Regatta-Organisation: Sich selbst platzierende Roboter-Bahnmarke ersetzt Bojenleger

Traum aller Wettfahrtleiter

Roboter-Luvtonne

Die Roboter-Luvtonne soll automatisch an der festgelegten GPS-Position verbleiben. © MarkSetBot

Ist es das Aus für den Bojenleger-Job? Erstmalig soll in der neuen US-Segelliga eine automatisch gesteuerte Luvtonne eingesetzt werden, die sich alleine auf Position hält.

Der Job des Tonnenlegers ist nicht gerade der glorreichste im Team von Wettfahrtorganisatoren. Er verspricht Nässe, Kälte, Dreck und wenig Ehre. Der Menschenschlag der Bojenleger zeichnet sich dadurch aus, dass er klaglos das Missverhältnis der Aufgabe zwischen der enormen Wichtigkeit für den geregelten Ablauf einer Regatta und dem erreichbaren Würdigungsgrad erträgt. Ein Bojenleger erlangt nur dann Aufmerksamkeit, wenn irgendetwas schief läuft. Werden diese stillen Helden der Segelvereine bald nicht mehr benötigt?

Drehbarer Elektromotor

Der Amerikaner Kevin Morin ist davon überzeugt. Er hat eine Bahnmarke entwickelt, die sich selbst legt. Verbunden mit dem Mobiltelefon soll sie sich per drehbarem Elektromotor alleine zur vorgegebenen GPS-Position bewegen.

Beim America’s Cup wurde schon mit solchen Systemen gearbeitet, aber Morin glaubt nun, die weltweit erste für jedermann erschwingliche Lösung gefunden zu haben. Die Kosten für seine “Tonne” sollen unter denen eines voll operierenden Bojenleger-Teams liegen.

Zumindest die Premiere Sailing League USA (PSL) ist von seiner Konstruktion überzeugt. Die Macher der neuen US-Segelliga haben eine Partnerschaft mit Morin vereinbart. Seine Roboter-Boje soll ab dem 20. Mai bei den ersten “Stadion-Rennen” genannten J/70 Regatten der Liga beim Great Lakes Boating Festival vom Grosse Pointe Yacht Club am Michigan-See eingesetzt werden.  Der drehende Wind nahe unter Land mache den Einsatz der neuen Technik besonders interessant, sagen die Organisatoren.

Winddaten auf dem Handy

Die MarkSetBot Steuereinheit verfügt über Messinstrumente, die auf dem Handy-Display des Wettfahrtleiters Wind-Daten und -Entwicklungen erscheinen lassen wie auch die Kompass-Peilungen.

Entwickler Kevin Morin kommt selber von einem kleinen See in Michigan, wo die Tonnenleger-Arbeit bei drehendem Wind sehr aufwändig sei. Jeder Segler habe zweimal pro Saison für den Verein den Job des Bojenlegers ausüben müssen. Das könne man sich mit seiner Tonne nun sparen. Die gewonnene Zeit könne wieder in die eigene Segelei investiert werden.

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Carsten Kemmling

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