Olympia Weltcup Palma: Deutsches Star-Team Stanjek/Kleen im Medalrace zur Silbermedaille

Platz zwei bei Comeback

Landunter für Stanjek-Vorschoter Frithjof Kleen. Aber er taucht wieder auf. © Marina Könitzer

Robert Stanjek und Frithjof Kleen haben bei der Trofeo Princesa Sofia MAPFRE  nach einem erstaunlichen Endspurt Platz zwei im Weltklassefeld der Stare erreicht. Ein Sieg im zehnten Rennen hatte sie vor dem Finale auf Platz vier gebracht.

Robert Stanjek und Frithjof Kleen starten mit Platz zwei beim Weltcup vor Palma. © Marina Könitzer

Im doppelt zählenden nicht streichbaren Medalrace belegten sie Rang drei und konnten damit noch den Rekord Olympiamedaillen-Gewinner Torben Grael sowie den Italiener Diego Negri einholen. Punktgleich liegen sie auf den Rängen drei und vier.

Alexander Schlonski und Matthias Bohn konsolidierten ihren zehnten Gesamtplatz mit Rang zehn im Finale. Mit Johannes Babendererd und Timo Jacobs auf Platz 14 bestätigte das deutsche Starbootteam seine Ausnahmestellung in der Weltelite obwohl Johannes Polgar mit Ersatzmann als 29. nicht in das Geschehen eingreifen konnte. Stammvorschoter Markus Koy kuriert eine Fleischwunde am Bein aus nach einem unglücklichen Sturz auf eine Glasscherbe.

Faszination Starboote. Im Gegenlicht vor dem Wind beim Schiff der Wettfahrtleitung. © N. Martinez

Die weiteren Ergebnisse des Audi Sailing Team Germany zeigen gute Ansätze aber fehlende Konstanz. Das Match Race Team hat mit Platz endlich einmal wieder ein Viertelfinale geschafft und knüpft an alte Leistungsstärke an. Aber die Vorstellung gegen die Top Teams in den letzten Runden dürfte sie noch nicht zufrieden stellen.

Mit einem starken Endspurt und einem Sieg im zehnten Rennen knüpfte Surferin Moana Delle an ihre Erfolge aus dem Vorjahr an und verpasste das Medalrace nur knapp auf Rang 11.

Palma-Postkarte. Jojo Polgar im Zweikampf vor der Kathedrale. © N. Martinez

Lasersegler Simon Grotelüschen dürfte sich mehr über Platz zwölf ärgern. Denn im Verlauf der Woche fiel er jeden Tag etwas weiter aus der Spitze zurück. Besonders bei starkem Wind gehört er aber offenbar zu den Top fünf in der Welt.

Die deutsche 49er Flotte segelte eher unter ihren Möglichkeiten. Aber mit dem 15. Platz erreichten Erik Heil und Thomas Ploessel den achtbesten Nationenplatz. Vier dänische und vier britische Mannschaften lagen vor ihnen.

Auch die 470er Frauen blieben blass bei den wechselnden Bedingungen. Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher waren auf Rang 20 das beste deutsche Team.

Bei den 47er Männern kamen die Altmeister Lucas Zellmer und Heiko Seelig erst in der Goldgruppe mit zwei vierten und einem zweiten Rang in Schwung. Mit Gesamtplatz 17 bewegen sie sich aber hinter ihren Ansprüchen.

Robert Stanjek und Fridtjof Kleen (l.) geben alles bei ihrem Comeback. © N. Martinez

Laser Radial Seglerin Franziska Goltz wurde mit einer unauffälligen Serie ebenfalls 17. und sucht noch nach der Form, die sie bei der Kieler Woche 2011 überraschend auf Rang zwei katapultiert hatte.

Die Serie zum 18. Platz machte für Finnsegler Jan Kurfeld am Anfang große Hoffung, als er sich regelmäßig in den Top Ten platzierte. Aber die letzten vier Rennen in der Goldgruppe misslangen völlig.

Surfer Toni Wilhelm zeigte, dass er bei Starkwind zur Weltspitze gehört. Aber nach den ersten Erfolgen rutschte er bis auf Rang 21 ab.

In der parlympischen 2.4 Klasse zeigte Heiko Kröger mit Rang zwei eine ansprechende Leistung. Im zehn-Boote-Feld dürfte ihn allerdings der verlorene Zweikampf mit dem holländischen Weltmeister Thierry Schmitter wurmen.

Alles in allem ist das Audi Sailing Team Germany noch nicht da, wo es gerne sein möchte. Der Generationen-Umbruch wird sich möglicherweise im vorolympischen Jahr noch schwerwiegender bemerkbar machen. Zurzeit kann nur deutsche Starbootflotte auf internationalen Parkett ganz vorne mitspielen.

Aber die erste wichtige Regatta findet für die deutschen Segler erst im Juni in Weymouth statt. Dann beginnt die Olympiaausscheidung. Dann zählt es.

Ergebnisse

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Olympia Weltcup Palma: Deutsches Star-Team Stanjek/Kleen im Medalrace zur Silbermedaille“

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