Olympia 2012: Kenterung, Tagessieg und gute Einzelergebnisse

Die Hoffnung lebt

Stanjek/Kleen ohne Medaillenchance ins Medal Race; Grotelüschen muss noch eine Schippe drauflegen. Erster Tagessieg durch 49er, und 470er-Frauen pfui und hui.

 

Stanjek/Kleen gehen als 7. in das Medaillenrennen, Platz vier ist noch möglich. © onEdition.

 

Im Schatten des dramatischen britisch-dänischen Finn-Dingi-Duells ohne deutsche Beteiligung wurde am Freitag auch in den anderen Klassen um wichtige Punkte für den Einzug in die Medal Races gekämpft.

Die Medaillenplätze sind allerdings für das siebtplatzierte Berliner Starboot-Duo Robert Stanjek/Frithjof Kleen endgültig außer Reichweite geraten, denn die Übermacht des Führungstrios war erdrückend. Vor dem Finale am Sonntag sind die Medaillen im Star bereits verteilt – und zwar an genau dieselben Teams wie schon vor vier Jahren in Qingdao/China. Nur die Farben werden noch gemischt, doch auch hier sieht alles nach einer Wiederholung der Geschichte aus.

Auf dem besten Weg zur Titelverteidigung nehmen die Briten Iain Percy und Andrew Simpson acht Zähler Vorsprung auf die Brasilianer Robert Scheidt und Bruno Prada mit. Silber haben sie sicher. Die Schweden Fredrik Loof und Max Salminen lauern vier Zähler zurück auf ein kostspieliges Duell der Führenden. Die Briten könnten auf die Idee kommen, Scheidt/Prada ganz nach hinten zu segeln, um ihre Goldmedaille zu sichern, so wie es Lasersegler Goodison in Qingdao getan hatte.

„Die Erfahrung der ersten Olympischen Spiele war trotzdem schön, auch wenn sich unsere Hoffnung nicht erfüllt hat“, zog Frithjof Kleen ein vorweggenommenes Resümee. „Enttäuschend war vor allem der vierte Tag mit unserer Black-Flag-Disqualifikation.“ Aber wer nach dem sensationellen Gewinn der Vizeweltmeisterschaft im Dezember in Perth davon ausgegangen war, dass Edelmetall Pflicht und alles andere ein Reinfall sei, verkenne die Realitäten.

Im wohl stärksten Teilnehmerfeld der gesamten Segelwettbewerbe hingen die Trauben entsprechend hoch. Kleen: „Ohne wenn und aber wollten wir mehr, aber wir werden dennoch zufrieden nach Hause fahren.“ Mit einem Glanzstück könnte es theoretisch noch zu einem dankbaren vierten Platz reichen. Im neunten Rennen verlor das Duo aber noch einmal wichtige Punkte, als es nach einem Frühstart spät zur Linie zurückkehrte und dennoch bis zum neunten Platz aufholte.

Simon Grotelüschen bei der Wende. Ist das die Wende? © Marina Könitzer

 

Grotelüschens missglückte Strategie

In diese Ausgangsposition will Simon Grotelüschen am liebsten nicht kommen, galt der 25-Jährige vor seiner Olympia-Premiere doch auch als Medaillenkandidat. Doch wenn er das wieder werden will, müssen „Sonnabend zwei saubere Rennen her“, so der Lübecker. Nach seinem vierten Tag hat er 27 Punkte Rückstand auf Bronze.

Der WM-Vierte haderte vor allem mit dem siebten Rennen, wo er auf die rechte Seite der Startkreuz gesetzt hatte, aber über links die Post abging. Grotelüschen war am Luvfass nur 33. und stocherte sich anschließend nur noch bis auf den 19. vor – der Streicher.

„Auf der zweiten Kreuz habe ich es dann links versucht, da wäre es in der Mitte besser gegangen“, erklärte der Student seine missglückte Strategie, bei Nummer drei und vier sei es ihm nicht besser ergangen. Wenn es überhaupt etwas Positives gebe, dann dass er trotz der Rückschläge immer wieder zurückgekommen sei. Auf 19 folgte ein starker vierter Platz.

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