Philipp Buhl: Motten-Sieg – Wie der Laser-Weltmeister versucht, den Segelspaß zu behalten

Der Weg aus dem Corona-Down

Dieser Tage wären die Olympischen Segelregatten vor Enoshima in vollem Gange. Philipp Buhl wäre mit dem WM-Titel in der Tasche als Favorit in die Laser-Rennen gegangen. Aber nun geht es darum, mit der Enttäuschung über die Verschiebung klarzukommen.

Buhl mit typischer Weltmeister-Faust.© Univela Renato Tebaldi

Für Olympia-Segler ist es nicht leicht ohne Olympia. Wofür soll man trainieren, wofür sich quälen, wenn das Ziel vorerst aus dem Fokus geraten ist? Besonders im Laser ist die Motivation mühsam, denn in seiner Klasse ist die Olympia-Qualifikation schon abgeschlossen. Allein die Kieler Woche steht bisher als nächst größerer Wettkampf auf dem Terminkalender.

Sky Sports hat zu diesem Thema ausführlich mit dem Bayern gesprochen, der eine Zeitlang die Berge in seiner Heimat unsicher gemacht hat, um dem Corona-Down zu entkommen:

Aber seit die Reiserei wieder einfacher geworden ist, hat er ein neues Ziel: Formverbesserung in der Foiling Moth. Der Lasersegler hat auch mit dem Foiler schon einige vielversprechende Auftritte auf internationalem Parkett hingelegt, aber die Corona-Laser-Pause hilft nun dabei, die Leistungsfähigkeit zu stabilisieren.

Die Konkurrenz hat schon mit Decksweeper-Segeln aufgerüstet. Buhl ist trotzdem schneller. © Univela Renato Tebaldi

Nach Trainingseinheiten auf dem heimischen Alpsee nutzte er eine der ersten Regatten auf dem Gardasee für einen Leistungsvergleich. Technisch hinkte er noch etwas hinterher, weil die Konkurrenz überwiegend sogenannte Decksweeper-Segel einsetzte, die bis auf das Trampolin herunter reichen und den bremsenden Endplatten-Effekt abschwächen.

Buhl war trotzdem schnell. So schnell, dass er die Univela Sailing Regatta gewann!

Dabei verwies er keinen geringeren als den Italiener Ruggero Tita auf Rang drei, den Welt- und Europameister von 2018 im Nacra17.

Der Laser-Weltmeister vergnügt sich auf dem Gardasee. © Univela Renato Tebaldi

Bei der Tonnen-Annäherung. © Univela Renato Tebaldi

© Univela Renato Tebaldi

Ergebnisse Moth Regatta Gardasee

Aber in der Moth-Klasse zeigt sich immer mehr, dass Lasersegler das Zepter übernehmen. Ihr Gewicht und die Ausreitarbeit am Wind hilft bei der Entwicklung von Höchstgeschwindigkeit. Das zeigte  ex Laser-Weltmeister und Olympiasieger Tom Slingsby mit seinem Moth-WM-Titel 2019. Und dieser bastelt während der Corona-Pause auf der anderen Seite der Weltkugel weiter an seinem Speed. Auf dem Lake Macquarie filmte er sich, wie er beim Training 32 Knoten schnell über das Wasser fliegt:

Aber auch in Neuseeland ist Buhls direkte Laser-Konkurrenz nicht untätig. Der Olympia-Dritte und zuletzt WM-Achte Sam Meech gewann den NZ Moth Class Winter Sprint beim Manly Sailing Club, wo kein Geringerer als Russell Coutts als Wettfahrtleiter agierte.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Philipp Buhl: Motten-Sieg – Wie der Laser-Weltmeister versucht, den Segelspaß zu behalten“

  1. avatar PL_kontakt sagt:

    Alter Verwalter…

    So geht Speed😜

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 0

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