Rolex Fastnet Race: Franzosen düpieren Briten beim Fastnet – überlegener Sieg trotz Frühstart –

Am legendären Felsen

Abschlussvideo:

Beim Rolex Fastnet Race haben endgültig die Franzosen das Zepter übernommen. Sie platzierten sich in der Handicap Gesamtwertung mit acht Schiffen unter den Top Ten. Stanjek siegt mit “Momo” Im Kampf um den Handicap Gesamtsieg lag lange der deutsche 72 Fußer “Momo” in IRC Z.

Das dürfte den Briten gar nicht schmecken. Erneut ließen sie sich erneut von ihren französischen Nachbarn in ihrer vermeintlich ureigenen Disziplin, dem Hochsee-Regattasport, vernichtend geschlagen. Beim Rolex Fastnet Race konnte sich im Feld der 296 ins Ziel gekommenen Yachten nur ein britisches Schiff in der IRC Handicap-Wertung unter den Top Ten behaupten.

Damit konsolidierten die Franzosen den Trend, der sich schon 2007 mit einem französischen Sieg abzeichnete, und 2013 mit ähnlicher Dominanz fortsetzte. Vor zwei Jahren konnten ebenfalls nur zwei Briten in die Phalanx der Konkurrenten vom Festland einbrechen.

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Viel hat mit der Werft JPK in Brest zu tun. 2013 düpierte eine zweihand gesegelte JPK 10.10 die gesamte 350 Yachten starke Flotte und nun war das Nachfolger-Design 10.80 überlegen. Géry Trentesaux segelte mit “Courrier du Leon” berechnet gut 2,5 Stunden auf ein Boot gleichen Typs heraus.

Dabei konnte er es sich sogar erlauben, einen Frühstart zu bereinigen. Die Franzosen trieben bei wenig Wind über die Startlinie, wurden per Funk zurück gerufen und brauchten fast 40 Minuten, um gegen die Strömung zur Linie zurückzukehren.

Auch die älteren JPK 10.10 waren noch schnell unterwegs. Sie segelten auf die Plätze 3, 5, 9, 14 und 15. Auf der “Foggy Dew” segelte auch der Schweizer Mini-Segler Simon Koster als Steuermann auf Rang neun . “Wir sind eine Zeitlang ganz vorn dabei gewesen”, berichtert er gegenüber SR. “Aber durch einen Fehler haben wir jegliche Chance für die ersten Plätze verspielt. Es aber schon cool mit den top Franzosen zu segeln.”

Da konnten in der Berechnung nur die Olin Stephens Klassiker “Dorade” und “Stormy Weather of Cowes” mithalten. Die beiden Zweimaster rundeten fast zeitgleich den Felsen und landeten mit 18 Minuten Abstand voneinander in der Gesamtwertung auf den Rängen 7 und 11.

Fastnet Race

Robert Stanjek verdient sich seine Offshore Sporen beim Fastnet-Race auf dem 72-Fußer “Momo”. @ Stanjek

Aus deutscher Sicht ist das Abschneiden des 72 Fuß Racers “Momo” von Dieter Schoen bemerkenswert. Dem Besitzer mehrerer Privatkliniken in Deutschland kam im Vergleich zur großen Konkurrenz, extrem gut durch die Flauten des Rolex Fastnet Races. Sie beendete das Rennen als vierte Einrumpfyacht nur zwei Stunden hinter dem 100 Fußer “Comanche”, der auch nur um vier Minuten den 88 Fußer “Rambler” hinter sich lassen konnte.

So lag “Momo” mit dem deutschen Starboot-Weltmeister Robert Stanjek an Bord sogar lange Zeit an der Spitze der IRC Handicap Wertung aller Yachten. Aber der später auffrischende Wind ließ sie noch auf Rang 38 zurückfallen.  So musste sich das Team mit dem deutlichen Sieg in der IRC Z Gruppe gegen zehn Yachten im Ziel zufrieden geben.

Die Flensburger Ker 46 “Shakti”, ebenfalls in dieser Gruppe, gab mit einem Ruderschaden auf, der sie auch die Teilnahme am  Nord Stream Race kostet. Schon auf der Anreise nach Cowes hatte sie einen Wal gerammt. Der Bruch im Rennen war dann wohl ein Folgeschaden. Auch das extra für das Fastnet Race bestellte Notruder half nicht weiter. Es zeigte nur eine minimale Haltbarkeit.

Zweitbestes deutsches Boot in der IRC Gesamtwertung wurde Michael Wunderlich mit seinem Amateur-Team vom Blankeneser Segel-Club. Der alte J/35-Riss “Chosi 6” landete auf Platz 68.

Interessant aus deutscher Sicht sind auch die Ergebnisse der 23 Class 40. Jörg Riechers hat bei seinem Einsatz an Bord von Burkhard Keese, Finanzvorstand bei der Allianz, mit “Stella Nova” das Podium als vierter von 23 Yachten um etwa vier Stunden verpasst. Anna Maria Renken segelte mit “Nivea” auf einen guten achten Platz. Mathias Müller von Blumencron landete auf Rang 14.

In IRC 1 segelte die X 41″ Imagine”  von Streckenbach Holger auf Platz 14
von 52 Yachten. Der JV 45 One Off “Leu” von Claus Loewe wurde
20.

Ergebnisse IRC Overall

Race Tracker Fastnet Race 2015

Line Honours:

Tag drei:

Tag zwei:

Live Übertragung vom Start:

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Rolex Fastnet Race: Franzosen düpieren Briten beim Fastnet – überlegener Sieg trotz Frühstart –“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Laut Liste ist das mit grossem Abstand beste deutsche Schiff die Chosi 6 vom BSC. Die Momo ist auf den BVIs gemeldet. Man kann ja schlecht für’s Finanzamt auf einer Karibiksteueroase gemeldet sein und zeitgleich als bestes deutsches Schiff gelten wollen. Glückwunsch an Michi und Katja Wunderlich, die hier nicht nur seit Jahren bemerkenswerten Amateursport abliefern, sondern hier auch ihre Steuern zahlen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 21 Daumen runter 0

    • avatar noch-nicht-fastnetwinner sagt:

      Außerdem ist Herr Schön Österreicher und nicht Deutscher 😛

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