Weymouth Weltcup: Grotelüschen katapultiert sich mit Medalrace-Sieg auf Platz vier

Da ist sie die Faust...

Simon Grotelüschen ballt die Faust nach seinem Sieg im Medalrace und Gesamtplatz vier. © onEdition

Die deutschen Segler haben beim ersten harten Leistungstest auf dem Olympiarevier von Weymouth eine ordentliche Leistung gezeigt. Vier Booten gelang der Einzug in das Medalrace. In der Nationenwertung inklusive der paralympischen Klassen belegt Deutschland Rang vier.

Herausragendes Ergebnis beim Audi Sailing Team Germany war der vierte Platz von Lasersegler Simon Grotelüschen. Mit einem Sieg im Medalrace (Replay) katapultierte er sich von Rang sieben auf Rang vier im Feld der 124 Boote. Kurz vor dem Ziel wurde der führende Brite Nick Thompson noch von der Jury zu zwei Strafkreisen wegen Pumpens verdonnert.

Phillipp Buhl hatte das letzte Lee-Tor noch knapp sechs Sekunden hinter Grotelüschen gerundet. Er fiel auf der Kreuz aber auf den letzten Platz zurück während sich Grotelüschen über die rechte Seite von Platz fünf an die Spitze verholte. Er sammelte damit drei Punkte mehr als Kontrahent Buhl für die interne Olympiaqualifikation.

„Mir ist heute ein wirklich gutes Rennen gelungen. Es war eine harte Regatta mit viel Wind und vielen Herausforderungen. Das Niveau war unglaublich hoch – umso glücklicher bin ich über mein Ergebnis“, bilanzierte Grotelüschen.

Phillipp Buhl verpatzt das Medalrace, zeigt als Gesamt-Siebter aber eine starke Leistung. © onEdition

Auch die Laser Radial-Seglerin Franziska Goltz schaffte es in das Medalrace, konnte aber mit Rang neun nicht mehr entscheidenden Boden gut machen und landete auf Rang zehn. Nach den jüngsten Weltcupergebnissen war die mögliche Olympiaqualifikation von Goltz in weite Ferne gerückt. Aber die enorme Leistungssteigerung beim Zielwettkampf spricht für die Athletin aus Schwerin.

Auch Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher vom EWE Saling Team präsentierten sich in guter Form. Sie entschieden den ersten Teil der internen Qualifikation im Duell mit Tina Lutz und Susann Beucke für sich und konnten mit einem starken Medalrace noch sechs Plätze zwischen sich und die Gegnerinnen auf Rang 15 bringen.

Beide Surfer sind nah dran an der Weltspitze. Toni Wilhelm kann bei Starkwind ganz oben mitspielen. Bei weniger Druck ist er allerdings noch nicht so weit und verpasste unglücklich das Medalrace auf Rang elf.

Moana Delle schob sich mit einem starken Finale noch auf Platz 13 vor, hat aber auch noch mit Schwächen zu kämpfen. „Flache Wasser mit der kurzen, steilen Welle liegt mir nicht so. Ich konnte dann den Speed oder die Höhe der Konkurrentinnen nicht mitlaufen.“

Die Match Racerinnen Silke und Maren Hahlbrock mit Kerstin Schult verpassten nach einer starken Hoffnungsrunde nach einer für sie unglücklichen Auflösung eines 4:1 Gleichstandes die Runde der letzten acht Teams und wurden schließlich neunte. Sie scheinen aber auf einem guten Weg zu sein. Sie holten als siebtbeste Nation ebenfalls wichtige Punkte für Olympia.

Ein wohl größte Überraschung gelang dem jungen 470er Duo Jan Jasper Wagner und Tobias Balduan. Die 36. Der Weltrangliste und 55. der vergangenen WM erreichten mit Platz 14 schon im ersten Anlauf die für die Olympiaqualifikation mindestens notwendige sechs Punkte (7) in drei Serien. Kein weiters deutsches Team kam unter die Top 20.

Schwach segelten die DSV-Stars aus der Starbootklasse. Vier Teams bewerben sich um die Olympiafahrkarte aber nur zwei konnten Punkten. Alexander Schlonski und Matthias Bohn holten als 17. vier Punkte und Robert Stanjek mit Frithjof Kleen zwei. Babendererde/Jacobs verpassten als 21. knapp einen Punkt und die Europameister Polgar/Koy kamen als 26. sehr schwer zurecht.

In diesen Gefilden fanden sich schließlich auch die 49er-Segler ein. Nach einem starken Auftakt lagen Schadewald/Baumann als 18. schließlich nur einen Qualifikationspunkt vor Briesenik-Pudenz/Massmann.

Finnsegler Jan Kurfeld holte sich nach schwachem Beginn aber einem guten Zwischenspurt mit zwei Top Ten Plätzen immerhin einen Qualifikationspunkt als 20. In dem Feld mit unter anderem fünf Briten unter den Top zwölf ist Kurfeld immerhin zwölfte Nation.

Generell hat der erste echte Leistungstest der deutschen Olympiaflotte gezeigt, dass vielleicht noch einige positive Überraschungen erwartet werden können. Die gemeinsame Arbeit des Audi Sailing Team Germany mit dem DSV scheint schon erste Früchte zu tragen. In allen Olympiaklassen gibt es deutsche Vertreter, die in der Weltspitze mithalten können. Medaillen sind zurzeit allerdings nur für die Lasersegler in Reichweite.

Bei den paralympischen Klassen ist Heiko Kröger im 2.4 als fünfter etwas weiter von der absoluten Spitze entfernt, als gewohnt. Aber Newcomer Lasse Klötzig mag den Altmeister als neunter schon mal unter Druck setzen.

Paralympics Sieger Jens Kroker hat eine verkorkste Serie mit einem vierten Platz beendet (insgesamt 7.) und dürfte langsam auf dem Weg Richtung Spitze im Sonar sein.

Women’s Match Race
1 Anna Tunnicliffe/Molly Vandemoer/Debbe Capozzi (USA)
2 Lucy Macgregor/Annie Lush/Kate Macgregor (GBR)
3 Claire Leroy/Claire Pruvot/Marie Riou (FRA)

9 Silke Hahlbrock/Maren Hahlbrock/Kerstin Schult (Hamburger Segel-Club)

2.4 mR

1 Damien Seguin (FRA)

2 Andre Rademaker (NED)

3 Thierry Schmitter (NED)

5 Heiko Kröger (Norddeutscher Regatta-Verein)

9 Lasse Klötzing (Potsdamer Yacht-Club)

49er

1 Nathan Outteridge/Ian Jensen (AUS)

2 Stephane Christidis/Peter Hansen (FRA)

3 Stevie Morrison/Ben Rhodes (GBR)

18 Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Norddeutscher Regatta-Verein)

19 Lennart Briesenick-Pudenz/Morten Massmann (Flensburger Segel-Club)

24 Max Rieger/Moritz Rieger (Württembergischer Yacht-Club)

26 Erik Heil/Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta-Verein)

30 Leopold Fricke/Lorenz Huber (Chiemsee Yacht-Club)

470er Männer

1 Pierre Leboucher/Vincent Garos (FRA)

2 Matthew Belcher/Malcolm Page (AUS)

3 Panagiotis Mantis/Pavlos Kagialis (GRE)

14 Jan-Jasper Wagner/Tobias Bolduan (Verein Seglerhaus am Wannsee)

28 Ferdinand Gerz/Patrick Follmann (Deutscher Touring Yacht Club)

470er Frauen

1 Jo Aleh/Olivia Powrie (NZL)

2 Hannah Mills/Saskia Clark (GBR)

3 Camille Lecointre/Mathilde Geron (FRA)

9 Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Verein Seglerhaus am Wannsee/Norddeutscher

Regatta-Verein)

15 Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee Yacht-Club)

Finn

1 Ben Ainslie (GBR)

2 Giles Scott (GBR)

3 Ivan Kljakovic Gaspic (CRO)

20 Jan Kurfeld (Yachtclub Wismar 61)

29 Matthias Miller (Württembergischer Yacht-Club)

Laser Standard

1 Tom Slingsby (AUS)

2 Andrew Murdoch (NZL)

3 Paul Goodison (GBR)

4 Simon Grotelüschen (Lübecker Yacht-Club)

7 Philipp Buhl (Segelclub Alpsee Immenstadt)

21 Malte Kamrath (Verein Seglerhaus am Wannsee)

Laser Radial

1 Marit Bouwmeester (NED)

2 Evi van Acker (BEL)

3 Annalise Murphy (IRL)

10 Franziska Goltz (Schweriner Segler-Verein von 1894)

25 Lisa Fasselt (Yachtclub Ruhrland Essen)

RS:X Männer

1 Nick Dempsey (GBR)

2 JP Tobin (NZL)

3 Dorian van Rijsselberge (NED)

11 Toni Wilhelm (Württembergischer Yacht-Club)

RS:X Frauen

1 Marina Alabau (ESP)

2 Zofia Klepacka (POL)

3 Lee Korzits (ISR)

13 Moana Delle (GER)

Sonar

1 John Robertson/Hannah Stodel/Steve Thomas (GBR)

2 Udo Hessels/Marcel van Veen/Mischa Rossen (NED)

3 Bruno Jourdren/Eric Flageul/Nicolas Vimont Vicary (FRA)

7 Jens Kroker/Robert Prem/Siegmund Mainka (Yachtclub Berlin-Grünau, Norddeutscher

Regatta-Verein)

Star

1 Robert Scheidt/Bruno Prada (BRA)

2 Fredrik Loof/Max Salminen (SWE)

3 Diego Negri/Enrico Voltolini (ITA)

17 Alexander Schlonski/Matthias Bohn (Norddeutscher Regatta-Verein)

19 Robert Stanjek/Frithjof Kleen (Norddeutscher Regatta-Verein)

21 Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Norddeutscher Regatta-Verein)

26 Johannes Polgar/Marcus Koy (Norddeutscher Regatta-Verein)

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Weymouth Weltcup: Grotelüschen katapultiert sich mit Medalrace-Sieg auf Platz vier“

  1. avatar Karl sagt:

    Franziska Goltz – “Athletin aus Berlin”????
    IN Schwerin geboren, startet für den Schweriner Segler-Verein und wohnt in Kiel!

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