Weltumsegelung: Christophe Mora in Brasilien angekommen

Im "Liegestuhl" über den Atlantik

Der französische Extremsportler, Bergsteiger und Gleitschirmflieger Christophe Mora ist mit seiner knapp 8 Meter kurzen Django 7.70 auf Weltumsegelung. Mittlerweile hat er den Atlantik überquert.

Mora ist sichtlich zufrieden mit seiner Django. Im Vid präsentiert er den 7.70 m langen Gleiter aus allen Blickwinkeln[media id=1457 width=640 height=360]

Christophe ist angekommen. Bereits vor einigen Tagen hat er mit seiner Django 7.70 Salvador de Bahia (Brasilien) erreicht. Bei Etmalen bis 160 Meilen ging seine Überfahrt von den Kapverden trotz Flauten entsprechend fix – er brauchte für die 2060 Seemeilen 16 Tage und 6 Stunden. Bei Geschwindigkeiten bis 14 Knoten unter Gennaker dürfte er an der Passage teilweise seine Freude gehabt haben. Sein Boot selbst nennt er oft “Liegestuhl”.

Fixe Kiste. Django 7.70. © Christophe Mora

Fixe Kiste. Django 7.70. © Christophe Mora

Freude und Demut

“16 Tage Einsamkeit. Die einzigen Begleiter waren fliegende Fische, Delfine und manchmal auch Vögel, die sich zur Rast auf das Boot niedergelassen haben. Eine aussergewöhnliche Erfahrung, immer durchbrochen von Flauten, Böen, Tagen und Nächten. Eine Reise voller Geräusche und Klänge und durchgehender Aufmerksamkeit.” Man merkt Mora in diesen Worten seine Freude wie seine Demut an. 2008 ist er diese Strecke schon einmal gesegelt – aber da war er nicht allein und auf 37 Fuss. Mit der wesentlich kürzeren Französin brauchte er für die Passage nur einen Tag länger: “Damals hatten wir jedoch 20 Motorstunden auf der Uhr.”

Die Django 7.70 des französischen Herstellers Marèe Haute ist spartanisch und dennoch praktisch ausgestattet. Watermaker, Solarpanels, Hydrogenerator, Autopilot, Iridium Handy und Glück beim Angeln machen Mora auf der Überfahrt völlig unabhängig. Dennoch legt er – ganz Franzose – wert darauf, sich mit “gutem Essen zu verwöhnen” und verzichtet auch nicht auf französische Chansons mitten auf dem offenen Meer bei mächtig Fahrt:

Sowas nennt man wohl ein aufgeräumtes Interieur:[media id=1458 width=640 height=360]

Mora wird nun erst einmal einige Zeit in Brasilien bleiben. Und mit Sicherheit auch den ein oder anderen Berg erwandern. Wer Lust hat, ihn auf seiner Reise zu begleiten, macht das entweder hier als Leser oder an Bord als Mitsegler. Denn Christophe bietet für einzelne Passagen Kojenplätze an.

Mehr Fotos, Videos und Infos: Christophe Mora Blog

In 16 Tagen über den Teich. © Christophe Mora

In 16 Tagen über den Teich. © Christophe Mora

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Digger Hamburg

Kleiner segeln - größer leben. Filmemacher und Autor Stephan Boden verbringt jeden Sommer auf dem Wasser. Früher auf seiner VA18 "Digger" jetzt auf der Bente24, die er selbst initiiert hat. "Auf See habe ich Zeit, das schärft den Blick für Details." Zu seinem Blog geht es hier

16 Kommentare zu „Weltumsegelung: Christophe Mora in Brasilien angekommen“

  1. Interessantes Projekt, wenn man sich die Auszeit nehmen kann oder … dies als Profession betreibt.

    Es wäre aber schöner, wenn Du nicht so übertreiben würdest. Die Etmale sind keine großen Sprünge (5..6kn Schnitt) und schon gar keine 14kn. Die dürfte er höchstens mal kurzzeitig erlebt haben. Hängematte eben …

    VG, Frank

    • Habe aufgrund Deines Hinweises gesehen, dass man das auch falsch verstehen kann. Habe deshalb ein “teilweise” eingefügt. Dass er nicht durchgängig 14 Knoten lief, dürfte allerdings eh klar sein.

  2. avatar Klaus sagt:

    er schreibt ja “…bis 14 Knoten..”

    immer am Rumnörgeln.

    Ich finde den Beitrag toll und zeigt was man mit so einem “kleinen” Boot machen kann. Hut ab !

  3. avatar Klaus sagt:

    Der Umbau über dem Niedergang ist ja praktisch. Das ersetzt die baubedingt offenbar nicht installierbare Sprayhood. Gute Idee und sieht auch praktisch aus – vorausgesetzt man passt da durch 🙂 sieht ziemlich eng aus.

    weiter so Chris …

    • avatar digger.hamburg sagt:

      Finde ich auch. Generell mag ich diese Maree Haute Kisten sehr gern. Super durchdacht, viele neue Ideen. Und segeln tun die auch wie die Großen.

      • avatar Friedhelm sagt:

        Dann kauf dir doch einfach so eine, und bau nicht noch groß was neues, das rad braucht doch nich neu erfunden werden, das ist doch genau der verwendungszweck, oder nicht?

        • ? Was genau kann man gegen eine Neuentwicklung haben? Abgesehen davon, dass wir preislich hier von 2 Welten sprechen.

          • avatar Friedhelm sagt:

            Neuentwicklung impliziert das Wort neu 😉 Irgendwie kann ich bis auf den Preis der noch garnicht feststeht im Konzept keine bedeutenswerten Unterschiede festmachen, die euer Projekt iwie auszeichnen oder allein stellen.
            Mit dem Preis wäre ich jetzt noch ziemlich vorsichtig an eurer Stelle :), schon gute Beschläge, Rigg Laufendes Gut , und Segel und weitere Ausruestung sind mehr oder weniger fix kosten, die man nicht doll drücken kann selbst mit hoher Nachfrage und Stückzahl, oder wollt ihr das alles auch selbst neu erfinden? 😀 und Qualität kostet nunmal :p

          • avatar Piet sagt:

            Ich finde es auch schade das Multihulls anscheinend von vorne rein ausgeschlossen wurden.

  4. avatar Johnny Rotten sagt:

    Ich finde diese Lösung mit dem schwenkbaren Instrumenten Panel an einem Gorillapad (?) Arm prima. Eine Eigenkonstruktion oder gibts das zu kaufen?

  5. avatar WB sagt:

    … und was kostet ein Astus 24.? Wie auf der BOOT in Düsseldorf ausgestellt mit ein paar läppischen Extras über 70.000 Euronen – und bei der sehr mäßig verarbeiteten Kiste stimmt das Preis -Leistungsverhältnis dann auch nicht.

    • avatar Piet sagt:

      Wenn man jeden scheiß dazu kauft den es gibt dann locker.

      Ich korrigiere mich ” Ich dachte eher an Astus Boats 20.2 XL….”
      Der kostet nur 22 T€

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