Route du Rhum: Boris Herrmann gegen die IMOCA-Größen – Starkwind-Optik aus der Luft

Feuchte Angelegenheit

Boris Herrmann steht bei der Route du Rhum vor seiner ersten großen Bewährungsprobe. Das jüngste Video zeigt ihn bei der harten Trainingsarbeit. Wie sich die neue Hackordnung gestaltet.

Die jüngsten Bilder von Boris Herrmann auf seiner “Malizia” zeigen, wie hart, die anstehende Route du Rhum für die 60 Fuß IMOCA über den Atlantik werden kann. Wer denkt, dass die mit Flügeln ausgerüsteten Spitzenboote im freien Flug über die Wellen schweben, so wie es die America’s Cupper in Bermuda schafften, wird bei der Ansicht der Heli-Bilder eines Besseren belehrt.

Boris Herrmann

Boris Herrmann unter Vollzeug. © Jean-Marie Liot/Malizia

Das Segeln der aktuelle IMOCA-Generation ist immer noch eine sehr feuchte Angelegenheit. Der neueste 60-Fußer “Charal” mag sich schon höher und länger über die Wellen heben, aber der muss bei der Atlantik-Regatta ersteinmal zeigen, ob er zuverlässig Höchstgeschwindigkeiten liefern kann, ohne auseinander zu fallen.

Zehn Foiler bei der Route du Rhum

Die Route du Rhum wird bei den 20 IMOCA-Startern zehn Foiler an die Startlinie bringen. Sechs davon haben seit ihrem Stapellauf Foils seitlich im Rumpf stecken. Bei vier Yachten wurden sie nachgerüstet, und besonders Samantha Davies hat auf ihrer acht Jahre alten “Initiatives-Heart” erstaunliche Leistungssprünge gemacht.

Boris Herrmann

Nasse Trainingsfahrt für “Malizia”. Die Flügel schützen nicht vor Wasser im Cockpit. © Jean-Marie Liot/Malizia

Zu den fünf neuesten Foilern gehört “Malizia”, die von Sébastien Josse für das Gitana-Team vor der Vendée Globe optimiert worden war. Das Schiff ist eines ders Schnellsten im Feld und Herrmann hat für seine erste große Bewährungsprobe eine solide Vorbereitung gegen die besten Franzosen absolviert. Er bewegt sich damit erstmals bei einer solchen großen Hochsee-Regatta technisch auf Augenhöhe mit den Besten. Dabei wird spannend, wie sich nach der Vendée die neue Hackordnung in dieser Klasse auf dem Atlantik gestaltet.

Kann Alex Thomson mit seiner modifizierten “Hugo Boss” da anknüpfen, wo er mit dem zweiten Platz bei der Vendee Globe aufhörte?  Wird er wieder gegen die ex “Banque Populaire” verlieren, die jetzt von Louis Burton als “Valley Office” gesegelt wird? Wie wird sein Schiff gegen Beyous neue “Charal”abschneiden?

Stärker wird noch Yann Elies eingeschätzt, der mit “UCAR-Saint-Michel” sehr schnell unterwegs ist. Zusammen mit Jean Pierre Dick gewann er schon die Transat Jacques Vabre im vergangenen Jahr. Nun lässt Dick den zweifachen Figaro-Sieger  alleine auf seiner Yacht segeln. Einziger Nicht-Foiler, der noch vorne mitspielen kann, ist “SMA”. Paul Meilhat muss auf lange Kreuzen, Leichtwind oder tiefe Vorwind-Kurse hoffen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Route du Rhum: Boris Herrmann gegen die IMOCA-Größen – Starkwind-Optik aus der Luft“

  1. avatar meerkater sagt:

    Spannend wird gerader der Vergleich mit Yann Ellis auf der UCAR Saint-Michel. Es ist das Schwesterschiff der Malizia. Rumpf und Deck müßten annähernd gleich sein, die Foils dürften sich unterscheiden.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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