Quebec – St.Malo Class40: “Mare” bricht Bugspriet und büßt Vorsprung ein

Drama auf der "Mare"

Bugspriet der "Mare". Gebrochen und wieder repariert. © Mare

Jörg Riechers ist mit seinem Drei-Mann-Team beim Quebec-St.Malo Atlantik Rennen extrem schnell in Fahrt gekommen. Es zeichnete sich schon die Möglichkeit einer frühen Vorentscheidung ab. Über 60 Meilen betrug der Vorsprung zeitweilig auf Rang zwei, nachdem “Mare” den Absprung in den weiträumigen St.Lorenz Strom klar vor den Verfolgern geschafft hatte. Die Dominanz des deutschen Schiffes schien erschreckend.

Aber plötzlich ist der Vorteil dahin. “Gerade als die Nacht hereingebrochen war, hörten wir einen Knall”, berichtet Ryan Breymaier. “Wir fielen ab, sahen uns um und fanden nichts. Aber als wir wieder anluvten brach der Bugspriet.”

Schöne Dominanz von "Mare" nach dem Absprung vom Festland mit über 60 Meilen Führung.

Zwei kleine Teile hätten sich gelöst, was einen ungleichen Druck auf die Verstagung bewirkte, die den schwenkbaren Bugspriet in Position hält. “Wir schafften es, den Gennaker zu bergen, ohne darüber zu fahren oder noch mehr Schäden zu verursachen. Dann konnten wir den Bugspriet vorne lösen.”

Es habe eine halbe Stunde gedauert, im Licht der Kopflampe die notwendigen Knoten zu lösen. Erst dann seien die gebrochenen Stücke in die Kajüte bugsiert worden. Nach dem Abtrennen der beschädigten Sektionen und dem Ankleben zweier Fiberglas-Platten vorne und hinten war die Arbeit vollbracht.

Nach dem Bruch des Bugspriets ist die Führung aufgebraucht und das Feld wieder beisammen.

“Zwischendurch bin ich mehrfach im Sitzen eingeschlafen, als ich die verklebten Teile über dem Jetboil-Kocher zum schnelleren Trockenen bringen wollte. Vielleicht war es das Kohlenmonoxid. Jedenfalls wurde niemand (ernsthaft) verbrannt und es brach kein Feuer auf dem Boot aus.”

Am Morgen konnten das Wasserstag und die zugehörigen Strecker bei dem nun einen Fuß kürzeren Bugspriet angebracht und der Gennaker wieder gesetzt werden. “Es hat funktioniert und wir konnten sogar gerade noch vor den anderen bleiben. Denn die hatten glücklicherweise auch eine langsame Nacht. Hoffentlich können wir heute weitere Reparaturen vermeiden.”

Jörg Riechers will seinen dritten Class40 Erfolg in Folge mit "Mare" feiern. © Mare

Der Vorsprung auf die zweitplatzierte “Geodis” ist auf zwei Meilen geschrumpft. Es hätte aber auch schlimmer kommen können. Die elftplatzierte “Partouche” will, ebenfalls mit einem gebrochenen Bugspriet, den Hafen Gaspé für die notwendige Reparatur angelaufen.

Als nächster Deutscher liegt Axel Strauss mit dem Belgier Michel Kleinjans und dessen “Roaring Forty 2″ auf Rang sieben mit einem Rückstand von knapp 20 Meilen. Auch Mathias Müller von Blumencron ist mit seiner “Red” wieder einigermaßen in Schlagdistanz (42 Meilen Rückstand) auf Rang 13, nachdem er sehr genervt darüber war, bei schweren Gewittern und drehenden Winden in der Nacht insgesamt fast 70 Meilen verloren zu haben.

Für die zweite Atlantik Passage hat sich Riechers ein starkes Team zusammengestellt. © Mare

Besser ist auch Anna Maria Renken ins Rennen gekommen, die inzwischen vom letzten Platz drei Schiffe überholen konnte.

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Quebec – St.Malo Class40: “Mare” bricht Bugspriet und büßt Vorsprung ein“

  1. avatar Stefan sagt:

    Uhhi, Renken (Platz 12) nur 5 sm hinter Riechers (Platz 9) …. und RED auf Platz 16 ca. 15 sm dahinter.

    Verrückt wie die letzten 24 h das Feld durcheinander geworfen hat.

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

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