Zwei deutsche Siege bei der ORCi WM in Flensburg

"Patent" und "Beluga" sind ORCi Weltmeister

Der tschechische "Bohemia Express" springt anmutig über eine Welle verpasst aber knapp das Podium. © Christian Beeck/Fotographie CB

(Pressemitteilung FSC)

Am letzten Wettfahrttag, an dem noch zwei Up-and-down Wettfahrten zu segeln waren, wurde die, insgesamt neun Wettfahrten umfassende ORCi Weltmeisterschaft 2010 durch zwei neue Champions gekrönt: Christian Plumps Rodmann 42 Beluga Sailing Team (GER) gewann in der Alpha Division und Jürgen Klinghardt mit seiner X-322 Sport patent 3 (GER) in der Beta Division.

Patent 3 gewann außerdem die Corinthian Trophy für ihre Division, während das Stichting Havoc Sailing Team mit der Ker 11.3 Daikin Airco (NED) die entsprechende Wertung in der Alpha Division gewann. Die 6-tägige Meisterschaft wurde vom Flensburger Segel-Club (FSC) organisiert und ausgerichtet.

Die heutigen Wettfahrten wurden wieder auf der Flensburger Innenförde gesegelt, bei perfekten Bedingungen, mit 9-14 Knoten Wind und genug Drehern, Böen und Windlöchern, um das Segeln zu einer interessanten taktischen Herausforderung zu machen.

Mit 19 Booten am Start der Alpha Division und 30 Booten in der Beta Division sowie kurzen 5.9 Meilen Kursen, waren die einzelnen Bahnen erneut sehr bevölkert, so dass nur die, die einen guten Start hatten sowie eine ausgeklügelte Taktik und eine fehlerlose Mannschaftsleistung zeigten, belohnt wurden. Schon der kleinste Fehler wurde durch das, auf den kurzen Schlägen, kompakte und dicht gedrängte Feld erbarmungslos bestraft.

Enge Positionskämpfe bei der Annäherung zur Luvtonne © Christian Beeck/Fotographie CB

Taktiker Christian Binder (AUT) von Richard Voijtas GS42R Bohemian Express (CZE), hatte gestern noch düster geunkt, dass sie keine Chance mehr haben würden, Christian Plumps Rodman 42 Beluga Sailing Team (GER) zu schlagen, da ihr Teamwork für diese Aufgabe noch nicht ausgereift genug sei.

Aber, die alte Weisheit beherzigend, dass es nie vorbei ist, bevor es vorbei ist, fuhr die Crew hinaus und tat, was Binder für unmöglich gehalten hatte: sie gewannen beide Wettfahrten, während das deutsche Team im Feld gefangen blieb und zurück fiel, und katapultierten sich so, so dachten sie, in den Kreis der Sieger und zu ihrem ersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft.

Doch in einem eindrucksvollen Akt von sportlicher Fairness entschloss sich Bohemia Express, als Reaktion auf einen früheren Protestes, bei dem es um eine umstrittene Grundberührung ging, die sich am Donnerstag während der langen Offshore Regatta ereignete, von diesem Rennen zurück zu treten.

Da nach dem Reglement des ORC das Ergebnis nicht gestrichen werden darf, kostete sie diese Entscheidung den Platz auf dem Treppchen. Sie fielen auf den 4. Platz zurück und verhalfen damit Beluga an die Spitze. Vize-Weltmeister und Silbermedaillen Gewinner wurde die IMX 40 Veolia der Flensburger Eigner- gemeinschaft Sven Christensen und T. Bastiansen. Die Bronzemedaille gewann die Salona 42R All 4 One (CRO) des Doctrina Teams.

Im Gegensatz zu dieser Entscheidung, war der Sieg der patent 3 in der Division Beta deutlich weniger kontrovers. Sie dominierte die Division heute mit einen Start-Ziel Sieg, gewann, bis auf eine, alle sechs Up-and down Wettfahrten und am Ende die Meisterschaft mit weniger als der halben Punktzahl des zweitplatzierten, dem Flensburger Johann Friedrichsen, mit einem beinahe Schwesterschiff, der X-332 Chinook (GER).

“Unsere Teamarbeit ist unsere besondere Stärke”, sagte Klinghardt, “so sind wir in der Lage, alles zu tun, was der Taktiker möchte. Für diese Regatta hatten wir einen sehr guten Platu-Einheitsklasse Segler, Andreas Hengstmann, der schon viel in Flensburg gesegelt ist und der in dieser Woche eine große Hilfe war.  Außerdem haben wir ein besonders optimiertes Boot, denn ich wollte sicher gehen, dass wir keine Entschuldigung haben würden, was das Schiff, die Segel oder das Rating betraf.”

Durch diesen Sieg gehen nun zwei weitere Weltmeisterschaftskronen an deutsche Teams, hatte doch das Team Germany in diesem Jahr, zu Beginn des Sommers bereits die ISAF Offshore Team Meisterschaft in Sardinien gewonnen.

“Wir hatten eine fantastische Weltmeisterschaft”, sagte Dr. Wolfgang Schaefer, Vizepräsident des Offshore Racing Congress (ORC) anlässlich der Siegerehrung gestern Abend. ” Es war eine großartige Konkurrenz, die sich durch eine hohe Leistungsdichte, eine breite internationale Beteiligung, unterschiedlichste Windverhältnisse von leichten bis zu stürmischen Winden und eine hervorragende Wettfahrtleitung auszeichnete.

Die Formel hat sich bewährt: es gab viele Wettfahrten, bei denen die führenden 8 Boote nach berechneter Zeit innerhalb einer Spanne von weniger als 1 Minute lagen. Wir gratulieren den Gewinnern, den Organisatoren und Sponsoren für diese außerordentlich erfolgreiche Veranstaltung.”

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Carsten Kemmling

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