World Cup Weymouth: Die Surfer heben ab bei 45 Knoten. 17 kamen durch

Schleuderstürze, Überschläge

Norweger beim Abgang in der Halse. © Marina Könitzer

Die RSX:Surfer haben in Weymouth eindrucksvoll bewiesen, aus was für hartem Holz sie geschnitzt sind. Am Donnerstag Nachmittag gingen sie als einzige Klasse auf den Parcours und kämpften sich durch brutale Bedingungen. Schleuderstürze und Überschläge reihten sich aneinander. Nur 17 von 58 Brett-Piloten kamen durch. Toni Wilhelm als achter.

Fotografin Marina Könitzer beschreibt die Bedingungen vor Ort: “Innerhalb einer halben Stunde haben sich am Ausgang des riesengroßen Hafenbeckens fast zwei Meter hohe Wellen aufgebaut. Dennoch wurden die RSX men wurden am Nachmittag doch nochmal auf Wasser gelassen. Dabei hatte die Wettfahrtleitung gerade erst die Finns wieder reingeschickt.

Die Surfer sind dann bei einer halbstündigen Sonnenpause gestartet. Dann kam die nächste Regenfront an verbunden mit sehr viel Wind. Aus den 17 – 20 Knoten wurden in den Spitzenböen mehr als 35.

Ich durfte auf einem Presseboot noch mal mit einem Event-Fotografen raus. Alle anderen Presseboote waren wieder zurückgerufen worden, weil es so sehr regnete, dass keiner mehr seine Kameras versauen wollte und der Wind derart auffrischte, dass es selbst im abgegrenzten Hafenbecken zu heftig wurde.

Alarm im Hafen. Lasse Klötzig und Anke vom STG Team nehmen es locker. © STG

Wir erwischten die RS:X Surfer auf ihrem letzten Upwind-Kurs waren. Sie fielen der Reihe nach um oder schossen Saltos. Denn der Wind frischte immer weiter auf. In der Spitze sollen es angeblich 45.6 Knoten gewesen sein.

Viele ließen sich vor Erschöpfung und nach der 100sten Kenterung nur noch fallen und hofften, daß ihr Trainer kam, um sie aufzunehmen. Tja – WENN sie einen Trainer mit draußen hatten – WENN!!!

Als keiner mehr Segel oben halten konnte, haben wir uns an der Rettungs-Aktion beteiligt, um alle sicher in den Hafen zu kriegen. Es war nicht einfach zu erkennen, ob nicht nicht irgendwo noch eine abtrieb.

Danach postierten wir uns als Presseboot noch mal an der äußeren Begrenzung des Hafenbeckens, um sicherzustellen dass niemand wieder raus auf See trieb. Wir vier an Bord beobachteten jeweils das Wasser in einer anderen Richtung. Auch einige Coachboote kamen wegen der Wellen und der Wahnsinns-Böen gar nicht mehr in Richtung des inneren Boots-Hafen!

Wir achteten also drauf, daß keiner an uns vorbei und raus kam…Nas – nasser geht’s nicht. Ne Dusche ist dagegen gar nichts! Gott sei Dank ist niemand zu schaden gekommen.”

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „World Cup Weymouth: Die Surfer heben ab bei 45 Knoten. 17 kamen durch“

  1. avatar matti sagt:

    Ich sags ja: Windsurfer sind geile Typen 😉

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    • avatar matti sagt:

      Aber im Ernst: Wir Wellenwindsurfer ziehen bei 7-8 Bft unser 4,2er oder gar kleiner drauf – die Jungs hier sind mit 6-7 qm unterwegs – Chapeau!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Minnisemmel sagt:

    Alle Achtung!
    Klasse Aktion.
    Da wird die überaus interessante Berichterstattung zur Leben rettenden Institution!
    Nirgendwo sonst als in Extremsituationen werden Menschen zu dem, wozu man sie braucht. Das verbindet und schweißt zusammen.
    Der wahre Held macht nicht viel anders als die Anderen, er setzt nur das Gerede in die Tat um!
    Selbst wenn man nur als Sicherung irgendwo eine Position bekleidet, ist man nicht wegzudenken, damit so eine Veranstaltung ohne ernsthafte Probleme über die Bühne Gehen kann.
    Wenn auch vielleicht niemand danke gesagt hat; viele weden froh gewesen sein,dass Ihr da wart.
    Respekt vor Eurem Engagement!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

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