“Wild Oats XI” disqualifiziert nach Rolex-Sydney-Hobart-Sieg?

Blick in die geladene Flinte

"Wild Oats" kurz vor der Ziellinie in Hobart © Rolex/Borlenghi

Bob Oatley hat mit seinem 100-Fußer Wild Oats zum fünften Mal das Rolex Sydney Hobart Rennen gewonnen. Nach einer dreckigen Nacht (oder einer großartigen, je nach Geschmack) hat die Flotte hinter sich auf dem Weg durch die Bass Strait mussten bisher 17 der 86 gestarteten Yachten das Rennen mit Schäden aufgeben.

WILD OATS XI ist nach zwei Tagen und 37 Minuten in Hobart über die Zielline gefahren, dahinter platzierten sich INVESTEC LOYAL, LAHANA, ICHI BAN, WILD THING, RAN, LIMIT und LOKI bei den gesegelten Plätze in der ersten Reihe.

Die Crews von WILD OATS und RAN blickten am Steg allerdings in den Lauf der geladenen Flinte der Wettfahrtleitung. Beide haben sich nicht, wie in den Segelanweisungen verlangt, vom Wegpunkt Green Point per Funk gemeldet, sondern nur per Telefon, und dafür einen Protest der Wettfahrtleitung kassiert.

"Loki" gibt mit leichtem Schrick in den Schoten Gas Richtung Hobart. © Rolex/Borlenghi

Zu hart? Zu spießig? Weit gefehlt, so Wettfahrtleiter Tim Cox. Die Regel wurde nach dem Katastrophen Hobart 1998 eingeführt aus der Erkenntnis, dass über Telefon keine S&R-Maßnahmen geführt werden können, und sei fundamental für die Sicherheit der Teilnehmer.

Die Jungs Down Under treffen damit den Nerv der Handymonokultur auf See. Auch in unseren Gewässern hat es schon einige Fälle gegeben, in denen Yachten in der Nähe von Verunglückten keine Hilfe leisten konnten, da sie von dem Seenotfall nichts mitbekommen hatten.

Während die Rettungssuchenden fleißig mit den Einsatzkräften telefonieren, bleibt der Äther oft still. Und noch schlimmer: inzwischen hört auch keiner mehr in denselben. Da mag es helfen, dass jetzt zwei Hobart-Promis in die Kritik geraten.

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Die Cookson 50 "Jazz" wühlt sich durch die heftige See. © Rolex/Borlenghi

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3 Kommentare zu „“Wild Oats XI” disqualifiziert nach Rolex-Sydney-Hobart-Sieg?“

  1. avatar SöSö sagt:

    Konsequent!

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  2. avatar Ole H. sagt:

    Die beiden Proteste wurden abgewiesen – so sind WOXI und RAN in der Wertung.

    Mal grob übersetzt:

    WOXI hat versucht sich, per VHF am Green Cape, also vor Eintritt in die Bass Strait zu melden, sie hatten aber ein technisches Problem mit dem VHF. Dann haben sie per Telefon die Regattaleitung kontaktiert und wurden angewiesen, ohne funktionierendes UKW nicht weiterzufahren. WOXI änderte den Kurs für 20 Minuten um die Funke wieder hinzukriegen. Nach der Reparatur und erst nach Bestätigung durch Hobart Radio segelte Wild Oats weiter Richtung Tasmanien. Die Funke hatte aber immer wieder Aussetzer, hören konnten sie, aber teilweise nicht senden. In diesen Fällen haben sie die Posireports per Sat-Telefon abgesetzt.

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  3. avatar Na_Hoppla sagt:

    Andere große Ereignisse (Middle Sea Race) erlauben explizit die Positionsübertragung per Funk, Cell oder Satellitentelefon…sollten die Aussies auch mal drüber nachdenken

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