Red Bull Youth America’s Cup: STG/NRV Youth AC Team, Heil und Buhl gesetzt

Deutschland beim America's Cup

Nach 2007 war Deutschland so nah an einer erfolgreichen America’s Cup Teilnahme wie nie. Eine schnelle “Alinghi” war gekauft, Jochen Schümann hatte die Sponsoren Audi und Porsche Consulting im Boot und den Top Steuermann Karol Jablonski am Lenker. Dann kam der unsägliche Rechtsstreit zwischen Ellison und Bertarelli. Deutschland war wieder so weit entfernt vom America’s Cup wie immer. Mit dem Wechsel zu den Katamaranen wurde der Abstand noch extremer.

Red Bull puscht den Youth America's Cup. © ACEA 2012 / Gilles Martin-Raget

Red Bull puscht den Youth America’s Cup. © ACEA 2012 / Gilles Martin-Raget

Das hat sich nun geändert. Deutschland bereitet sich mit einem Team für den Youth America’s Cup vor, eine Veranstaltung, die das Beste werden könnte, was aus der Verbindung zwischen Russell Coutts und Larry Ellison entsteht. Nationalteams von Seglern zwischen 19 und 24 Jahren sollen per AC45 Katamaran gegeneinander antreten.

Das Sailing Team Germany und der Norddeutsche Regatta Verein haben ihre parallelen Bemühungen für eine Teilnahme gebündelt. Sie gehören jetzt als STG/NRV Youth AC Team zu den 24 Mannschaften, die ihre Meldung bis zum 20. September abgegeben hatten.

Nun folgt ein Auswahlprozess bei dem die österreichischen Tornado Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher zusammen mit Regatta Director Iain Murray bis zum 1. Dezember 16 Nationalteams aussuchen, die an einer AC45 “Selection Series” in San Francisco teilnehmen.

49er Segler Erik Heil (r.) hat schon mal den Extrem 40 vom SAP Team ausprobiert. © STG

49er Segler Erik Heil (r.) hat schon mal den Extrem 40 vom SAP Team ausprobiert. © STG

Bei dieser Regatta vom 9. bis 24. Februar werden wenigstens vier Mannschaften ausgewählt, die schließlich um den Youth America’s Cup segeln dürfen. Sie treffen auf die Jugendmannschaften der Teams, die bereits an der Senior World Series teilnehmen und im Besitz eines AC45 sind. Der eigentliche Red Bull Youth America’s Cup wird dann vom 1. bis 4. September 2013 in San Francisco ausgesegelt.

Erik Heil soll steuern

Drei deutsche Segler sind bereits gesetzt. 49er Segler Erik Heil soll den Katamaran steuern, Laser-Europameister Philipp Buhl ist für die Taktik zuständig und ex 470er David Heitzig wird als Trimmer agieren. Er spielt auch bei der Organisation eine wichtige Rolle.

Das österreichische Red Bull Extreme 40 Team mit Roman Hagara und Hans Peter Steinacher soll die Jugend-Teams für den AC aussuchen. © OCEvents

Das österreichische Red Bull Extreme 40 Team mit Roman Hagara und Hans Peter Steinacher soll die Jugend-Teams für den AC aussuchen. © OCEvents

Der Rest des insgesamt acht bis neun Athleten umfassenden Segelteams (sechs auf dem Boot, zwei bis drei Ersatzmänner) wird in einem Casting-Prozess ermittelt, den Oliver Schwall (Sailing Team Germany) und Klaus Lahme (Norddeutscher Regatta Verein) führen. Koordinator ist Starboot-Spitzensegler Markus Koy, der unter anderem gerade bei North Sails Europe als Sales Consultant im One Design Bereich unterschrieben hat und in Hamburg arbeitet.

Die potenziellen Teammitglieder werden sich überwiegend aus Nationalmannschaftsmitgliedern rekrutieren. Laser und 49er Segler haben dabei beste Chancen, weil das durchschnittliche Crewgewicht nach heftigen Protesten der Segler von 75 Kilogramm auf 80 hochgesetzt wurde.

150.000 Euro Budget

Über das Gesamtbudget der Bemühungen wird offiziell Stillschweigen bewahrt, aber von der internationalen Konkurrenz ist zu hören, dass man mit rund 150.000 Euro rechnen muss.

STG Geschäftsführer Oliver Schwall sagt zu dem Projekt: “Für unser Top Team ist diese Herausforderung eine einzigartige Chance, sich weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Gerade im Hinblick auf Rio 2016 kann das wertvoll und zielführend sein”.

NRV Sportdirektor Klaus Lahme, der schon früh mit der Planung für das Projekt begonnen hatte, freut sich über die Kooperation. “Wir haben beim NRV die gleichen Segler im Auge gehabt. Da macht die Bündelung der Kräfte viel Sinn.”

Er schätzt die Chancen, dass das deutsche Projekt zu den 16 gehören wird, die von Hagara/Steinacher für die erste Selektionsserie ausgewählt werden, als sehr hoch ein. Bei der Entscheidung soll es insbesondere um die Seriosität der Bewerbungen gehen. Es mag hilfreich sein, dass Oliver Schwall zu Tornado Zeiten auf höchstem Niveau gegen die Österreicher gesegelt ist.

 

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Carsten Kemmling

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11 Kommentare zu „Red Bull Youth America’s Cup: STG/NRV Youth AC Team, Heil und Buhl gesetzt“

  1. avatar Rutgers Schwippschwager sagt:

    Super… Team Unzuverlässig zusammen mit den Mittwochsregattenkamikazes… Das kann ja was werden…

    Wir brauchen endlich eine unabhängige, öffentliche Segelnachwuchsförderung auf Bundesebene zentral und leistungsfähig organisiert.

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  2. avatar Futzi sagt:

    Ist doch egal ob NRV/STG Team…STG besteht im Großteil aus NRV Seglern also werden wieder die üblichen Kriterien für die Teammitglieder gelten.

    So wird das nie was mit einer soliden Deutschen Cup Kampagne

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    • avatar Fastetwinner sagt:

      Ich find’s gut. Lass’ die Jungs doch segeln gehen. Damit haben sie uns doch alle was voraus. Und Spaß haben sie auch.

      PS: Da der NRV dahinter steckt freut sich auch Frau Richter, dann kann sie noch mal ein paar Strickpullis im neuen NRV/STG-Look stricken. Gerüchteweise soll am Pilatuspool schon diskutiert werden, ob die STG-Streifen über die NRV-Streifen kommt oder darunter. Und die Frage ob V-Ausschnitt oder Roundneck wird so verbissen diskutiert wie Softsail oder Flügel.

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  3. avatar yuammy sagt:

    “Deutschland beim America’s Cup”

    ?

    Ich muss schon sehr lachen!

    Mit einer Ausscheidung zum Youth America’s Cup ist man sicherlich noch weiter von einer Teilnahme am AC entfernt, als mit einer zweitklassigen LVC-Teilnahme.

    Und denen die jetzt wieder meckern, in Deutschland würde alles schlecht geredet, sei gesagt: Es würde nicht schlecht geredet, wenn zentrale Leute nicht bei solchen Dingen immer so dick auftragen würden.

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  4. avatar Christian sagt:

    Au ja, ein Casting. Deutschland sucht den Supersegler!

    Stellt sich nur noch die Frage, wer den Dieter Bohlen gibt…. Jochen Schümann? Oliver Schwall? Klaus Lahme? Nein, es muss Schmiddel sein! Der kann am schönsten dissen. Oder gibt es noch andere Vorschläge?

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  5. avatar AC90 sagt:

    Ist doch eigentlich egal, ob und welches deutsche Team für den Red Bull Youth America´s Cup gemeldet hat. Solange die bei diesem Event mit Multis um die Kanne matchen, braucht man sich das ehe nicht anschauen. Veranstaltet Red Bull nicht auch diese führchterlich albernen Flugzeugrennen?

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  6. avatar 123 sagt:

    Das ist doch lächerlich.
    Die besten Segler sind mit den Schiffen überfordert/ komplett am limit.
    Und jetzt sollen das Lasersegler segeln die wahrscheinlich noch nie auf nem Multi waren?

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    • avatar downburner sagt:

      @123: Na Du bist ja bestens informiert! Woher nimmst Du denn die Weisheit das die Besten mit den Booten total überfordert sind? Allenfalls ist dein Beitrag lächerlich. 0 Punkte

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  7. avatar Set Sail For Fail sagt:

    Ich meine gelesen zu haben, dass beim Youth Americas Cup mit Softsails gesegelt wird, dadurch dürfte es schon eine gewisse Entschärfung geben und andererseits: Gehören ein Philipp Buhl und ein Erik Heil nicht schon mit zu den besten Seglern der Welt? Das einzige Gegenargument wäre die, hier schon angesprochene, fehlende Erfahrung, aber bekannterweise ist ja noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und bei nicht allzu ruppigen Bedingungen traue ich den Jungs einiges zu.

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  8. avatar Manfred sagt:

    Verstehe ich nicht, Stillschweigen über das Budget? Ist doch hinlänglich bekannt: 35T US$ Meldegeld und wie kluge Köpfe ausgerechnet haben, zwischen 150T – 250T € für das Team Budget: Deposit, Anreise, Abreise, Trainingstage, Trainer, Lodging usw. Die Engländer (Budgetmillionäre!!) haben bereits abgesagt, auch einem Sir Mills fällt es nicht mehr leicht, ne viertel Mio aus versteuertem Geld für die Jugendarbeit, für ein Event (!) frei zu geben.

    Der Wert dieser Veranstaltung ist wirklich zweifelhaft. Sowohl für Sponsoren als auch für die Segler. PR mässig lässt sich das natürlich bei uns ausschlachten, aber wie verlogen ist das, und man sieht es ja an den Kommentaren hier, dass das so nicht geht: “Deutschland beim Amerika´s Cup”. Gehts noch??? Eine Red Bull Veranstaltung, ein “Yoof AC45 softsail event”. Mehr nicht. Leider. Und die üblichen Verdächtigen haben auch noch nicht gemeldet…

    Hier ein interessanter Text von einem Segelkollegen aus den USA:
    I’m amazed at how – shall I say it politely – excited some of the US posters on here have got about this. Given that there is no UK team in the America’s Cup itself, it is highly unsurprising that there is no UK team in the Yoof AC. If the numbers on here are correct – US$250,000 – then it would be completely unthinkable. Use US$250,000 of public money to give 5 youngsters an expensive holiday for one event, or use that to train 15 youngsters for a year? It’s not difficult to decide which is the better investment. If there are plenty of rich Americans want to give their kids a holiday then so be it. . . spending that kind of money on the Yoof AC is not the best way to create a nation of sailors.

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    • avatar Marc sagt:

      wenn man mit der viertel Million aber hier einige Sponsoren durch die Aufmerksamkeit weckt, ist es ganz gut investiert. Der Baumgartner Sprung hat auch ca. 50 Millionen gekostet.

      Man könnte natürlich auch 100 gebrauchte Laser für 2500 EUR kaufen und an diverse Schulen verteilen um so relativ flächendeckend Segeln anbieten zu können.

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