Olympia 2012: Surfer mit starkem Auftakt, Schadewaldt/Baumann gekentert

Starkwind-Kerl und "Leichtwind-Tussy"

Der Hoffnungsträger Toni Wilhelm liegt auf Rang drei. © onEdition

Delle und Wilhelm surfen in Weymouth auf Erfolgswelle, Toni gar auf Bronze-Kurs und Moana als Fünfte in Reichweite. Tiefschlag mit zwei Kenterungen für die 49er Schadewaldt/Baumann. Stanjek/Kleen (Star) solide. Grotelüschens Knoten platzte spät, Goltz chancenlos.

Die weiße Sonnencreme noch im Gesicht, barfuß vom Brett kam Moana Delle vor Freude hüpfend an Land. „So cool, einfach schön“, waren die erste Worte der 22-Jährigen, die sich mit den Einzelplätzen vier und fünf zum Auftakt der RS:X-Regatta selbst überraschte. „Ich konnte es gar nicht glauben, war vom Start weg vorne dabei“, so die Kielerin, die daraufhin einen eigenen Psychotrick anwenden musste.

„Plötzlich schwirrte mir die wahnsinnige Bedeutung von Olympia im Kopf herum, den musste ich wieder frei kriegen.“ Ihr Rezept: Singen! Lighthouse Familys „It’s a beautiful day“ vertrieb die blockierenden Gedanken.

Moana Delle hält sich stark auf Rang fünf, aber die Favoritinnen sind vorne. © onEdition

„Das mache ich sonst nur im Training, aber es hilft mir immer, Spaß zu haben oder ein Späßchen zu machen“, erklärte die Studentin, „da funktioniere ich ganz gut.“ Konstant blieb sie in beiden Rennen in der Spitzengruppe, passierte sogar die einheimische Mitfavoritin Bryony Shaw. „Sie war vor mir auf einmal aus unerklärlichen Gründen umgekippt“, so Delle, „das Angebot hab‘ ich dankend angenommen.“

“Leichtwind-Tussy” stark

Unerwartet war die Leistung angesichts der Gleitbedingungen, die der Kieler Woche-Siegerin 2011 an sich weniger liegen. „Ich bin ja irgendwie doch noch eine Leichtwind-Tussy“ – lockerer flockiger geht es kaum. Gleichwohl erkannte sie die Überlegenheit der Favoritinnen Marina Neira Alabau (Spanien), Lee-Ei Korsiz (Israel) und Zofia Noceto-Klepacka aus Polen an, die vor der Ukrainerin Olga Maslivets die ersten drei Plätze belegen.

Delle mag eigentlich lieber leichteren Wind, surfte aber taktisch stark. © onEdition

Auch Surfer Toni Wilhelm gab ein Paradebeispiel für Tiefenentspannung und echte Lässigkeit ab. Sein zufriedenes Grinsen war schon aus 50 Metern Entfernung unverkennbar. „Gelungene Starts, guter Speed, die wenigen Wenden sauber gesetzt – ein schöner Auftakt.“

Dem wäre kaum etwas hinzuzufügen, außer dass zwei dritte Plätze auch „nur“ zum Bronze-Rang reichten, weil der Niederländer Dorian van Rijsselberge zwei einsame Rennen an der Spitze fuhr und Przemyslaw Miarczynski aus Polen zweimal den zweiten Platz belegte. Der hatte Wilhelm kurz vor dem Ziel der zweiten Wettfahrt noch abgefangen, was den Baden-Württemberger schon ärgerte.

Warum war er auf dem letzten Teilstück plötzlich so langsam geworden? Nein, die Kräfte hatten ihn nicht verlassen und auch Seetang habe er nicht gefangen, erläuterte der 29-Jährige, was auf dem Racetracker wie ein Einbremsen aussah. Nach der Halse an der letzten Tonne musste Toni Wilhelm unglücklicherweise eine Weile bergan fahren. „Ich klemmte hinten auf dem Rücken einer Welle fest“, so der neue Hoffnungsträger der gesamten Segelmannschaft.

Wilhelm schraubte die Euphorie etwas herunter, sieht den Engländer Nick Dempsey (4.) und den Neuseeländer Jon-Paul Tobin als weitere Anwärter aufs Podium, obwohl der vorerst nur Neunter ist. „Denen bin ich heute am Start einfach oben drüber gebraten.“

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