Rolex Miami OCR Crash Video: Vom 49er Bugspriet getroffen

Von der Kante gehebelt

Die Österreicher Thomas Zajac und Thomas Czajka haben bei der Rolex Miami Olympiaklassen Regatta im 49er ihre Gegner Jesse und Alexander Kirkland aus Bermuda mit ihrem Bugspriet getroffen.

Am Leetor mussten sie im Dreilängenkreis einem innen liegenden Boot die Vorfahrt gewähren und halsen als das Brüderpaar Kirkland, das die Leetonne offenbar in einem sehr weiten Kreis gerundet hatte, mit Wind von Backbord hoch am Wind vor ihnen erschien.

Thomas Zajak erwischte seinen Steuermannkollegen Jesse Kirkland mit dem Bugspriet am Rücken und hebelte ihn von der Kante. Nicht schön! Aber die 49er Jungs sind hart. Kurz Luft holen und weiter segeln.

Die Regelfrage finde ich etwas komplex. Die Österreicher haben ihren Kurs geändert, weil sie aus dem Weg mussten und dann konnten sie selber BER nicht mehr ausweichen. Musste BER das antizipieren? Hmm… Vielleicht weiß es jemand? Ich werde mal nachhaken.

Für Deutschland sind in Miami Kathrin Kadelbach und Frederike Belcher im Einsatz. Sie liegen nach acht Rennen im 15 Boote Feld auf Rang vier.

Außerdem sucht das Match Race Team um Silke Hahlbrock kurz vor der entscheidenden Olympia Qualifikationsregatta vom 2. bis 5. Februar in Key Biscayne nach seiner Form. Die verbliebenen drei Tickets werden dort unter den noch nicht qualifizierten Nationen verteilt.

Im stark besetzten Feld vor Miami sind die Hamburgerinnen allerdings nicht gut in Schwung gekommen. Die Round Robin der Gruppe A beendeten sie mit 5:6 Siegen unter zwölf Teams auf Platz sieben und verpassten den Einzug ins Viertelfinale.

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Rolex Miami OCR Crash Video: Vom 49er Bugspriet getroffen“

  1. avatar Alex sagt:

    Ist tatsächlich auf die Schnelle etwas kniffelig aber eines kann ich ausschließen, „Vorhersehen“, das wird in keiner Regel verlangt.

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  2. avatar JOKER sagt:

    AUT ist außenliegendes Boot und BER innenliegendes Boot. AUT muss BER Bahnmarkenraum geben. Nach der Definition Bahnmarkenraum tat AUT dies.
    —> RRS 18.2 kann hier imo nicht angewendet werden

    AUT hat Wind von Steuerbord und Wegerecht nach RRS 10 vor BER, das Wind von Backbord hat. Die Tiefe fehlt für einen genauen Einblick in die Situation. Dennoch sehe ich vor AUT’s Änderung des Kurses keinen Kollisionskurs. Das späte Abfallen bzw. Ausweichmanöver von AUT führt zum Crash und lässt BER keinen Raum zum Freihalten.
    —> RRS 16.1 ist imo anzuwenden

    AUT breaks RRS 16.1
    DSQ AUT

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 1

    • avatar Wilfried sagt:

      verstehe Deine Analyse nicht wirklich. BER ist auf Steuerboardbug und aus meiner Sicht schon um die Tonne rum. Insofern kein Innenraum gegen AUT. AUT weicht dem anderen Boot aus, aber hier ist die Frage warum eigentlich. Sie sind auf Backbord, Manöver wäre also nur notwendig wenn sie und die anderen schon im Längenkreis wären. Kann man leider im video nicht wirklich sehen. Doch selbst dann wäre es noch nicht notwendig BER abzuschiessen. Auch lässt sich bei der Entfernung nicht erklären warum sie wenn sie um die tonne vom Gate wollten. Erst nochmal den Gennaker halsen. für 2 bootslängen mit anschliessender Halse? Ich glaube die beide wollten zur anderen Gatetonne und haben BER schlicht und ergreifend nicht gesehen weil sie darauf konzentriert waren möglichst dicht und vor dem anderen Boot zu halsen. Aber wer weiß schon genaues.
      wir sollten froh sein, dass der gennakerbaum nicht den Rücken getroffen hat sondern in seitlich erwischt und abgeräumt hat sonst wäre was ganz anderes passiert.

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      • avatar JOKER sagt:

        stimmt, wo dus sagst… jetzt sehe ichs auch. 18 spielt zwische BER und AUT keine Rolle

        Ich denke im 3bl-bereich müssten sie schon sein.

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    • avatar Christian sagt:

      Joker liegt m. E. richtig. Das Manöver von AUT wäre nicht nötig gewesen, da relativ eindeutig noch keine Dreilängenzone erreicht war und AUT also Wegerecht gegenüber dem anderen Gennakerboot hatte. AUT hat dann aus welchem Grund auch immer den Kurs drastisch geändert. Nach der Halse hat AUT ohnehin kein Wegerecht mehr gegenüber BER gehabt, aber das ist zweitrangig, da bereits durch die massive und sehr plötzliche Kursänderung gegen RRS 16.1 verstoßen wurde. BER hat noch versucht, durch beherztes Abfallen der Kollision zu entkommen, aber es reichte nicht. Somit hat BER auch nicht gegen Regel 14 verstoßen (Berührung vermeiden).

      AUT breaks RRS 16.1
      AUT DSQ

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      • avatar Christian sagt:

        um nochmal zu präzisieren: Joker liegt mit seiner Decision und der angewandten Regel 16.1 richtig. Regel 18 ist hier m.E. irrelevant, da die Dreilängenzone nach allem, was auf dem Video zu sehen ist, noch nicht erreicht wurde. Zugrundegelegt wird dabei nur die Rumpflänge (ohne ausziehbaren Bugspriet), das macht bei 4,99 m Länge des 49er also knapp 15 m. Das ist bei den hohen Geschwindigkeiten sehr wenig.

        Interessant wäre aber zu erfahren, was die Segler selber sagen. Nur per Video ist es nicht eindeutig beurteilbar. Ganz zu recht sind Videobeweise bei Schiedsgerichten allenfalls eine Hilfestellung.

        Gab es eigentlich überhaupt einen Protest?

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        • avatar Lasse sagt:

          1 3 1222 AUT 070 Jan 23, 00:00 DENIED Jan 24, 18:53

          Ist der einzige Protest bei den 49ern. Mit AUT Beteilung. Aber 1222 sind Amis und nciht BER.. Von daher sit das warscheinlich nicht die Situation.
          Aber da es ja keinen Schaden gegeben hat, vermute ich mal, dass AUT den Fehler eingesehen aht, 720° gedreht hat. Und dann auch keiner protestiert hat.

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