ISAF WM Perth: Hahlbrock startet mit 5:2 in Match Race Serie, Fleetraces beginnen heute

Voll reinhängen. Jetzt gilt´s

Die Match Racerinnen hängen sich rein. Das schwedische Team gibt alles im Zweikampf vor Perth. © Ocean Images

Jetzt geht es drum. Hopp oder Topp, Alles oder Nichts. Drei Jahre Vorbereitung kulminieren in diesem Wettkampf. Bei der gemeinsamen Weltmeisterschaft der olympischen Bootsklassen im australischen Perth ist der letzte Teil der deutschen Olympiaqualifikation für 2012 gestartet.

In den nächsten Wochen entscheidet sich für die Mitglieder der deutschen Segelnationalmannschaft, wer schwarzrotgold 2012 in Weymouth vertreten darf. Nur ein Ticket wird pro Nation und Klasse verteilt.

33 Seglerinnen und Segler vom Audi Sailing Team Germany treten bei der gemeinsamen Weltmeisterschaft aller Olympiaklassen in zehn Disziplinen bis zum 18.12. an. Das deutsche Matchrace Team mit Silke Hahlbrock, Maren Hahlbrock und Anke Lukosch hat am Wochende die ersten Rennen absolviert und weist 5:2 Siege auf.  Den Deutschen gelang schon ein wichtiger Sieg gegen die ansonsten ungeschlagene Australierin Nicky Souter.

29 Teams aus 20 Nationen segeln in zwei Gruppen jeweils jeder gegen jeden um den Einzug in die nächste Runde. Die ersten acht erhalten eine Olympiafahrkarte.

Silke Hahlbrock muss ohne Kerstin Schult (r.) auskommen, die sich vor der WM verletzte. © MRTH

Dabei startet das Hamburger Match Race Team mit dem Handicap, dass Trimmerin Kerstin Schult ausgefallen ist. Das langjährige Crewmitglied laboriert seit September an einer Sehnenscheidenentzündung im Arm, die trotz intensiver Behandlung immer wieder aufbrach. „Das ist schon ein herber Rückschlag für uns, bei dieser so wichtigen Entscheidungsregatta auf Kerstin verzichten zu müssen“, sagt Steuerfrau Silke Hahlbrock.

Ersatzfrau ist die 21-Jährige Jura Studentin Anke Lukosch aus Kiel. Sie hatte in den vergangenen Monaten Kerstin Schult immer wieder beim Training  in Auckland mit dem neuseeländischen und dem niederländischen Kader ersetzt.

Die Segelduelle der Frauen werden im Hafen von Perth ausgetragen. © Ocean Images

Ab Montag starten die RS:X-Surferinnen, die Laser Radial Seglerinnen, die 470er Männer und die Finn Dinghies. Im zweiten Teil ab dem 11. Dezember greifen die Starboote ein. Einen Tag später folgen 49er, Laser Standard, RS:X Männer und die Frauen im 470er.

Die Chancen, dass für 2012 viele Athleten die Olympianorm schaffen, stehen anders als in den vergangenen Jahren besonders gut. Der DSV hat es in zähen Verhandlungen geschafft, die extrem hohen nationalen Qualifikationshürden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf ein realistisches Maß zu senken.

So haben alle deutschen Teilnehmer, die nach der dreiteiligen DSV Ausscheidung in Weymouth, Kiel und Perth unter den besten zehn Nationen der internen Wertung rangieren, die DOSB Norm erfüllt. Ein hübscher Trick, denn da die Kieler Woche wegen Terminüberschneidungen international schwach besetzt war, liegen die deutschen Segler in allen Klassen aussichtsreich platziert.

Die Elliott 6m hat beim Match Race Duell der Frauen in Perth ihren bisher größten Auftritt als Olympische Bootsklasse. © Ocean Images

So könnte es dem DSV gelingen, alle zehn Disziplinen zu besetzten, wenn sie die Nationenqualifikation bestehen. Das ist im Laser zum Beispiel relativ einfach, weil 48 Segler bei Olympia starten dürfen. Die Flotte der Match Racerinnen umfasst dagegen nur zwölf Teams. Acht Tickets werden in Perth vergeben, vier weitere bei einer Regatta Anfang Februar in Florida.

So liegt liegt in einigen Klassen das Augenmerk auf dem aktuellen Stand in der internen Olympia-Qualifikation. Besonders bei den Starbooten ist es spannend, wo noch vier deutsche Teams in den Kampf um die Fahrkarte eingreifen. Aber auch bei den 470er Frauen wird ein Krimi erwartet. Eng ist es auch bei den 470er Männern und Finn Dinghies.

WM-Medaillen für deutsche Atheleten wären eine große Überraschung. Zwar konnte das Sailing Team Gemany im Jahr 2011 Geld- und Sachleistungen im Wert von 3,2 Millionen Euro sammeln, die in den Ausbau der Infrastruktur des Trainingsstandorts Kiel flossen und  an die Mitglieder der Nationalmannschaft weitergeben wurden. Aber Erfolge sind eher langfristig zu erwarten.

Dennoch segeln die Laser, Stare, 49er und 470er Frauen auf einem Niveau, das vordere Plätze erhoffen lassen kann. Bei dem erwarteten Starkwind ist auch der Surfer Toni Wilhelm für Spitzenplätze gut. Surferin Moana Delle hat ebenfalls das Potenzial, nach vorne zu segeln.

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10 Kommentare zu „ISAF WM Perth: Hahlbrock startet mit 5:2 in Match Race Serie, Fleetraces beginnen heute“

  1. avatar Christian sagt:

    Thumbs up für Silke und Co! Wenn sie in Perth nicht das Ticket zu Olympia lösen, ist der Traum ein für alle mal ausgeträumt. Frauen-Matchrace ist ab einschließlich 2016 unverständlicherweise nicht mehr im olympischen Programm. Da hat sich die ISAF einmal mehr mit Ruhm bekleckert.

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  2. avatar Marc sagt:

    Na dann viel Erfolg. Bin gespannt wer es bei den Starbooten schafft und wer sich bei den 470er Damen durchsetzt. Kadelbach als “Oldie” oder Lutz als “Newcomer”.

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    • avatar Uschi sagt:

      Es gilt erstmal den Nationenplatz zu holen und dann die interne Ausscheidung. Man muss aufpassen, dass die Deutschen Hoffnungen sich nicht allzu sehr auf die interne Ausscheidung konzentrieren und den Nationenplatz aus den Augen verlieren.

      In diesem Sinne viel Erfolg in Perth

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    • avatar Kathrin sagt:

      Oldie!? Das ist aber nicht sehr charmant, Herr Marc!

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      • avatar Marc sagt:

        Verglichen mit einer Tina Lutz sind wir mit Jahrgang 82 bzw. 83 und nächstem Jahr 30 Lenzern auf der Uhr halt alt 😉
        Ich denke (und hoffe) aber Erfahrung setzt sich durch und Fräulein Lutz kann ja dann die nächsten Olympischen Spiele im 470er gewinnen.

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  3. avatar Titus sagt:

    Go Anke!

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  4. avatar Bin Mal Werkstatt sagt:

    “33 Seglerinnen und Segler vom Audi Sailing Team Germany …” – und nicht zu vergessen die 4 Seglerinnnen und Segler die nicht zum ASTG gehören und in ihren Klassen die deutsche Wertung anführen: Kadelbach/Belcher und Schadewaldt/Baumann!

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    • avatar Marc sagt:

      Ja traurig das dies extra erwähnt werden muss. Audis Engagement in allen Ehren, aber das immer vom Audi Sailing Team als Nationalmanschaft gesprochen wird und der Rest vergessen wird, ist schon komisch.

      Das gibt es auch nur im Segeln, das ein Sponsorenteam quasi als Nationalmanschaft bezeichnet wird/werden will.

      Es heißt ja auch die Fußball Nationalsmanschaft und nicht die Bitburger Fußballmanschaft, die deutsche Schwimmnationalmanschaft und nicht Speedo Schwimmteam, nicht Milka Skisprungteam usw.

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  5. avatar Karla sagt:

    Netter Nachtrag zum Artikel:

    “Silke Hahlbrock (GER) beat Anna Tunnicliffe (USA)” Quelle: wimra.org.

    Also 6: 2

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  6. avatar Jollenfutzi sagt:

    Silja Lehtinen FIN 10 Rennen / 10 Siege
    Hut ab !!!
    und die war 2006 Weltmeisterin (nicht Damen… nein overall) im 29er,
    d.h. nach Weymouth kann die gleich weitermachen mit nächster Kampagne für 2016

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