8. Störtebeker Opti-Cup

Optimisten bezwingen die Nordsee vor Helgoland

Von Henry Sperling

Der Pole Jakub Kreciwilk hat Spaß vor Helgoland. Auch wenn er mit einem 30. Platz im letzten Rennen von einem Spitzenplatz auf Rang 7 zurückfällt. © Sönke Würtz

Es ist Jahrhunderte her, seit ich im Opti saß und mit Kumpels in fremden Revieren um Pokale kämpfte.Unsere Mütter hörten Disco und trugen schrille Schlaghosen mit dem Muster einer Handelsüblichen Markise. Wir Kurzen fuhren in Sperrholzschränkchen über flauschige Binnenseen.

Einige hatten schon einen Alumast!! Wow! Die Typen waren ganz weit vorne. Bei Flaute dampfte der Trainingsanzug unter schwerem Ölzeug . Segeln war noch Männersport.

Montag, 9. August 2010. Ich stehe auf einem Juryboot vor Helgoland, teste ob ich und mein frisch erworbener Sheriff-Schein auch in der Praxis taugen.

Auf dem Kurs 125 Optis.

Wir haben eine schlappe Zwei aus West, ablaufend Strom, aus Norden steht eine alte Windsee. Irgendwo hatte es geweht, nur hier nicht. Das Startschiff rollt in der Dünung wie eine Volksfestgondel. Uns Schiris wird vom Zuschauen schon schlecht.

Ein paar Kids sind wieder rein gefahren. Man kann auch im Opti Seekrank werden, ohne Zweifel.

Wind kommt und setzt sich durch. Der Wettfahrtleiter lässt anschießen. Am Abend werden wir vier Wettfahrten im Kasten haben.

Wir „Pfeifen“ mogeln uns mit der Gummipille durchs Regattafeld.

Der kleine Kerl vor uns am Leefass schreit „Raum“ wie die fünfte Sirene von Odysseus. Stimmbruch bahnt sich an.

Das Mädchen reagiert ganz locker: „Vergiss es, du hast keine Überlappung!“

Wir müssen grinsen. Recht hat sie!

Das Opti-B-Feld vor dem Strand von Helgoland. © Sönke Würtz

Die Optikids vor Helgoland zu erleben macht Laune. Selbstbewusste kleine Menschen segeln hier auf der offenen Nordsee bei der inoffiziellen Deutschen Hochseemeisterschaft der Optimisten. Die achte nun schon, längst keine Insiderveranstaltung mehr.

Das Meldelimit war nach Öffnung der Entry List  nach fünfzehn Minuten erreicht. Wahnsinn!

Optis, Trainerboote, Regatta – Equipment, Kinder, Eltern, Zelte, Haus- und Plüschtiere nach Helgoland zu verschiffen, gleicht einer logistischen Meisterleistung.

Unfassbar viele Helfer ermöglichen Unmögliches. Jeder von ihnen hätte den Titel „Mitarbeiter des Monats“ auf einer Anstecknadel verdient. Allen voran die Kinder selber, die segeln hier nämlich wie die Großen!

Seit ich damals mit einem Holzopti unterwegs war, hat sich viel geändert. Die Boote, die Wettfahrtregeln, Segelbekleidungen, auf Sperrholzkanten sitzt  keiner mehr, die Musik der Mütter ist eine andere geworden.

Eines ist geblieben: Der Opti ist immer noch eine der besten Bootsklassen der Welt.

Wenn ich noch mal klein wäre, würde ich mich garantiert noch mal in das Ding verknallen.

Ergebnisse Opti A

Ergebnisse Opti B

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Carsten Kemmling

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