Olympia in Rio: Das Segelrevier unter dem Zuckerhut ist extrem dreckig

Schmutzige Spiele

Rio de Janeiro hat große Probleme, saubere Gewässer für die Olympischen Spiele 2016 zu gewährleisten. Besonders Guanabara Bay die Regattabahn der Segler soll extrem stark verschmutzt sein.

Der Corcovado Berg wacht über das Olympia-Revier unter dem Zuckerhut.  © Rio Olympics

Der Corcovado Berg wacht über das Olympia-Revier unter dem Zuckerhut. © Rio Olympics

In einem Bericht on Associated Press (AP) heißt es, dass 70 Prozent von Rios Abwässern ungeklärt in die Bucht geleitet werden. Die Brasilianer hatten in ihrer Bewerbung versprochen, das Problem zu lösen. Aber sie scheinen noch nicht sehr weit gekommen zu sein. Nach Daten von AP soll die Belastung durch Kolibakterien 16 Mal höher liegen als die von den brasilienischen Behörden festgesetzten Grenzen.

In dem Bereich der Regattabahnen soll schon lange niemand der Einwohner von Rio mehr schwimmen gehen. “Wir sind darüber sehr beunruhigt”,  sagt ISAF Generalsekretär Jerome Pels. “Wir diskutieren das mit den Organisatoren.” Es klinge nicht sehr gut, was die Segler bisher berichten, die schon vor Ort trainiert haben. Allein die Farbe des Wassers lassen nichts Gutes vermuten.

Im offiziellen Statement der Organisatoren der Spiele heißt es aber auf Nachfrage von AP: “Wir garantieren nach wie vor ohne Zweifel, dass kein Athlet einem Risiko ausgesetzt wird. Die Gesundheit der Sportler hat für uns höchst Priorität.”

Aber besonders der Schwimmverband FINA, der die Langstreckenwettbewerbe auch in der Bucht vor Rio austragen will, hat da seine Zweifel. Sie wollen nicht starten, wenn bei den Testspielen nicht das entsprechende Wasserqualität-Zertifikat vorliegt.

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Olympia in Rio: Das Segelrevier unter dem Zuckerhut ist extrem dreckig“

  1. avatar Marc sagt:

    Dann hoffen wir mal das Bayer mit ins Sponsoren Boot geholt wird und Herrn Buhl genug Imodium Akut sponsert 😉

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  2. avatar <°((( ~~< sagt:

    … ist ja wohl weniger das zeitlich begrenzte Problem von ein paar Luxus-Olympioniken, sondern von Millionen von Anwohnern. Nach ein paar Wochen ist Olympia vorbei und die Einheimischen müssen mit all der Jauche weiterleben.

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  3. avatar Fons sagt:

    Segler pinkeln doch auch überall rein. Die müßten das eigentlich gewöhnt sein.:)

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  4. avatar Martin sagt:

    Da kommen doch gleich wieder die Erinnerungen an Qingdao hoch! da war es auch eine Katastrophe – dort wurde extra für die Spiele ein Kläranlage gebaut. Aber kurz vorher mal die Kläranlage einschalten macht den Wahnsinn, der über viele Jahre praktiziert wurde, halt nicht von einer Minute auf die andere ungeschehen.

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  5. avatar Alex sagt:

    Lecker, lecker, lecker!

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  6. avatar Heiko Kröger sagt:

    In Qingdao hat man das Problem “elegant” gelöst. Während der paralympischen Testregatta im Mai 2008 fuhren nachts etliche Fischtrawler durch die Bucht und fingen – nein. keinen Fisch – sondern Müll.
    Vor den Olympischen Spielen muss dann noch der maritime Bruder von Agent Orange ins Wasser gekippt worden sein. Das Meer war so tot, dass ich während der Paralympics keinen einzigen Seevogel gesehen habe. Keime gab es nachweislich nicht – sonst aber auch nichts mehr.
    Unter dem Strich gilt aber festzuhalten, dass überhaupt erst durch die Spiele ein Umweltbewusstsein in Qingdao entstanden ist, welches vorher faktisch nicht da war. Es wurden Kläranlagen und Filter installiert und man hat das gesammelte Seegras in Biogas-Anlagen verwertet. Immerhin – besser, als nichts tun.
    In Rio wird es wohl ähnlich laufen.

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