Olympia: Verschiebung auf 2021 – Was das für die deutsche Qualifikation heißen könnte

"Beste Lösung"

Am Ende konnte IOC dem öffentlichen Druck nicht mehr standhalten. Die Verschiebung der Olympischen Spiele sind beschlossen. Was das für die Segler bedeutet.

Die Olympischen Ringe auf dem Segelrevier 2008 in China. © Sailing Energy

Die Olympischen Spiele in Japan werden nun doch um ein Jahr verschoben. IOC-Präsident Thomas Bach und Japans Premierminister Abe konnten die zuletzt unausweichliche Maßnahme nicht mehr aufhalten. Statt vom 24. Juli bis 9. August 2020 sollen die Spiele nun ein Jahr später stattfinden. Ein genauer neuer Termin steht noch nicht fest, die Veranstaltung soll aber weiterhin im Sommer und in Tokio stattfinden.

Laser-Weltmeister Philipp Buhl sagt gegenüber SR: “Die Verschiebung um ein Jahr war die beste Lösung die man aus meiner Sicht treffen konnte. Ich habe mir eine Verschiebung gewünscht, da ich mich seit den Ausgangsbeschränkungen wie in einem Vakuum hänge. Und so geht es weltweit nahezu allen Sportlern. Olympische Spiele sollten dann stattfinden, wenn es der Weltgemeinschaft gut geht und alle gemeinsam feiern und zusammenkommen können. Da geht es um mehr als nur Medaillen. Und für 2020 war kaum noch etwas davon zu erwarten.”

Was heißt das für die Qualifikation?

Was die Verschiebung genau für die Segler bedeutet ist noch nicht klar. Ob die internationalen Qualifikationskriterien noch einmal verändert werden? Das wäre denkbar, ist aber wohl nicht wahrscheinlich.

Aus Sicht der nationalen Verbände könnte es allerdings Sinn machen, ihre Qualifikationen noch einmal zu öffnen. Denn die aktuellen Kriterien zielten darauf, die stärksten Sportler zu den Spielen zu schicken. Ein Jahr später mögen das nicht dieselben sein.

Jubel am Ziel. Philipp Buhl gewinnt erstmals WM-Gold bei der Laser-WM. © Jon West

Andererseits waren zuletzt im Deutschen Team die Karten klar verteilt. Philipp Buhl hat die interne Quali klar gewonnen, ebenso sieht es bei den Nacra17 für Kohlhoff/Stuhlemmer aus. Die zuvor spannendste Ausscheidung in der 49er-Klasse wurde überraschend deutlich von Heil/Plößel dominiert. Weitere Enscheidungen sind noch nicht gefallen.

Neue Qualifikationsregatten nötig

Bei den 49er Frauen steht noch eine Regatta aus und Lutz/Beucke behaupten eine knappe Führung gegenüber Jurczok/Lorenz. Und die 470er-Männer warten auf eine einzige Regatta, bei der der letzte Nationenplatz für Europa vergeben könnte.

Ihre Qualifikationsregatta in Genua ist ausgefallen, und über einen gewissen Zeitraum konnten sich Simon Diesch und Philipp Autenrieth Hoffnungen machen, nach ihrem WM-Resultat kampflos den verbleibenen Nachrücker-Platz übernehmen zu können. Aber diese Situation tritt nun nicht ein.

Spannend bleibt die Situation bei den 470er-Frauen, die schon ihre Nationen-Quali überstanden haben, deren interne Ausscheidung aber noch nicht begonnen hat. Sie starten ohnehin bei Null.

Die Laser-Radial-Frauen müssen die nationalen DOSB-Kriterien erfüllen und Svenja Weger scheiterte bei der WM nur um einen Platz (13.). Sie muss das Kriterium nun bei zwei weiteren neu zu benennenden Regatten erfüllen.

 

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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