Olympia 2012: Wilhelm 2., Delle 4., Star mit Frühstart, 470er 16.

Die perfekte Welle

„Nach guten Starts konnte ich meine Positionen jeweils nicht halten, bin aber im weiteren Rennverlauf wieder nach vorne gefahren“, berichtete die Geografie-Studentin, die den Nachteil nicht nur auf ihre körperlichen Voraussetzungen, wie die geringere Körpergöße, zurückführen wollte. „Es ist auch eine Frage der Technik, taktische Rennen liegen mir mehr.“

Der Ruhetag komme ihr ganz gelegen, obwohl sie „keine Wehwehchen“ habe. Es seien nur die ganz normalen Ermüdungserscheinungen nach drei harten Renntagen. Anschließend ging es in Begleitung einer „Wächterin“, die sie schon seit dem Anlanden im Hafen nicht mehr aus dem Auge gelassen hatte, zur Dopingprobe. Auf dem Plan für Freitag: „Viel schlafen und für die Fortsetzung rechtzeitig wieder fit machen.“

Laut Tracker ist das deutsche Star Duo bei Null nicht drüber. Eher die Norweger in Luv.

 

Kurz nach dem Start ist die Bugspitze drüber. Disqualifiziert wird auch der Grieche ganz in Lee rechts.

 

Star mit Frühstart

Die schwarze Flagge wurde der Berliner Starboot-Crew mit Robert Stanjek und Frithjof Kleen zum Verhängnis, die sich nach ihrem Ruhetag viel vorgenommen hatte. Vielleicht zu viel, denn sie starteten im siebten Rennen einen Tick zu früh und wurden ob des Warnsignals an der Luvtonne auf dem 14. Platz aus dem Rennen genommen. Doch das blieb von der Mannschaft selbst unerklärt.

Anschließend reichte es nur zum elften Platz. Sie fielen im Gesamtklassement auf den achten Rang zurück. In den letzten beiden Wettfahrten vor dem finalen Medaillenrennen am Sonntag gilt es, die Position unter den besten zehn für den Einzug ins Medal Race zu konsolidieren.

An der Spitze bauten die britischen Titelverteidiger Iain Percy und Andrew Simpson ihre Führung auf neun Punkte aus. Robert Scheidt/Bruno Prada aus Brasilien und die Schweden Fredrik Loof/May Salminen liegen gleichauf dahinter. Ihr Vorsprung auf die Deutschen beträgt allerdings bereits 28 Punkte.

470er auf Platz 16

„Ausbaufähig“, nannte 470er-Steuermann Ferdinand Gerz seine Olympia-Premiere mit Patrick Follmann, bei der die Einzelplätze 15 und 17 heraussprangen. Sie sind 16. insgesamt. Die Münchener gelten als Außenseiter unter den 27 Mannschaften und sind zudem durch eine Daumenverletzung des Vorschoters gehandicapt.

Follmann hatte sich bei der Europameisterschaft vor vier Wochen im Schlepp vom Motorboot die Kuppe aufgerissen und trägt einen Schutzverband. „Einige Bewegungen sind schmerzhaft und nicht so schnell wie sonst“, berichtete der 23-Jährige, „aber ich kann halbwegs zugreifen.“ Erste Spitzenreiter sind die Briten Luke Patience und Stuart Bithell. Die australischen Topfavoriten Belcher/Page liegen noch in Lauerstellung auf Platz vier.

Abgekochtes Manöver

„Im zweiten Rennen haben uns die Weltumsegler und ehemaligen Olympiasieger mal so richtig gezeigt, wo Luchs das Bier holt“, erzählte 49er-Steuermann Tobias Schadewaldt von einem abgekochten Manöver der Spanier Iker Martínez und Xabier Fernandez.

Gemeinsam kamen sie als Dritte an die letzte Luvtonne, da stellten die Sieger von 2004 und Silbermedaillengewinner von 2008 ihr Skiff so hoch an den Wind, dass beide fast parkten und die Verfolger von hinten aufkamen. Die Deutschen protestierten noch lauthals, aber die abgewichsten Profis ließ das kalt. Sie fielen genau in dem Moment ab, als das Kieler Duo von drei Booten überlaufen war – und kamen selbst als Dritte im Ziel an.

Ihre eigene Zielvorgabe haben Schadewaldt und Hannes Baumann inzwischen heruntergeschraubt, seitdem sie als Siebte und 15. des Tages auf dem 17. Tabellenplatz hängen blieben. Mit zwei Tagessiegen rückten die Briten Stevie Morrison und Ben Rhodes bis auf elf Zähler an die führenden Australier Nathan Outteridge/Iain Jensen heran.

„Solche Roboterleistung können wir hier leiden nicht abrufen und wollen nur noch eine gute Regatta zu Ende bringen, egal welches Resultat dabei herausspringt“, sagte Schadewaldt, der lieber gar nicht auf die Ergebnisliste schaut. „Der schlechte Auftakt hat uns verunsichert. Hinzu kamen meine Magen-Darmprobleme, die mich unter Druck gesetzt haben. Ich wollte trotzdem beweisen, dass es besser geht. Aber es ist viel härter als ich dachte, die Konkurrenz alle besser als vermutet.“

SegelReporter Andreas Kling beglückwunscht den deutschen Surfer zum starken Tag. © Marina Könitzer

 

Wilhelm in der Kreuzphase mit der Startschot in der Mast-Hand. © Marina Könitzer

 

Was für ein Oberarm. © Marina Könitzer

Ein Kommentar „Olympia 2012: Wilhelm 2., Delle 4., Star mit Frühstart, 470er 16.“

  1. avatar bläck sagt:

    Bravo Surfer.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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