringt uns dieser Mastbruch um eine gute Möglichkeit.”

Telefonica fast an Puma dran

Es wäre allerdings wahrlich eng geworden mit dem Etappensieg. Denn nicht nur Puma lag gleichauf, auch Telefonica ist jetzt zu einer echten Gefahr geworden, obwohl die Spanier am Kap Horn einen Reparaturstopp einlegten und einen Verletzten von Bord brachten.

Die 49er Olmypiasieger machen unglaublichen Druck auf Puma und liegen 280 Meilen vor dem Ziel nur noch 19 Meilen hinter Puma zurück, die von unvorteilhaften Windbedingungen ausgebremst werden. Für Michi Müller wird es mit dem ersten deutschen Etappensieg noch eine ganz enge Sache. Der Zieleinlauf wird am Karfreitag-Nachmittag erwartet.

Harte Zeiten stehen auch noch Camper auf der anderen Seite von Südamerika bevor. Die Reparatur des Bootes der Neuseeländer geht gut voran, aber am Kap Horn braut sich ein extremes Wetter zusammen. 3000 Meilen müssen noch bewältigt werden, um den vierten Platz zu sichern.

Das Abu Dhabi Team will sich das nicht antun. Ian Walker lässt sein Schiff am Samstag auf einen Containerfrachter laden mit dem Ziel Richtung Itajaí. Er hat die Etappe offiziell aufgegeben und will die notwendigen Reparaturen in Brasilien vornehmen lassen.

Aufnahmen von Bord nach dem Mastbruch auf Groupama. (Großteil in FRA):

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Volvo Ocean Race Videos: Update zum Groupama Mastbruch. Cammas spricht“

  1. avatar Bernie E. sagt:

    So ein Kokolores. Schade, dass das Solidaire du Chocolat schon entschieden ist. Jetzt rücken die Jungs vom VOR (“oder von Obi”) wieder in den Fokus. Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass so eine Veranstaltung Zukunft hat – und hoffe es irgendwie auch.

    VG

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 7

  2. avatar CDR sagt:

    Auch wenn ich mit den Groupama Jungs echt mitgelitten habe: wer bei einer Wettfahrt den Jockel anwirft ist raus! Warum bekommen sie noch Punkte, wenn sie finishen????

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    • avatar T.K. sagt:

      Ist eigentlich ganz einfach:

      1. lassen das die Spielregeln des VOR zu.
      2. Dort wo sie den Jockel anschmeissen unterbrechen Sie ihr Rennen und müssen es an dieser Stelle später auch wieder aufnehmen.Schau es Dir im Tracker an.

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 0

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