Olympia 2012: Ainslie schlägt zurück, sportlich und verbal

"Macht mich nicht wütend"

Ben Ainslie hat heute Gas gegeben. Auf dem Wasser und an Land. © onEdition

 

Jetzt wird es fies in der Finn Dinghy Klasse. Der Meister Ben Ainslie (35) schien ernsthaft zu straucheln bei seinem Unternehmen “bester Olympiasegler aller Zeiten” mit dem fast sicher geglaubten Gewinn seiner vierten Goldmedaille. Sechs mal in Folge wurde er von dem Dänen Jonas Hogh-Christensen besiegt, heute hat er zurückgeschlagen.

Auf der Bahn erreichte er die Plätze 1/3 während der Däne 8/4 ersegelte. Damit ist dessen Vorsprung drei Rennen vor Schluss auf drei Punkte geschrumpft, allemal eine machbare Angelegenheit für Ainslie.

Der große Widersacher Jonas-Hogh Christensen zwang Ainslie zum Strafkreis. © onEdition

 

Dennoch war er nach dem Rennen alles andere als guter Laune. Er wirft dem Dänen vor, sich mit dem Holländer Pieter-Jan Postma verbündet zu haben. “Sie arbeiten zusammen und das kotzt mich an. Aber auf diesem Niveau versuchen sie jeden Vorteil zu gewinnen den es gibt.”

Ainslie spricht einen Vorfall im letzten Rennen an, bei dem er knapp hinter Christensen auf Rang drei die Leetonne rundete fast gleichzeitig mit Postma. Der Holländer schrie er hätte die Tonne berührt und er werde protestieren. Christensen, der knapp voraus fuhr bestätigte Postma, er hätte das gesehen. Und Ainslie drehte widerwillig den einen Strafkreis und wurd dabei von Postma passiert.

Der Holländer Pieter-Jan Postma sah eine Tonnenberührung von Ainslie und protestierte. © onEdition

 

“Ich hatte keine Chance, denn ich wollte keinen Protest”, sagt Ainslie. “Sie haben einen großen Fehler gemacht. Sie haben mich wütend gemacht, und niemand will mich wütend machen.”

Tatsächlich bekam das Christensen auf dem letzten Vorwind-Kurs zu spüren. Ainslie ging hinter ihm um die Luvmarke, holte bei 14 Knoten Wind 70 Meter auf und zog an seinem Widersacher vorbei. Nach dem Ziel kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen den beiden.

“Was geredet wurde, sollte besser zwischen mir und Mr. Ainslie bleiben”, sagte Christensen später. “Das war sicher unnötig, aber so ist es eben manchmal im Sport.” Über die Anschuldigung, er hätte einen fiesen Trick gebraucht, ist er aufgebracht. “Ich habe gesehen, wie er die Tonne berührte. Und wenn zwei Typen das Gleiche sehen, dann ist es vermutlich so, dass er die Tonne berührte. Keiner von uns hat ihn mit bösen Worten bedacht, wir haben es ihm nur gesagt. Er entschied das zu tun, was er zu tun hatte und nahm seinen Penalty. Wenn er so sicher war, die Marke nicht berührt zu haben, warum drehte er dann den Strafkreis?”

Das Duell geht weiter. Es gehört sicher zu den Spannendsten bei diesen Olympischen Spielen und wohl auch zu den überraschendsten. Niemand hätte vorher gedacht, dass Ainslie in Gefahr geraten könnte. Aber der Meister äußert sich auch dazu. “Die Leute wissen ja nicht wie hart es ist. Sie sagen, du bist der Favorit und dann setzen sie ihr Haus auf dich. Das ist hart.”

Ainslie gibt wieder Gas. Er holte sieben Punkte auf den Dänen auf. © onEdition

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Carsten Kemmling

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13 Kommentare zu „Olympia 2012: Ainslie schlägt zurück, sportlich und verbal“

  1. avatar Möllus sagt:

    Nicht, dass Ainslie wieder Leute verprügelt 😉

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  2. avatar Marc sagt:

    da schwimmen bestimmt überall Schilder: Presseboote bitte Sicherheitsabstand halten oder aber Ainslie filmen auf eigene Gefahr 😉

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  3. avatar Kiel sagt:

    Hallo?

    koennen die SegelReporter wenigstens mal die Zitate im Original bringen bitte, bevor eingedeutscht wird?
    Diese ganze Geschichte ist – tschulligung – BILD Niveau.

    Fuer jeden der jetzt moechte, empfehle ich doch die Berichterstattung der BBC… die koennen Englisch und jeder kann selbst ueberstezen.
    Fakt ist: Ben Ainsle hat heute gezeigt, dass er – tschulligung – SUPER Finn segeln kann. Alles andere ist Polemik und sollte irgendwie dort zu Geld gemacht werden, wo es hingehoert. SUN & BILD ganz vorne.
    Schade Segelreporter, das war wohl nix…

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  4. avatar huber a. sagt:

    Das dass hier Bildzeitungsniveau und Stimmungsmache ist, ist jetzt abba nix Neues, odda? Sieht man ja an deinen Vorrednern. Schade, daß eine lebende Legende immer wieder gezielt dafür herhalten muß, daß hier jemand sein bisserl Aufmerksamkeit erhaschen kann.

    Allerdings, der Großteil der Welt braucht auch Bildniveau. Von daher ist es auch ne reine Angebots-Nachfrage-Geschichtte und dadurch irgendwo auch legitimiert. Carsten hat einfach festgestellt, daß die Skandale, die Zugpferde sind, genau wie er sicher festgestellt hat, daß Leistungssport mehr Anhänger hat, als irgendwelche Päarchen, die sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und ihren Hintern in die Kamera halten und der Ach so böse Ben, der sich nicht anders verhält, wie 90% aller Profisegler, und sicher auch nicht der Erfinder ist, von Psychodruck und deutlichen Worten und Durchsetzungskraft auf dem Wasser oder an Land, sondern bei dem nur dass ins Rampenlicht gerückt wird, was im Segelsport schon immer Sache war, muß halt für die Quote herhalten. Was solls?!

    Es wird ja auch ständig die Dramatik geschürt, ob der unschlagbare Ben an seinem “Bester Olympiasegler aller Zeiten im Heimatland” Projekt scheitern wird oder nicht und suggeriert das dass, das sichereste Gold aller Zeiten neben den Einlagen in Fort Knox wäre, um die Dramaturgie schön hoch zu halten, was natürlich auch Käse ist, denn jeder mündige Segler weiß, daß beim Segeln schonmal gar nix sicher ist und Olympiagold sowieso nicht. Im Segeln kann immer viel passieren! Wenn man weiß, wie gut die Jungs im Finn sind und mal guckt, wie oft in den letzten Jahren die stärksten Segler hinter Ainslie gewechselt haben, was natürlich immer daran liegt, wer grad sein Setup am Schnellsten hinbekommt, muß sich eh wundern, wie ein Mann so lange, so dominant in so einem Boot segeln kann, was natürlich auch daran liegt, daß er über die Mittel und das Know How verfügt, immer mit absoluten Topspeed, oder eher Überspeed, anzutreten. Für Quingdao hatte er sogar ein eigenes Segel entwickelt, daß erst im Anschluß bei North für jedermann erhältlich war. Meinetwegen kann er in Weymouth auch Letzter werden, Legende isser so oder so.

    Is auch immer witzig, wenn hier irgendwelche Hirndübel, die Tag und Nacht nix anderes zu tun haben, als vorm Computer zu sitzen und in ihrem Leben noch nie wie wirklich was zerissen haben, sich anmaßen über Ainslie zu urteilen, er könne dem Druck nicht standhalten. So, wies aussieht, hat Christensen einen kleinen Speedvorteil und wenns Ainslie trotzdem schafft, die Serie zu gewinnen, wäre “Big Ben” als Betitelung eher noch zu gering.

    😉

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  5. avatar Uschi sagt:

    Liebe Leute, kann sich überhaupt jemand vorstellen welche Erwartungshaltung auf Ben Ainslie lasten? Alles andere als die Goldmedallie ist schon eine Niederlage. Schaut Euch einfach nur mal die “Propaganda” Videos an, die im Vorfeld veröffentlicht wurden. Da sprechen ihm Leute wie Robert Scheidt und Iain Percy ihre Ehrerbietung aus. Welcher Segler kann von sich behaupten solche Leistungen konstant über Jahre zu bringen? Da ist es auch kein Wunder, das mal ein Aussetzer kommt wie in Perth (Achtung: jetzt meine ganz persönliche Meinung!!! Son Medienboot hat auf der Bahn nichts zu suchen und mindestens 100m Abstand zu jedlichem Teilnehmer zu halten).

    Vor ein paar Tagen gab es noch die heisse Debatte ob die Deutschen Segler ihre Leistung nicht abrufen können und hinter den Erwartungen hinterher hängen. Aus meiner Sicht ist das was die Briten ihren Seglern abverlangen Erwartungsdruck, da können wir alle mal tief durchatmen und mal drüber nachdenken, ob unsere Segler solche Leistungen bringen können im Vergleich zu dem Aufwand den die Briten betreiben.
    Aber ich kann mir gut vorstellen, das einige derjeniegen die hier ihren Senf dazu geben, denken, dass es sich um Material von der Stange handelt und es ausreichend ist mal am Wochenende aufs Boot zu steigen um bei Olympia dabei zu sein!

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    • avatar E. Hardtmann sagt:

      Verglichen mit den BBC-Kommentatoren ist das hier 1 A sachliche Berichterstattung. Bei denen ist Ainsle permanent “on the attack”, auch wenn er mal tief im Feld die Tonne rundet. Das Commonwealth bekokmmt auf den vorderen Plätzen noch etwas Aufmerksamkeit und der Rest des Feldes nur statt, wenn die Segler kentern oder ein anderes Malheur passiert. Dagegen sind die Analysen hier richtig wohltuend. Weiter so.

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    • avatar bläck sagt:

      “Alles andere als die Goldmedallie ist schon eine Niederlage”…das gilt für alle Teilnehmer…

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      • avatar huber a. sagt:

        Vollkommen falsch!

        Gold ist eigentlich das Schlimmste was einem passieren kann, weil du dann an der Spitze bist, alles erreicht hast und nach neuen Zielen und Herausforderungen suchen mußt! Du hast dein Leben lang geschuftet, stehst ganz oben und plötzlich merkst du, daß du absolut nicht weißt, was nun kommen soll und du wirst eingenommen von einer unfassbaren und bedrückenden Leere! Dein Leben, daß bis dahin in geregelten Bahnen lief und von einem zielstrebigen, erfüllten Alltag bestimmt war, wird orientierungslos und planlos und du fristest ein weltdesillusioniertes Dahinvergetieren ohne Perspektive. Erzähl das aber bitte nicht weiter! Es könnte unserem von Erfolg und Wachstum geprägtem und immer nach Höherem, Schnellerem und Weiterem, strebenden Bewußtsein einen selbstreflixen Schock verpassen und das ganze Gesellschaftssystem ins Chaos stürzen.

        Be careful!

        *Haftungsausschluß: Auf Richtigkeit obiger Zeilen wird nicht bestanden. Sie sollen keine Lebensanleitung darstellen oder Leistungssportler davon abzuhalten zu gewinnen. Jeder muß selber entscheiden, ob er in sein Verderben segelt!

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        • avatar Max sagt:

          …und wenn man wirklich Alles im Leben erreicht hat – inklusive Goldmedaille – könnte man sich ja mal mit etwas ganz Anderem befassen…

          …zum Beispiel mit deutscher Grammatik! 😉

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          • avatar judge dredd sagt:

            …und wer wirklich nichts im Leben erreicht hat – außer rudimentärer Grammatikkenntnisse – sollte sich endlich einmal mit etwas ganz anderem beschäftigen:

            mit Inhalten!

            😉

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  6. avatar Marc sagt:

    Was hat das mit Bildzeitungsniveau zu tun? Carsten hat doch sachlich berichtet. Das es nunmal die Aktion mit der Tonnenrundung gab wurde doch ganz normal beschrieben und auch genau berichtet, dass beide es gesehen haben und er ja nicht hätte kringeln müssen wenn er so sicher war. Eine ganz normale Rennbeschreibung.

    Das hat nichts mit Übersegler angreifen, anmaßen, Leistung schmälern oder sonst was zu tun. Auch die Kommentare oben von uns nicht. Das war doch Spaß und eine Anspielung auf die Medienbootgeschichte. Leute die keinen Spaß verstehen, sollten darum aber auch nicht andere angreifen. Wann man wie und wo im Internet ist, ist ja immer noch unsere Sache.
    Und ganz so schlecht kann er ja auch nicht sein mit drei goldenen Umhängern 😉

    Bildzeitungsniveau wäre ausserdem nur über die halbnackten Bikinimädels neben der Regattabahn zu berichten. Also bitte weiter so SR, immerhin berichtet ihr von Olympia mit guten Links zu Livebildern(wie aktuell der Laser Stream). Da kann man vom DSV ja nicht viel erwarten(was machen die eigentlich für unsere Beiträge?)

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    • avatar huber a. sagt:

      Klar, hier geht noch. Die alten Ainslie Beiträge waren natürlich weitaus mehr Bildniveau. Trotzdem wird bei Ainslie, gepaart mit einem Vergehen, immer aus dem Vollen geschöpft. Man sieht ja wie Überschriften gewählt werden oder die passenden Bilder zu den früheren Artikeln gewählt wurden. Mir ist dieses reißerische Ausschlachten von SR zu Gunsten der Quote einfach ein Dorn im Auge. Wenn Ainslie beim Ausreiten einen Pfurz lassen würde, würde es wahrscheinlich als Anschlag auf das ökologische Gleichgewicht dargestellt werden. Moralische Verfehlungen anderer hingegen als perfekte Auslegung des Regelwerks.

      Ich wills auch gar nicht weiter konkretisieren und aufkochen. Die Meinungen sind ja gott sei dank verschieden und so wichtig ist das jetzt ja auch wieder nicht. SR nimmt man, zu was es dient. Hie und da ein bisserl Zerstreuung und Amusement.

      Die Meisten können die Leistung von Ainslie und was da draußen abgeht eh nicht wirklich einschätzen.

      Tschüss

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