PreOlympics Weymouth: Holländer und Polen düpieren die etablierten Segelnationen

Erfahrenheit zählt


ISAF Weltsegler des Jahres Tom Slingsby gewinnt die Laser-Konkurrenz bei den Pre Olympics in Weymouth. © Thom Touw-thouw

Während sich die deutschen Segler bei den PreOlympics mit zwei siebten Plätzen begnügen mussten, haben besonders die Holländer in Weymouth groß aufgetrumpft. Mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze liegen sie in
der Medaillenwertung  sogar vor den britischen Gastgebern.

Die holten nur eine Goldmedaille allerdings sechsmal Edelmetall insgesamt. Die Australier waren ebenfalls sehr erfolgreich mit zweimal Gold und einmal Silber, aber auch die Polen gehören nun mit einer Goldmedaille und zweimal Bronze zu den großen vier Segelnationen.

Bei den Starkwindbedingungen trumpften besonders die erfahrenen Athleten auf. Ben Ainslie ließ im Finn Dinghy nichts anbrennen wie auch sein alter brasilianischer Weggefährte Robert Scheidt im Starboot. Ainslie siegte mit 31 Punkten Vorsprung, Scheidt mit 20 Punkten.

Ein ebenso klarer Sieg war den Franzosen Leboucher/Garos im 470er nicht zugetraut worden. Ihr 20 Punkte Vorsprung war genauso überzeugend und unerwartet wie die 20 Punkte der Holländerin Marit Bouwmeester im Laser Radial.

Rolex ISAF Weltsegler des Jahres Tom Slingsby, der direkt von der D-One WM am Gardasee anreiste, schob sich erst im Medalrace um zwei Punkte in die Laser Spitzenposition. Landsmann und Moth Weltmeister Nathan Outteridge siegte im 49er sogar noch knapper mit Iain Jensen gegen die Barcelona World Race Zweiten Iker Martinez und Xabi Fernandez. Zwei Plätze Vorsprung im Medalrace brachten Punktgleichheit und den Gesamtsieg.

Pressemeldung vom Audi Sailing Team Germany:

Die deutschen Segler konnten bei den Pre-Olympics zwischen dem 31. Juli und dem 13. August in Weymouth noch nicht zu voller Form auflaufen. Insgesamt platzierte sich das deutsche Segelnationalteam dreimal in zehn Bootsklassen unter den ersten Zehn. Für den Veranstalter als auch für die Segler des Audi Sailing Team Germany waren die Pre-Olympics eine hilfreiche Standortbestimmung.

Hoffnungsträger wie Simon Grotelüschen (LYC) im Laser oder Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (beide NRV) im 49er gaben mit ihren siebten Plätzen ihre Visitenkarte ab und haben wieder einmal gezeigt, wie wettkampfstark sie sind.

Die Zwischenbilanz aus diesem Testevent fällt „im Medaillenergebnis leider nicht so vielversprechend aus, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber diese Generalprobe war eine lehrreiche Erfahrung für unsere Segler, die im nächsten Jahr zur gleichen Zeit und unter gleichen Bedingungen kämpfen werden“, so Sailing Team Germany Geschäftsführer Oliver Schwall.

„Wir haben unser Wissen über das Revier, die Wettkampfbedingungen und die Konkurrenz deutlich verbessern können“, ergänzt Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin des Deutschen Segler-Verbandes. Für die deutsche Segelnationalmannschaft gibt es also noch viel zu tun.

„Gegen Nationen, die viele erfahrene Teams haben, sind wir leider noch ganz am Anfang. Nur Toni Wilhelm (WYC), diesmal neunter im RS:X M, ist 2004 schon einmal die Spiele gesegelt. Wir nehmen unsere Erkenntnisse mit nach Hause und werden bis London 2012 hart an uns arbeiten“, verspricht Nadine Stegenwalner.

Die Gesamtwertung gibt ihr Recht: Die Engländer sind mit sieben Medaillen, die Holländer mit fünf und die Polen mit vier Medaillen nach Hause gefahren. Jetzt sind die Blicke nach Perth, Australien gerichtet. Dort wird im Dezember um das Ticket nach London 2012 gesegelt. Es ist für die deutschen Segler also noch vieles offen.

Die Ergebnisse der deutschen Starter:

Laser Std: Simon Grotelüschen (LYC) (7.)

Laser Radial: Franziska Goltz (SSV) (19.)

Finn: Matthias Miller (WYC) (21.)

RS:X M: Toni Wilhelm (WYC) (9.)

RS:X W: Moana Delle (SKBUE) (14.)

470er M: Jan-Jasper Wagner (VSaW)/Tobias Bolduan (DTYC) (16.)

470er W: Kathrin Kadelbach (VSaW)/Friederike Belcher (NRV) (15.)

49er: Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (beide NRV) (7.)

WMR: Silke Hahlbrock/Maren Hahlbrock/Kerstin Schult (alle HSC) (nicht Viertelfinale)

Star: Robert Stanjek/Frithjof Kleen (beide NRV) (11.)

Ergebnisse/Eventseite

 

 

 

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „PreOlympics Weymouth: Holländer und Polen düpieren die etablierten Segelnationen“

  1. avatar hanseatic sagt:

    Erfahrung zählt – dem bleibt (fast nicht) hinzuzufügen. Und da Weymouth ja nicht ganz so weit weg von der Heimat ist kann man dem AST bis zu den Spielen nur zahlreiche Trainingslager dort vor Ort empfehlen um eben diese fehlende (Revier)Erfahrung dort zu sammeln.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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