Olympiaklassen: Wird Hochseesegeln olympisch? – Finnsegler sind entsetzt

Überraschender Vorschlag

Gibt es doch noch eine Olympia-Chance für das Offshore-Segeln? Das World Sailing Führungsgremium hat mit einer späten Eingabe für Erstaunen und Verwirrung gesorgt.

Eigentlich hatte sich das World Sailing Council bei seinem Treffen im Mai für eine grobe Marschrichtung bezüglich der Olympiaklassen 2024 in Paris entschieden. Aber nun könnte es doch noch dramatische Veränderungen geben. Knackpunkt ist das beschlossene Mixed One Person Dinghy Event, das künstlich geschaffen wurde, um nach der Hereinnahme der Kitesurfer in das Olympiaprogramm, die Segel-Klassen nicht zu dezimieren.

Wie diese Disziplin aussehen soll, ist bisher nicht beschlossen. Aber die Vorschriften von World Sailing erlauben, dass es noch einmal grundlegende Veränderungen geben darf. So sorgte das Führungsgremium des Weltseglerverbandes Board of Directors mit einem späten Vorschlag für Aufsehen, der die Mixed One Person Dinghy Disziplin streicht und dafür ein Mixed Offshore Event befürwortet.

Figaro 3

Die Figaro 3 mit Foils scheint die Phantasie vieler Segler zu beflügeln. © Stuart Greenfield

Eine zweiköpfige Mixed-Crew solle auf einem nicht foilenden 6-10 Meter langen Kielboot auf einer Langstrecke um olympische Medaillen segeln. Der Vorschlag ist nicht neu, lag auch schon im Mai auf dem Tisch der World Sailing Delegierten und wurde nicht angenommen. Aber das Board sieht offenbar eine Chance, diesen Beschluss noch einmal umzuwerfen.

Damit liegen sie offenbar nicht so falsch. Denn das Equipment Committee, das sich um die Auwahl des Material kümmern soll, hat bei einer aktuellen Abstimmung in Sarasota mit 7 zu 6 (zwei Enthaltungen) für das Mixed Two Person Keelboat Offshore gestimmt. Das ist nicht bindend für das World Sailing Council, dem am Ende die Entscheidung obliegt, gilt aber als wichtige Empfehlung. 

Die Finn Dinghy Klasse läuft schon Sturm, da ihr dadurch die einzige Möglichkeit genommen würde, den Olympiastatus zu halten. In einem Statement heißt es:

“Die International Finn Association (IFA), ist sehr besorgt darüber, dass die späte und unangekündigte Einreichung (037-18) durch das World Sailing Board, die ausführlich diskutierte und demokratisch gewählte Einreichung M22-18 im Mai aufzuheben. Das treibt unseren Sport weiter in eine teure, elitäre olympische Klasse, und wird zu einem Rückgang der Universalität und der Teilnahme am Olympiasegeln führen.”

 

 

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Carsten Kemmling

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