Profisegeln: Was Joyon und Gabart verdienen – 50.000 Euro für den Sieg

Mehr verdient?

Manch ein Skipper sieht neidisch über die Grenze zum seglerischen Schlaraffenland Frankreich. Aber ist Francis Joyon nach seinem Route-du-Rhum-Sieg nun wirklich ein gemachter Mann?

Der Franzose Francis Joyon mag bei der Route de Rhum einen legendären Sieg gegen seinen jungen Herausforderer errungen haben. Und ihm gebührt dafür viel Ehre. Aber monetär reich macht ihn die Rekordfahrt bei dem legendären Transatlantik-Solorennen nicht. 

50.000 Euro Preisgeld für den Sieger hören sich zwar erst einmal nicht so wenig an. Aber wenn man 80.000 Euro Startgeld dagegen rechnet, bekommt die Relation eine andere Gewichtung. Dann fallen auch die 25.000 Euro für François Gabart auf Rang zwei kaum ins Gewicht und schon gar nicht die 15.000 Euro für Rang drei, die sich Thomas Coville noch holen wird, der noch rund 500 Meilen zu segeln hat.

Noch schlechter wird die Rechnung, wenn man bedenkt, dass der Neubau eines Ultimes  im Durchschnitt rund 12 Millionen Euro kostet. Was soll ein Armel Le Cleac’h sagen, der seine “Banque Populaire” heftig geschrottet hat. Und die Reparatur des aufgerissenen Rothschild-Schwimmers von Jeb Josse wird auch teuer werden.

Francis Joyon hingegen spielt in einer anderen, günstigeren Liga als die jungen Gegner. Er kaufte seinen mehrfach gebrauchten Multihull  IDEC 2014 vom ex Sponsor “Banque Populaire” für 3,5 Millionen Euro. Außerdem beträgt sein Jahresbudget gerade einmal 500.000 Euro pro Jahr, während Gabart, Le Cléac’h oder Josse das Fünffache ausgeben dürfen.

In den anderen Klassen ist das Preisgeld noch geringer. 23.000 Euro für den IMOCA-Sieger, 15.000 Euro, 8.500 Euro bei den Multihulls, 8.000 Euro für den Rhum Monohull-Sieg und schließlich 4.500 Euro für den Multi 50-Gewinner.

Der Vergleich mit andern Sport-Profis fällt traurig aus. Aber dennoch scheint die Rechnung für Segler und Geldgeber aufzugehen. Spektakuläre Underdog-Siege wie der von Francis Joyon erreichen in Frankreich ein Millionen-Publikum. Und vor diesem Hintergrund war der Coup des Altmeisters ein großer Erfolg für seinen langjährigen Sponsor IDEC.

Man kann davon ausgehen, dass ein Bonus fällig geworden ist. Joyon ist zwar bescheiden, aber vom Preisgeld alleine kann er nicht leben. Sorgen muss man sich um ihn nicht machen.

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