Rolex Middle Sea Race: Opielok mit “Rockall” auf Gesamtplatz zwei, Finis gewinnt mit “Dralion” Klasse zwei

Tanz um den Vulkan

Damit blieb die 100-Fuß-Yacht des Slowenen Igor Simčic jedoch über ihrer Siegerzeit aus dem Vorjahr und verfehlte den Streckenrekord der „Rambler“ (USA), die 2007 nur knapp zwei Tage benötigte, erneut klar. Für eine Verbesserung war die Gesamtwetterlage mit überwiegend leichten und wechselhaften Winden nicht geeignet.

Dennoch strahlte der Eigner, denn er erhielt für den Triumph eine edle Armbanduhr des Modells Rolex Yacht-Master sowie die Trophäe für das erste Schiff im Ziel. „Das war ein ausgesprochen interessantes und abwechslungsreiches Rennen“, resümierte Jochen Schümann seine persönliche Premiere beim Rolex Middle Sea Race.

„Schon beim Start gab es einen kräftigen Schauer mit starken Böen, der das Feld herausgefordert hat. Wir konnten uns schnell absetzen, wollten aber die ‚Rán‘ als vermuteten Hauptgegner nicht unbewacht einen eigenen Weg gehen lassen.“

Die 72 Fuß lange Yacht des schwedischen Skype-Mitbegründers Niklas Zennström, der dieses Jahr schon das Rolex Fastnet Race und die Mini Maxi Rolex WM beim Maxi Yacht Rolex Cup gewonnen hat, galt auch in Malta als Topfavorit.

Obwohl zeitweise mehr als 90 Seemeilen hinter Schümanns 20-Mann-Crew zurück schlug sie diese letztlich nach berechneter Zeit um fast vier Stunden, was allerdings insgesamt gegen die kleineren Gegner auch nur zum achten Rang reichte.

Schümann hatte schon vor dem Start die Unberechenbarkeit solcher Regatten betont und je nach Windverhältnissen den deutlich kürzeren Booten gute Chancen eingeräumt. Damit sollte der zweimalige America’s Cup-Sieger Recht behalten, denn die ersten sieben Yachten kommen alle aus den Klassen drei und vier.

„Wir hatten vor der Spitze Siziliens totale Flaute und konnten nicht verhindern, dass das Boot auf der Stelle stehen blieb“, berichtete der geborene Berliner weiter. „Später gab es drei, vier schwere Gewitter, in denen der Wind blitzartig zulegte und dabei auch noch um 90 Grad drehte.“

Auf der „Esimit Europa 2“ brach dadurch ein Backstag, das durch ein Fall ersetzt werden musste, wodurch statt einer normalen Fock nur noch das Solentvorsegel gefahren werden konnte.

Die Wetterkapriolen unterwegs bestätigte auch Alexis de Canival, Großsegeltrimmer an Bord von Riedels Marten 49 „Speedy“: „Bei Stromboli haben wir für sechs Stunden geparkt. Danach gab es Böen von 25 Knoten. Das war trickreich und ganz anders als vorhergesagt. Wir mussten unsere Strategie und den Trimm ständig anpassen.

Wenn der Wind schwach wurde, waren wir an Deck, um ihn zu suchen. 120 Seemeilen kam er von vorn. Da mussten wir alle auf der hohen Kante sitzen, um das Boot so schnell wie möglich zu segeln. Das machte 0,3 Knoten Geschwindigkeit aus. Geschlafen haben wir also nicht viel.“

Für die letzte halbe Seemeile brauchte die „Speedy“ bei hohem Seegang fast ohne Brise zwischen den Inseln Comino und Malta eine Dreiviertelstunde, wodurch ein Top-Ten-Platz außer Reichweite geriet.

Von 70 gestarteten Yachten gaben drei das Rennen auf, darunter die deutsche Class 40 „Pogo 1“. Donnerstagvormittag waren immer noch 18 Teilnehmer unterwegs, konnten die Sieger allerdings nicht mehr gefährden. Die werden am Sonnabendmittag (29. Oktober) im Mittelmeer Konferenz Centrum in Valletta noch einmal feierlich geehrt und mit einem Rolex Chronometer sowie Pokalen ausgezeichnet.

 

 

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