Yacht-Unfall: Kollision mit Frachter? Vier tote Segler vor Kalifornien

Bei Flaute überlaufen?

Die Crew der Hunter 376 "Aegean" beim Start am Freitag in Newport Beach. © Susan Hoffman

Kaum zwei Wochen nach dem dem Tod von fünf Seglern vor San Francisco gibt es vor Kalifornien erneut vier Opfer bei einer Küstenregatta. Die 37 Fuß lange Hunter 376 „Aegan” verschwand bei der 113 Meilen Langstrecke von Newport Beach nach Ensenada in Mexiko plötzlich von den Bildschirmen der Organisatoren. Der Tracker sendete keine Signale mehr von Bord. Die Crew war nicht zu erreichen.

Bei der Suche nach dem Schiff nahe der mexikanischen Grneze wurden nur noch Wrackteile gefunden. Die Küstenwache barg später drei Segler tot, die Suche nach einem vierten wurde inzwischen abgebrochen.

Die Unglückscrew feiert einen der früheren Siege bei dem Rennen an der kalifornischen Küste. © N. Mooradian

Erst wurde eine Explosion als Ursache vermutet, später sagte ein Sprecher der Veranstalter: “Es sieht so aus, als wenn es eine Kollision mit einem deutlich größeren Schiff gegeben hätte.” Es bestehe die Möglichkeit, das die „Aegan” bei Flaute kaum manövrieren konnte und dann einem Frachter in den Weg geraten sei. Die Route des Rennens führe durch Gebiete mit Schiffsverkehr. Möglicherweise habe das große Schiff die Kollision nicht einmal gemerkt.

Die lokalen Zeitungen spekulieren, warum die “Aegan”-Crew den Motor nicht gestartet hat, um dem größeren Schiff aus dem Weg zu gehen. Die Maschine sei brandneu gewesen und die Crew sehr erfahren. Es war modernste Navigationsausrüstung an Bord.

Start der 113 Meilen Langstrecke von Newport nach Ensenada in Mexiko am Freitag. © Susan Hoffman

Die Hunter 376 wurde von ihrem Eigner Theo Mavromatis und seiner Stammcrew geskippert, der nicht gefunden wurde und wohlmöglich mit dem Schiff untergangen ist. Siebenmal hat er bei dem Rennen teilgenommen. 2009 und 2011 konnte er seine Gruppe gewinnen.

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Carsten Kemmling

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8 Kommentare zu „Yacht-Unfall: Kollision mit Frachter? Vier tote Segler vor Kalifornien“

  1. avatar Matze sagt:

    Frage von einem Anfänger: Kann man denn wirklich übersehen werden in einem Segelboot? Hatten die kein AIS, Radarreflektor oder ähnliches?

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    • avatar Wilfried sagt:

      ja kann man, da leider Frachter ganz häufig im freien Seeraum mehr als schlampig Wache gehen. AIS nützt nur etwas wenn man einen Transponder hat und das ist eher selten. Daher gilt immer, selber Ausguck halten und ggfs selber ausweichen.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

    • avatar hanseatic sagt:

      Schiffe versenken mit Ansage: “Ein Sprecher der Reederei erklärte, die Berufsschiffer seien verpflichtet, den Kurs zu halten – auch bei einem Hindernis voraus.” Na ja – die BVG war ja noch nie so ganz auf der Höhe…

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  2. avatar Markus sagt:

    Hi Gemeinde,

    da war wohl eher eine Insel im Weg …so jedenfalls die Meldung von gestern ……

    Fair winds

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  3. avatar Chris Stuart sagt:

    guter beitrag zum thema

    http://www.ocregister.com/news/race-351631-aegean-mavromatis.html

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  4. avatar Heini sagt:

    siehe Beiträge bei SA – die sind vor nen Felsen gefahren

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  5. avatar ChristianSch sagt:

    Dieser SPOT Tracker gibt alle 10 Minuten eine Position ab. Die letzten 4 Stunden lief das Boot mit ca 6 kn schnurgrade bei sehr flauem Wind. Saturday, April 28, 2012 1:36:36 AM Pacific Time
    Coordinates: (WGS84) 32.44532 , -117.29999
    war die letzte Positions Meldung. In diesem Link auf die letzte Position zoomen und das Satellite Fenster klicken. Am 5. Mai (nach 7 Tagen) werden die Positionen alle automatisch geloescht.
    http://share.findmespot.com/shared/faces/viewspots.jsp?glId=0PPpktkSXb0QR2ojCNeoelyfYAx2eVZzF

    Von wegen vom Dampfer ueberfahren waehrend sie in der Flaute duempeln. Mit dem AP waeren sie nach knapp 50sm in Ensenada angekommen, wenn sie die unbeleuchtete felsige Insel nicht uebersehen haetten. Es hilft sich den Kurs genauer an zu sehen und rein zoomen. Vielleicht hat zu allem Ueberfluss auch die Wache an Deck gepennt.

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