Paul Elvström: Erinnerungen an den Größten – Es war nicht alles Gold was glänzte

Gentleman des Segelns

2005 hatte ich die Ehre, dem Altmeister im Interview gegenüber zu sitzen. Schon zu diesem Zeitpunkt mit 77 Jahren hatte er sich aus dem öffentlichen Leben weitgehend zurückgezogen. Er lebte er  in seinem Haus in Hellerup einem Stadtteil am Rande von Kopenhagen und hatte immer noch seinen Dragonfly Trimaran davor liegen.

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Paul Elvström: Erinnerungen an den Größten – Es war nicht alles Gold was glänzte“

  1. avatar Steffen Pöhlmann sagt:

    … ein wunderschöner Nachruf. Danke.

  2. avatar 505'er Steffen sagt:

    Hallo Karsten,
    danke, für deine Erinnerungen.

    Ich weiß gar nicht genau, warum es mir ein Bedürfnis ist mich zum Tod von Paul Elvström zu äußern.
    Doch in allen Medien und sozialen Netzwerken wird über ihn berichtet, jede Äußerung verschlinge ich um dann festzustellen, dass es offensichtlich vielen Seglern wie mir ergeht.
    Es müssen die Präsenz und die Leistungen dieses Mannes sein, die einen viele Jahre des eigenen Segelns begleitet haben. Obwohl ich ihn nie persönlich kennengelernt habe berührt mich sein Tod.

    Die früheste Wahrnehmung des Namens war meine erste Schwimmweste ohne Kragen (eine Elvströmweste), Gott was war ich stolz. Dann mein erstes Regattasegel im Opti von Elvström, genau wie vormals die Segel auf dem elterlichen Folkeboot.. Dazu gab es das legendäre Protest-Schiffchen zum Erklären aller Regel-Situationen auf dem Wasser, welches ich noch heute nutze um meinen Kinder etwas zu erklären.
    Auch im Opti der legendäre weiße Knarrblock und im Piraten der Elvströmlenzer.
    Während mein Vater eine Boström31 ausbaute, entstanden an der Weser zahllose Elvström32 bei Lürssen, die zu seinem Bedauern meist schneller waren. Während der Nordseewoche hieß es in den 80’ern schließlich ehrfurchtsvoll :”Sieh mal da drüben auf der DB “Maitresse” segelt Paul Elvström, der der im Finn selbst im Winter mit nassen Pullovern trainiert hat”.
    So wie der Name Paul Elvström durch meinen Vater immer mit großer Begeisterung verwendet wurde, so habe ich noch in diesem Sommer meinen Kindern beim Passieren von Hellerup auf den Wohnort von Elvström hingewiesen.

    Doch mein beeindruckendstes Elvström Erlebnis war 1997 die Preisverteilung während der 505’er WM in Gilleleje. Elvström überreichte auf der Kronenborg in Helsingör den Erstplazierten ihre Preise und allen teilnehmenden Mannschaften stand dabei das Pippi in den Augen. Ein Moment, den ich immer gern aus meinen Erinnerungen hervorhole.

    • avatar Andreas Borrink sagt:

      Mir geht es ganz ähnlich.

      Als ich in Ende der 60er mit dem Segeln anfing, hatte mein Vater schon dieses grüne Buch, „Jollen- und Kielbootsegeln“. Alles, was da stand, war Gesetz und wurde auf der Windy umgesetzt! Ich habe es heute noch, vieles darin gilt unverändert. Nur nasse Feudel-Pullover als Ballast sind irgendwie out.

      Beeindruckend dann die erste persönliche Begegnung, das war Ende der 70er in Kiel. Wir segelten Soling – das hatte Poul längst abgehakt („…for elderly people!“). Er trat mit seiner Tochter im Tornado an und steuerte das Boot aus dem Trapez. Für uns war der Mann da schon uralt und ich habe diesen mutigen Neuanfang sehr bewundert. Gewonnen hat er nicht, damals waren Spengler/Schmall und die Russen das Maß der Dinge im Tornado. Aber er war vorn dabei.

      Jetzt restaurieren wir unser Vereinsjugendboot, einen Puschen, und bringen ihn auf den Stand der frühen 70er. Ich habe dafür einen Elvström-Block aufgetrieben, den weissen, den mit dem kleinen Blechschraubendreher dran zum Anpassen an den Schotdurchmesser. Das Original, nicht den Nachbau von Andersen! Jetzt bin ich wieder fast so stolz wie damals.

      Mast- und Schotbruch, Poul Elvström!

    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      ja du hast recht. irgendwie war er überall präsent. thx für deine aufzeichnungen.

  3. avatar WB sagt:

    Poul war sicherlich eine zeitlose Lichtgestalt des Segelsports. Börge Quorning, der viele seiner Olympiaboote gebaut hat, erzählte mal, wie er eine Nacht mit Poul auf der Ostsee verbracht hat. Poul hatte entgegen seinem Ratschlag den Tri mit einem fast 2 m höheres Monsterrigg getunt. Als die beiden Segelvisionäre dann bei reichlich Wind zusätzlich einen neuen Großschotblock testen wollten, passierte das unvermeidbare. Der Block funktionierte nicht und die beiden älteren Herren saßen durchnässt, aber völlig unaufgeregt, bis zum nächsten Morgen auf dem umgedrehten Dragonfly. Poul hat in den Anfangsjahren viel zum Erfolg von Dragonfly beigetragen und geholfen das die Werft jetzt 50 Jahre alt werden kann.

    “My last boat was the Dragonfly 800 which I had for 10 years. The boat gave me a lot of happy memories that I treasure today. Age forced me to end sailing my Dragonfly 800 ‘BES’ – I did it with tears in my eyes.”

    Heute trauern wir um Poul und sagen Dankeschön

    Chapeau Poul.

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