Palma Week: Phillip Buhl mit zweitem Saisonsieg – Heil/Plößel starke Zweite im 49er

Gold und Silber

Die deutschen Boote haben sehr gut den Auftakt zur europäischen vorolympischen Saison gemeistert. Vier Plätze im Medalrace, Gold für Phillip Buhl im Laser und Silber für Heil/Plößel im 49er sind eine starke Bilanz.

Dabei ist besonders die stabile Leistung von Phillip Buhl bemerkenswert. In der Laserklasse war es zuletzt auf internationalem Parkett sehr selten, dass jemand zwei große Regatten hintereinander gewinnen konnte. Der in Kiel wohnende Bayer ging mit einem neun Punkte Vorsprung in das Medal Race und ließ dort mit einem zweiten Platz nichts anbrennen.

Am Ende hatte er starke 13 Punkte Vorsprung. Eine souveräne Vorstellung, die sogar noch dominierender hätte sein können, wenn im achten Rennen auf dem ersten Raumgang nicht sein Ausreitgurt gerissen wäre. Er lag auf Rang acht und verlor vermutlich zehn Punkte in der Gesamtwertung.

Seine direkten Gegner waren zuletzt immerhin der holländische Überraschungs-Weltmeister Nicholas Heiner und der Weltrangliste Erste Tom Burton aus Australien. Man muss aber auch sagen, dass in Plama sechs Boote aus den Top Ten der Weltrangliste nicht am Start waren. Der Verlust des Weltcup-Status hat seine Spuren hinterlassen. Aber gerade im Hinblick auf das Anpeilen einer Medaille in Rio dürfte es für Buhl von sehr großem Wert sein, eine solch große Regatta von der Spitze aus bestritten zu haben.

Buhl sagt: “Ein großer Dank geht an meinen Trainer Thomas Piesker und meinen Trainingspartner Tobias Schadewaldt, der mich in der Vorbereitung richtig gefordert hat“. Schadewaldt war selber auch enorm stark in die Regatta gestartet und hatte länger unter den Top Ten gelegen. Aber zum Ende brach er ein und fiel noch auf den 30. Platz zurück.

Das zweite extrem positive Ergebnis aus deutscher Sicht kommt von Erik Heil und Thomas Plößel, die schon vor dem Medalrace im 49er Platz zwei sicher hatten. Theoretisch hätten sie noch den ersten Platz angreifen können. Aber Peter Burling und Blair Tuke segelten die Deutschen im Medalrace auf den letzten Platz zurück. Die Kiwis erhöhten damit ihre Bilanz auf zehn gewonnene 49er Regatten in Folge.

Heil/Plößel sind damit nach einem kleinen Tief wieder ganz oben in der Weltspitze angekommen. Zwar fehlten auch bei den 49ern mindestens drei Spitzenteams in Palma, aber das ist wenig relevant, da eindeutig die Neuseeländer in der Klasse den Ton angeben.  Und diese konnten sie zuletzt sogar mächtig ärgern mit zwei Rennsiegen am vorletzten Tag.

„Wir haben in den letzten Tagen auf jeden Fall den Druck auf die beiden erhöht. Die anderen 49er-Teams gratulieren uns, dass Peter und Blair erstmals nicht schon vorzeitig als Sieger feststanden“, erklärt Vorschoter Thomas Plößel.

Die harte körperliche Arbeit im Winter und die intensive Vorbereitung des neuen Bootes beim Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) tragen offenbar Früchte. Das zeigt auch der Leistungssprung der Trainingspartner Justus Schmidt und Max Böhme. Die 35. der Weltrangliste zogen sensationell auf dem sechsten Platz ins Medalrace ein, rutschten durch einen Frühstart aber auf Rang acht ab.

Lutz Beucke

Vier Boote in der Gesamtwertung überholt. Besser hätte das doppelt zählende Medalrace für Lutz/Beucke kaum laufen können. © Marina Könitzer

Ein besseres Medalrace gelang Tina Lutz und Susann Beucke im 49er FX. Mit ihrem zweiten Platz rutschten sie gleich vier Plätze nach vorne und beendeten die Palma Week auf einem starken sechsten Platz. Damit punkteten sie auch im ersten Teil der nationalen Qualifikation für die Pre-Olympics. Denn der Rest der starken FX Frauenflotte landete auf den Plätzen 17 (Görge/Görge), 18 (Meyer/Stoffes) und 23 (Jurzok/Lorenz) und wird damit nicht zufrieden sein.

Lutz Beucke

Starker Start von Lutz/Beucke ins Medalrace. © Marina Könitzer

Nach wie vor ist das Leistungsvermögen der Frauen noch schwer zu beurteilen. In fast jeder Regatta ändert sich die interne Reihenfolge. Die Olympiaqualifikation zwischen den vier Teams wird noch sehr spannend.

Enttäuschend war das Abschneiden in  den 470er Klassen. Gerz/Szymanski verpassten die Goldflotte und Wagner/Baldewein ließen zwar mit einem Rennsieg aufhorchen, es reichte aber schließlich doch nur für Rang 20.

Den belegten auch Annika Bochmann und Marlene Steinherr bei den 470er Frauen. Aber für sie mag noch mehr drin sein. Erst vor wenigen Monaten hat sich das Duo neu formiert.

Der neue Head Coach David Howlett sagt: „Erfolg ist ansteckend, hatte ich vor Mallorca gesagt. Man sieht, dass unsere Segler sehr starke Leistungen gezeigt haben und ihre Trainer in der Vorbereitung eine gute Arbeit geleistet haben. Das hat sich auf Mallorca ausgezahlt. Jetzt fokussieren wir uns auf den ISAF Sailing World Cup Ende April in Hyères in Südfrankreich.“

Highlights vom Freitag:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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