Olympia-Qualifikation: Verhältnis mit ex Sailing-Team-Germany-Coach – Surf-Star unter Druck

Verhängnisvolle Affäre

Katy Spychakov ist als Vize-Weltmeisterin der aufsteigende Star am olympischen Surfer-Himmel. Nun kommt die 20-jährige Israelin in Bedrängnis durch eine heimliche Beziehung .

Katy Spychakov © R. Hajduk

Der französische Surf-Coach Pierre Loquet ist einer der Besten der Szene. Das bewies er bei seinem langjährigen Engagement für den Deutschen Segler Verband als er Moana Delle und Toni Wilhem für die  Olympischen Spiele 2012 zu Medaillen-Kanditaten formte und er Wilhelm auch bis nach Rio begleitete. Nach dem Ausstieg des DSV aus der Surf-Förderung wechselte Loquet nach Israel und setzte dort seine erfolgreiche Arbeit fort. Die Israelis machten einen Leistungssprung. Bei den Frauen sind aktuell gleich drei Surferinnen in der Weltrangliste unter den Top 12 platziert. Sie zählen für Japan zu den Medaillen-Aspiranten.

Aber Loquet ist nun gefeuert worden. Der israelische Verband hat das Vertragsverhältnis nach drei Jahren beendet. Der Grund: Die Beziehung des 37-Jährigen zu seinem besten Schützling  Katy Spychakov ist bekannt geworden. Die 20-Jährige feierte gerade erst vor zwei Wochen ihren größten Erfolg als Vize-Weltmeisterin bei der RS:X WM am Gardasee. 

Wie die Zeitung Times of Israel berichtet, heißt es in einer Erklärung des Verbandes: “In einem Gespräch mit dem Trainer und der Surferin haben beide ihre Beziehung bestätigten. Deshalb wurde in Übereinstimmung mit dem Ethikkodex und den Regeln unserer Sailing Association beschlossen, die Anstellung des Coaches zu beenden.”

Die israelische Vize-Weltmeisterin im RS:X Surfen Katy Spychakov mit Coach Pierre Loquet © Israel Sailing Association

Dabei geht es insbesondere um die Anschuldigungen dreier im Kampf um die Olympiafahrkarte rivalisierender Athletinnen, Spychakov sei während der acht Monate andauernden Affäre möglicherweise vom Coach bevorzugt behandelt worden.

Die Windsurferinnen und ihre Eltern haben sich bei den Sportbehörden beschwert, dass Spychakov durch Vorzugsbehandlung und Einzeltrainings einen unfairen Vorteil im Rennen um das Olympia-Ticket erfahren habe.

Dabei ist die Qualifikation so gut wie entschieden. Denn Spychakov behauptet nach der Vize-WM eine komfortable Führung in der internen Olympia-Wertung. Es steht nur noch ein Qualifikationsevent aus, die Weltmeisterschaft 2020. Dort müsste schon eine andere israelischer Surferin Gold holen.

© R. Hajduk

Aber die Gegnerinnen fordern, dass alle bisherigen Qualifikationsergebnisse gestrichen, und das Rennen neu gestartet wird. Sie wollten auch Spychakov sofort von allen Aktivitäten ausschließen lassen, aber das hat die Israel Sailing Association abgelehnt.

Der Verband hat nun eine Untersuchung gestartet, die feststellen soll, ob sich die Beziehung von Spychakov zu Loquet auf Kosten der anderen Windsurfer positiv auf ihre  Leistungen ausgewirkt hat.

Spychakov wurde in Eilat als Tochter ukrainischer Eltern geboren und begann im Alter von 10 Jahren mit dem Windsurfen. In einem Interview mit der Yedioth Ahronoth Tageszeitung sagte sie: “Unsere Beziehung zwischen mir und Pierre entwickelte sich im Februar. Und wir sind total verliebt. Niemand wurde wegen unserer Beziehung verletzt oder diskriminiert. Wir waren uns des Ethikkodex nicht bewusst und das hat jetzt Konsequenzen. Ich verstehe die Kritik, aber wir haben uns nicht bewusst vorgenommen, uns zu verlieben. Wir haben uns entschieden, das Risiko einzugehen. Es tut mir definitiv nicht leid, wie die Affäre begann und wohin sie uns geführt hat.”

Sie sagte, es habe bis zum Aufdecken der Affäre keine einzige Beschwerde über die Vorzugsbehandlung gegeben und fügte hinzu, dass sie durch die Reaktion ihrer Mitsurfer “sehr verletzt” sei. Sie sagt, sie würde “alles tun”, um mit Loquet weiter zu trainieren, “auch wenn das bedeutet, dass ich es selbst finanzieren muss”.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Olympia-Qualifikation: Verhältnis mit ex Sailing-Team-Germany-Coach – Surf-Star unter Druck“

  1. avatar Björn sagt:

    Wenn die Zwei sich lieben dann will Israel einfach die Gehaltsuzahlung einsparen.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 5

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